Ludwigshafen
Fußball: Wie Frederik Tilger-Kuhn beim SV Südwest einen Rekord einstellte und Chef im Team wurde
Nach neun Siegen in Folge und dem Spitzenplatz in der Fußball-Bezirksliga könnte der SV Süd west Ludwigshafen seine Ansprüche getrost nach oben korrigieren. Doch der Sportliche Leiter Maik Unfricht winkt ab: „Ein guter Mittelfeldplatz bleibt nach wie vor unser Saisonziel“. Vor der Winterpause wird der Primus noch einmal gefordert: Am Samstag (16.30 Uhr) ist der Tabellenfünfte VfB Hass loch zu Gast.
„Ein ungemütlicher Gegner“, erinnert sich Trainer Frank Wieschalla an das packende Hinspiel, das Südwest in den Schlussminuten 0:2 verlor. „Danach ist die Mannschaft an den Erfolgen gewachsen. Sie hat Selbstvertrauen gewonnen und geht hochmotiviert in jedes Spiel. Man spürt, dass sie das Spielglück erzwingen will“, beschreibt Maik Unfricht die positive Entwicklung. Sein Lob gilt auch den Ersatzspielern: „Obwohl sie weniger zum Einsatz kommen, geben sie im Training Gas, sind immer topfit, um einzuspringen.“
Mit ein, zwei Mann will sich der Spitzenreiter in der Winterpause verstärken, um den Kader breiter aufzustellen. „Nur in der Offensive“, ergänzt der Sportchef.
Noch nie in Hinrunde so abwehrstark
In der Defensive brauchen die Blau-Weißen wahrlich nicht nachzulegen. Bei nur neun Gegentoren in 17 Begegnungen spiegelt schon die Tabelle Stärke und Vorzüge. Noch nie in einer Hinrunde präsentierte sich eine Südwest-Vertretung dermaßen abwehrstark. Vergangene Saison beispielsweise lasteten zum gleichen Zeitpunkt 15 Gegentreffer auf dem Konto, in den Bezirksliga-Jahren davor waren es 42, 27 und 30.
Tilger-Kuhn stellt Rekord ein
Riesenanteil daran, dass die Bude meistens sauber bleibt, hat Klasse-Torwart Frederik Tilger-Kuhn. In 13 Partien kassierte der 26 Jahre alte Schlussmann keinen Gegentreffer und hielt seiner Mannschaft ein „zu Null“. „Rekord eingestellt“, freute sich der 1,90 lange Torhüter nach dem 5:0-Sieg gegen Frankenthal vergangenen Samstag voll Stolz an eine gleich gute Serie im Trikot des Bezirksligisten FG 08 Mutterstadt.
Torwart ist „Alpha-Tier“ und Leitfigur
Nach acht Jahren Treue wechselte er im Sommer 2018 mit Trainer Erdem Kar von dort zum SV Südwest. „Es macht richtig Spaß in dieser super Truppe zu spielen. Alle geben 90 Minuten hundertzehn Prozent.“ Wie die erfahrenen Dominik Brust, Nico Matios oder Marcus Schneider ist Frederik Tilger-Kuhn für die vielen jungen Spieler Vorbild und Leitfigur. „Immer positiv drauf. Ein Alpha-Tier“, beschreibt ihn Trainer Frank Wieschalla schmunzelnd und respektvoll. „Ich sehe mich als emotionalen Führungsspieler und fülle diese Rolle gerne aus“, sagt Tilger-Kuhn. Vor und nach jeder Partie ist er mitreißender Motivator im Spielerkreis. Und auch während des Spiels ist er kein bisschen leise. „Jeder für jeden, gegenseitig helfen, das macht den Erfolg aus“, sagt Maik Unfricht. Für ihn ist sein Torwart, „perfekter Organisator, der seine Abwehr in Griff hat“. Der eingefleischte Waldhof-Fan wohnt mit Lebensgefährtin Alina in Mannheim und arbeitet als Electronic Distribution Manager im Online-Verkauf für eine Hotelkette. Bei der SG Limburgerhof lernte er einst kicken und hütete bis zur D-Jugend deren Tor. Von dort wechselte er zu FG 08 Mutterstadt, wo er als A-Junior mit 17 sein Debüt in der Bezirksliga gab. Mit Freunden ausgehen und „einen drauf machen“, das macht der Südwest-Keeper gerne. Nach den jüngsten Erfolgen hat er in der Winterpause allen Grund dazu.