Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Fußball: Warum der SV Waldhof Mannheim plötzlich ein Luxusproblem hat

Das neue Luxusproblem des SV Waldhof Mannheim: Mounir Bouziane (links) und Valmir Sulejmani.
Das neue Luxusproblem des SV Waldhof Mannheim: Mounir Bouziane (links) und Valmir Sulejmani. Foto: KUNZ

Den dritten Platz hat der SV Waldhof vorerst abgeben müssen, aber Hektik bricht deshalb bei den Mannheimern nicht aus. In der Dritten Liga befindet sich der Aufsteiger nach dem 1:1 gegen den 1. FC Magdeburg weiter gut im Rennen – auch wenn es nicht mehr mit einer Verstärkung klappte.

Am Ende lag es wohl auch an einem ehemaligen Trainer, dass die Mannheimer in der Rückrunde nicht noch einen „dicken Fisch“ an Land gezogen haben. Lange buhlten die Blau-Schwarzen in den vergangenen Wochen um Philipp Ochs. Der ehemalige Junioren-Nationalspieler, der bei der TSG Hoffenheim bereits Bundesliga-Luft schnupperte, zuletzt aber nicht mehr zum Einsatz gekommen war, hätte für den SVW die erhoffte variabel einsetzbare Verstärkung sein können. Können, denn der Transfer zerschlug sich, weil Ochs am letzten Tag der Transferperiode eine Offerte von Zweitligist Hannover 96 annahm. Bei den Niedersachsen arbeitet Kenan Kocak als Trainer, der bis 2016 als Coach bei den Mannheimern aktiv war.

Offenbach sortiert Talent aus

Deshalb blieb es bei dem vorgezogenen Transfer von Gerrit Gohlke, der von den Offenbacher Kickers kommt. Eigentlich sollte der Innenverteidiger erst im Sommer nach Mannheim kommen. Gohlke wurde aber jetzt bei den Kickers aussortiert, so dass sich die Vereine darauf verständigten, das Talent sofort zum SVW zu transferieren. Eine sofortige Verstärkung, wie es der 22-jährige Ochs gewesen wäre, stellt der Nachwuchsmann aus Offenbach aber nicht dar.

Der Offensivmann aus Hoffenheim, der zuletzt auch als linker Verteidiger gespielt hatte, war nach der Partie gegen Magdeburg aber schon kein Thema mehr. Beim SV Waldhof hat man sich angewöhnt, sich mit den realistischen Gegebenheiten auseinanderzusetzen und nicht mit theoretischen Gedankenspielen. Schließlich gilt es für die Blau-Schwarzen, die gute Ausgangslage zu nutzen, in die sie sich nach zuletzt acht Partien ohne Niederlage gebracht haben. Daran ändert sich auch durch den späten Ausgleichstreffer beim 1:1 gegen die Magdeburger nicht viel. Als Tabellenvierter haben die Mannheimer alle Möglichkeiten, die Fans weiter vom Durchmarsch träumen zu lassen.

Aus Problem- wird Komfortzone

Mit solchen Rechnereien beschäftigt sich Bernhard Trares allerdings grundsätzlich nicht. Der Trainer der Waldhöfer überlegte unmittelbar nach dem Spielende gegen Magdeburg schon, wie er die Mannschaft für die nächsten Partien besser auf- und einstellen kann. Ausgerechnet in der Problemzone aus der Hinserie hat der Fußballlehrer inzwischen die Qual der Wahl. Nachdem sich Valmir Sulejmani Anfang September schwer verletzt hatte (Syndesmosebandriss) und Mounir Bouziane sich zu diesem Zeitpunkt noch von einer Schambeinentzündung erholte, stand Trares lange mit Kevin Koffi nur noch ein zentraler Stürmer zur Verfügung.

Bouziane kehrte bereits im November aufs Feld zurück und ist inzwischen eine feste Größe bei den Waldhöfern, so dass Trares plötzlich einen Platz für Sulejmani suchen muss, der in der Winterpause ebenfalls in den Kader zurückkehrte. „Soll ich Mounir jetzt rausnehmen, weil Valle wieder da ist, obwohl Mounir super gespielt hat“, sagte Trares. Beim 1:0 in Meppen und gegen Magdeburg agierte Sulejmani jeweils auf dem linken Flügel, wo er viel Defensivarbeit leisten musste. Die Idealposition des Deutsch-Kosovaren ist die Außenbahn nicht mehr, aber gegen Magdeburg bewies er, dass er auch auf dem Flügel wertvoll sein kann. Sulejmani traf zum 1:0. Eine Woche zuvor hatte Bouziane in Meppen getroffen. Für Trares ist es wichtig, beide Akteure auf dem Feld zu haben. Der Trainer mag das neue Luxusproblem.

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