Fussball
Fußgönheim verliert Kellerduell gegen Rüssingen
Der Gesichtsausdruck von Rüssingens Trainer Ediz Sari verriet eine Mischung aus verhaltener Freude und grenzenloser Erleichterung. Sein Team hatte das Spiel bei Saris früherem Club ASV Fußgönheim, von dem er im Unfrieden schied, 2:1 (1:0) gewonnen. „Genugtuung empfinde ich nicht, vielleicht in den nächsten Tagen. Im Moment freue ich mich über die drei Punkte und für meine Mannschaft“, hatte der Coach nach dem Abpfiff erklärt. So ganz zufrieden war er aber nicht. „Ein Patzer oder ein Standard kann immer passieren. Dann spielst du 2:2 und fragst dich, warum du ein Spiel nicht gewonnen hast, das du längst hättest entschieden haben müssen“, spielte Sari auf die mangelhafte Chancenverwertung an.
In der ersten Halbzeit dominierten die Gäste eindeutig. Sie hatten vor allem in Person von Samsidindino Sonko und Geri Hasa Schnelligkeitsvorteile, wirkten leichtfüßiger und spielfreudiger. Der ASV hingegen agierte viel zu nervös, leistete sich teils haarsträubende Abspielfehler und hatte große Probleme in den gegnerischen Strafraum zu kommen. Einzig Martin Amoako setzte mit seinem Tempo Akzente. „Uns haben ein Stück weit die Bereitschaft und der Siegeswille gefehlt, auch weil wir viel zu ängstlich aufgetreten sind“, bemängelte Fußgönheims Trainer Fisnik Myftari.
Gäste vergeben reihenweise Chancen
Weil aber der fehlerhafte Derrick Owusu einmal kurz vor der Linie klärte (11.), Dana Kader nach toller Kombination über Hasa und Sonko am langen Eck vorbeischoss (27.) und Talha Demirhan nach Hasa-Pass an Torwart Marvin Gebhard scheiterte (42.), blieb es bei einem Elfmetertreffer. Milos Pitulic hatte Sonko regelwidrig gebremst und Demirhan verwandelte sicher (27.). Vorausgegangen war einer der zahlreichen Ballverluste in der Vorwärtsbewegung. Die einzig klare Chance für den ASV hatte Salvatore Saito auf Zuspiel von Marvin Takpara (43.), doch er schoss zu zentral.
„Wir hatten nicht genügend offensive Aktionen, auch wenn es nach der Pause deutlich besser wurde und wir mehr Spielanteile hatten“, urteilte ASV-Kapitän Gianluca Mamone. Gemeint war die Doppelchance für Saito und Amoako in der besten Phase der Gastgeber (54.). „Das 0:2 fiel zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt“, ärgerte sich Myftari. Bei einem Angriff über die linke Seite bereiteten Sonko und Hasa vor und der neu verpflichtete Deji Beyreuther nutzte die Unordnung in Fußgönheims Deckung (55.).
Doch die Gäste gingen auch in der Folge viel zu fahrlässig mit ihren großen Möglichkeiten um. „Wir haben es mehrfach verpasst, die Partie für uns zu entscheiden. Und am Ende musste wir zittern“, sagte der spielende Co-Trainer Christian Heil. Weil nämlich Ismail Mendil den Querpass von Hakan Yildiz verwertete, hieß es 20 Minuten vor dem Abpfiff nur noch 1:2. Die Platzherren intensivierten ihre Bemühungen, waren feldüberlegen, mussten jedoch bei den mitunter zu schlampig ausgespielten Kontern der Rüssinger immer auf der Hut sein. „Unsere individuelle Klasse sollte ausreichen, um den Ligaverbleib zu schaffen“, blickt Sari nach vorne.