SCHIFFERSTADT RHEINPFALZ Plus Artikel Fußball: Wo sich Landesliga-Aufsteiger FSV Schifferstadt noch verbessern muss

Kaum Fluktuation beim FSV: Co-Trainer Michael Malmer, Michael Nett, Christopher Reichling, Tim Springer, Bastian Keller, Philipp
Kaum Fluktuation beim FSV: Co-Trainer Michael Malmer, Michael Nett, Christopher Reichling, Tim Springer, Bastian Keller, Philipp Schwind, Betreuer Jürgen Lill und Spielertrainer Christoph Mehrl (von links).

Der FSV Schifferstadt geht in seine vierte Saison in der Fußball-Landesliga Ost. Die vierte in den vergangenen fünf Jahren, was den Stellenwert, den sich der Klub in der Region erarbeitet hat, unterstreicht. Gemessen am vergleichsweise geringen finanziellen Einsatz ist dies eine tolle Leistung.

Beim FSV hat man an der Landesliga Geschmack gefunden. „Es ist eine reizvolle Herausforderung, sich mit dem vermutlich kleinsten Budget aller Klubs in dieser Liga zu behaupten“, sagt Spielertrainer Christoph Mehrl. Die Schifferstadter streben zwar den höchstmöglichen Erfolg an, aber beim FSV wäre ein Abstieg kein Beinbruch, „weil von Vereinsseite kein Druck ausgeübt wird“, wie der Coach betont.

Mehrl glaubt, dass die wegen ihres Zuschnitts als nicht besonders attraktiv geltende Landesliga in dieser Runde an Reiz gewonnen hat. „Die Teilung in zwei Staffeln nach geografischen Gesichtspunkten ist ein Segen. Für die Region ist das super“, freut sich der Übungsleiter. Schifferstadt ist so günstig gelegen, dass nur zum Auswärtsspiel in Büchelberg mehr als 50 Kilometer zurückgelegt werden müssen. Alle Gegner kommen aus der Pfalz, was sich auf den Zuschauerzuspruch positiv auswirken dürfte.

Sportlich sieht der 32 Jahre alte Mehrl seine Mannschaft keineswegs chancenlos. „Büchelberg, Offenbach und Herxheim sind zwar dicke Brocken, aber ansonsten halte ich unsere Staffel für ausgeglichen. Das wird ein spannendes Rennen gegen den Abstieg“, sagt der Trainer. Schon am ersten Spieltag in Geinsheim soll ein gutes Ergebnis die Initialzündung für einen positiven Saisonverlauf sein. Als Aufsteiger sei das Ziel der Klassenerhalt. Doch nicht nur den zahlenmäßigen Erfolg hat der FSV auf der Agenda, das Team soll sich auch weiterentwickeln. „Wir wollen einen attraktiven und mutigen Fußball spielen“, erklärt Mehrl. Als großer Vorteil gilt, dass die Mannschaft eingespielt ist und prima harmoniert. Das liegt auch daran, dass viele Akteure schon seit Jahren das blau-weiße Trikot tragen. Geringe Fluktuation ist ein Grund dafür, dass der FSV zu den guten Adressen zählt.

Alexander Hödl bleibt Kapitän des FSV

Mehrl, dem 22 Spieler zur Verfügung stehen, hat in einigen Bereichen noch deutliches Steigerungspotenzial entdeckt. „Da ist unsere Schwäche bei gegnerischen Standards zu nennen. Nach ruhenden Bällen bekommen wir fast 50 Prozent unserer Gegentore“, hat der Spielertrainer erkannt. Und den Umgang mit Rückständen müsse das Team wieder lernen. In der Bezirksliga war das eher selten der Fall. „In solchen Situationen müssen wir die Ruhe bewahren, dürfen die Ordnung nicht verlieren, sondern müssen diszipliniert weiterspielen“, fordert Mehrl. Auch die Wettkampfhärte, die in der langen Corona-Pause etwas abhandenkam, müsse erst wieder erarbeitet werden. Ebenso der Rhythmus und die Automatismen, was eine Sache der Spielpraxis sei.

Verloren haben die Schifferstadter nur einen Stammspieler. Kevin Nowak (23) war Leistungsträger und wird kaum zu ersetzen sein. „Er war ein sehr flexibler Spieler, der auf allen Positionen gute Leistungen abgeliefert hat. Ihn können wir nur im Kollektiv ersetzen“, ist Mehrl überzeugt. Lediglich vier neue Akteure sind gekommen. Michael Nett und Philipp Schwind für die linke Seite, Tobias Grätz für das Tor und Rückkehrer Bastian Keller für die Offensive. „Basti bringt Qualität und Erfahrung mit, aber er hat lange nicht gespielt, deshalb Fitnessrückstände und braucht noch etwas“, verdeutlicht der Coach. Der Stürmer hatte einige Jahre aus beruflichen Gründen im Ausland gelebt.

Alexander Hödl bleibt Kapitän, Fabian Klein sein Vertreter. Gestandene Spieler wie diese beiden, aber auch Daniel Kopf, David Furch Yannik Fleckenstein oder Marc Hoffmann sollen mehr Verantwortung übernehmen.

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