Fussgönheim
Fußgönheim wird vorgeführt und gedemütigt
Pietro Berrafato und Ediz Sari bilden ein Trainerteam. „Das machen wir jetzt schon seit vier Jahren. Pietro ist nicht nur mein verlängerter Arm auf dem Feld, sondern auch ein Freund geworden“, sagt Sari. Die beiden tauschen sich regelmäßig aus und besprechen alles bis ins Detail. In dieser Woche dürfte der Gesprächsbedarf nach dem Auftritt gegen allerdings unglaublich spielstarke Marienborner wesentlich höher sein als sonst.
„Das war schon peinlich“
„Ich bin sprachlos. Das war lethargisch und zweikampfschwach. Der Gegner hatte viel zu große Räume und außerdem war fast jeder Schuss ein Treffer“, listete Innenverteidiger Berrafato die Mängel auf. Wie sehr dem 33 Jahre alten Routinier speziell die erste Hälfte zugesetzt hat, macht Sari deutlich: „Pietro ist zum ersten Mal seit wir zusammenarbeiten in der Halbzeit ausgeflippt.“ Wer den eigentlich ruhigen und besonnenen Berrafato kennt, weiß, dass schon viel passieren muss, bis er mal richtig laut wird. „Das war schon peinlich, wenn man nach der Pause durch die Zuschauer wieder auf den Platz geht und in viele enttäuschte Gesichter schaut“, erklärt Berrafato. Er sprach nicht zu Unrecht von einem riesigen Qualitätsunterschied im Vergleich zu Marienborn. Die Fußgönheimer bekamen nie Zugriff auf das Spiel, agierten viel zu körperlos, wirkten schwerfällig und überfordert. Ernsthafte Gegenwehr leistete der ASV nicht.
Das alles beschäftigt Berrafato und Sari. „Wir müssen um jeden einzelnen Punkt kämpfen. Wenn wir so spielen, vergraulen wir die Zuschauer. Eine solche Leistung möchte ich von der Mannschaft nie wieder sehen“, fordert Sari und Berrafato nickt.
Doch insgesamt gefällt es Berrafato bei seinem neuen Klub. Der ehemalige Profifußballer, der als Bezirksleiter bei einer Versicherungsgesellschaft arbeitet, wohnt mit Ehefrau Viktoria und den Kindern Elias (4) und Elena (2) in Oggersheim. „Drei Jahre war ich beim FSV Oggersheim. 2007 sind wir Meister geworden und in die Regionalliga aufgestiegen“, blickt Berrafato zurück. Mit dem 1. FC Saarbrücken stieg er 2010 in die Dritte Liga auf, mit Arminia Ludwigshafen schaffte er ein Jahr später den Sprung in die Oberliga und mit Phönix Schifferstadt ging es 2017 hoch in die Landesliga. „Mit all meinen Vereinen bin ich Meister geworden. Darauf bin ich ein bisschen stolz“, sagt Berrafato. Mit dem ASV muss er sich andere Ziele setzen.
So spielten sie
ASV Fußgönheim: Lacroix - Mamone, Neziraj, Berrafato, Koc (56. Rhannam) - Lee, Heil - Yüceer (66. Aydin), Demele (61. Özsoy), Barisic (56. Paxe) - Amiri.