Fussball
Fußgönheimer Amadi hat großen Ziele
„Die Enttäuschung saß schon sehr tief“, gibt Myftari nach der deutlich 1:5-Heimpleite gegen den SV Hermersberg zu. Der Trainer war vor allem mit der Einstellung seines Teams nicht einverstanden. Nur wenige Spieler brachten auf den Rasen, was sich der Ex-Profi erwartete. Einer von Ihnen ist Ugwunna Lambert Jr. Amadi.
Der Außenverteidiger kam im Frühjahr aus den USA nach Fußgönheim. Beim Verbandsligisten ist er seitdem nicht mehr aus der Startelf wegzudenken. „Er gewinnt fast alle Kopfbälle, ist sehr schnell, zweikampfstark und hat eine gute Dynamik“, zählt Myftari die Gründe für die viele Spielzeit Amadis auf.
Extra-Training bei Ex-Profi Evans Wise
Einzig an seiner Technik müsse Amadi noch arbeiten. Daran trainiert der 24-Jährige nicht nur in Fußgönheim, sondern auch bei Ex-Profi Evans Wise, der zusammen mit Joseph Olumide (VfR Mannheim II) in Mannheim junge Spieler aus Übersee trainiert und schult. „Er hat eine professionelle Einstellung“, lobt ASV-Trainer Myftari seinen Schützling.
Amadi wuchs in Nigeria auf. „Dort kam ich auch erstmals mit Fußball in Kontakt. Jeder spielt dort Fußball“, berichtet er. Dem Fußball kehrte er dann zwangsweise den Rücken. Der damals Zehnjährige zog mit seinen Eltern in die USA nach Washington D.C. „Dort wo ich lebte, waren sehr viele Basketball-Plätze. Niemand spielte Fußball“, sagt er. Er schloss sich in der High-School dem Basketball-Team an und spielte – mit dem großen Ziel NBA – auch auf dem College weiter. In seinem ersten Jahr an der Universität Pittsburgh, an der er Sportmanagement und Betriebswirtschaftslehre studierte – konnte er jedoch seinen Arm auf Grund einer Schulterverletzung kaum bewegen.
In den USA vom Basketball zurück zum Fußball
Kurzzeitig setzte er mit dem Basketball aus und widmete sich wieder dem Fußball. In einer Halle spielte er mit Freunden, wurde prompt von Mitgliedern der Uni-Mannschaft angesprochen und absolvierte ein Probetraining – mit Erfolg. Er entschied sich, wieder mit dem Fußballspielen zu beginnen. „Ich habe mich wieder in das Spiel verliebt, und es fühlte sich etwas wie zu Hause an“, beschreibt der Abwehrmann sein Gefühl. Basketball konnte ihm dieses Gefühl nicht mehr geben, sagt er.
Nachdem Abschluss seines Studiums stand er vor der Wahl: Profi-Sport oder Arbeit? „Ich wollte weiterspielen“, erklärt der Fußballer. Er schloss sich einem Team einer Amateurliga an, welches Spieler ins Ausland vermittelt, damit sie dort Erfahrungen sammeln und möglicherweise Profi-Verträge unterzeichnen können. Über einen Vermittler kam er dann nach Deutschland und Fußgönheim. „Hier gefallen mir vor allem die Snacks und die vielen Bäckereien“, schwärmt Amadi. Wie lange er die Leckereien in und um Fußgönheim noch genießen kann ist fraglich.
Den ASV sieht er wohl eher als Sprungbrett. Amadi möchte so hoch wie nur möglich spielen. „Ich möchte ein besserer Fußballer werden und schauen, wohin mich das bringt. Vielleicht in die Dritte oder Zweite Liga“, sagt der ehrgeizige Sportler. Am Wochenende muss er aber erst einmal mit dem TSV Gau-Odernheim vorlieb nehmen.