Fussball
Fußgönheim geht mit Rumpfelf ins zweite Spiel
Fisnik Myftari, der Trainer des ASV Fußgönheim, befindet sich auf dem Heimweg. Der Projektmanager war beruflich in Düsseldorf und hat auf der Fahrt viel Zeit, um über den letzten Spieltag und die Pleite in Pirmasens nachzudenken. Doch das tut er nicht, sagt er. „Ich würde mir Gedanken machen, wenn ich alle Spieler, oder zumindest 80 Prozent meiner Spieler zur Verfügung gehabt hätte“, sagt der ASV-Coach.
Tatsächlich standen Myftari am vergangenen Wochenende lediglich elf Akteure des 25 Mann starken Kaders zur Verfügung. Einige von ihnen hatten ihr letztes Pflichtspiel vor sechs Monaten, berichtet der Übungsleiter. Wegen der vielen Ausfälle musste der ehemalige Profi des SV Waldhof Mannheim gar selbst das Trikot überstreifen.
Genutzt hatte es nichts. Unzufrieden mit der Leistung seiner Schützlinge war der Trainer trotz allem nicht. „Ich war überrascht, dass wir in der Aufstellung so gut aufgetreten sind, aber nach dem dritten Tor war der Drops gelutscht“, stellt er fest. Im Spiel am Samstag gegen Steinwenden soll das anders werden – und das, obwohl sich am Kader nicht viel ändert.
Nur neun Spieler können sicher eingesetzt werden
„Eigentlich sieht es sogar noch schlechter aus. Wir haben aktuell neun Spieler, die sicher eingesetzt werden können“, berichtet Myftari. Immer noch gebe es sechs Urlauber, andere Spieler fehlen auf Grund von Verletzungen. Sie möchte Myftari nicht verheizen. Die Angst vor langwierigeren Blessuren ist zu groß.
Der ASV scheint dementsprechend als Wundertüte in die kommende Partie zu gehen. Ein kleiner Vorteil? „Ich glaube in den unteren Bereichen ist der Qualitätsunterschied zu groß dafür“, gesteht der Trainer, der den Kader wohl mit Akteuren aus der B-Klasse auffüllt. Wegen der schwierigen Personallage wird Myftari eher defensiv agieren wollen. Es sei enorm schwierig, eine offensive Ausrichtung vorzugeben, wenn so viele Spieler fehlen, sagt Myftari. „Ich möchte, dass wir kompakt stehen und uns Sicherheit holen. Wir werden abwartend spielen, nicht zu übermotiviert“, verspricht der Coach des ASV.
Gerth soll für Sicherheit sorgen
Einer, der für die angesprochene Sicherheit sorgen soll, ist Mittelfeldspieler Emil Gerth. „Er ist einer, der in eine Führungsrolle schlüpft und sich entwickelt“, sagt Myftari über den 22-Jährigen. Diese Rolle übernahm Gerth bereits im Spiel gegen den FK Pirmasens II. Als Gianluca Mamone, der etatmäßige Kapitän, verletzungsbedingt ausfiel, streifte sich Gerth die Binde über und führte sein Team auf das Feld.
Es war nicht das erste Mal für den jungen Führungsspieler. Schon in der vergangenen Spielzeit war er das eine oder andere Mal der Spielführer des ASV. Damals bestimmte noch das Team über den Mannschaftsrat und die Kapitäne. Jetzt hat Myftari selbst bestimmt, wer das Team vertritt.