Ludwigshafen Frische Farbe und tolle Experimente

Knapp fünf Monate sind vergangen, seit eine Jugendjury 10.000 Euro Fördermittel im Rahmen von „Zeig’sLu“ an elf Projekte aus Schulen, Jugendhäusern und Jugendfreizeitstätten verteilt hat. Im Stadtratssaal haben die Jugendlichen gestern Nachmittag gezeigt, wofür sie das Geld ausgegeben hatten.
„Es war auch für uns Neuland, die Verantwortung für die Verteilung des Geldes an Jugendliche weiterzugeben“, sagte die Beigeordnete Cornelia Reifenberg (CDU) und wartete gespannt auf die Präsentationen. Die waren so bunt und vielfältig, wie es sich Katrin Heyl von der BASF vorgestellt hatte. Aus dem Chemieunternehmen stammte das verteilte Fördergeld. Von hier stammte auch die ursprüngliche Idee von „Zeig’sLu“. „Aber die Stadt hat die Idee aufgenommen und ausgearbeitet“, gab sie Reifenbergers Dank direkt an die Verwaltung zurück. Die Vorgabe war einfach: Sowohl die Jugendlichen als auch das soziale Umfeld sollten von den Projekten profitieren und dabei möglichst die Stadt bereichern. Was dabei herauskam, war so vielfältig wie Ludwigshafen selbst. Jurymitglied Arabella nannte dabei die größte Schwierigkeit für die Jugendlichen: „Wir haben uns angeschaut und gesagt: Das eine Projekt ist gut, das wollen wir fördern. Aber das andere ist auch gut. Und so ging das weiter...“ Sie selbst hatte als Tanztrainerin einen Hip-Hop-Workshop für Mädchen angeboten, die auch schon beim Stadtfest getanzt hatten. Die BBS Hauswirtschaft organisierte und finanzierte dank der Fördergelder Abi-Streich und Abi-Ball, und das Theaterpädagogische Projekt „Out“ im Ernst-Kern-Haus veranstaltete für Kinder und Jugendliche ein „Piratenfest“. „Unsere Idee war einfach, dass die Jugendlichen einen schönen Tag bei uns verleben“, sagte Theaterpädagoge Tim, der mit seinen Piraten ebenfalls schon die Bühne beim Stadtfest geentert hatte. Die achte Klasse der Gesamtschule Gartenstadt ermöglichte sich mit ihrem Zuschuss Aktivitäten für einen Schüleraustausch mit einer polnischen Partnerschule, und die Ernst-Reuter-Schule war gleich mit zwei Projekten am Start: Einer Verschönerung des Schulhofs mit Sitzgelegenheiten und einem Projekt zur Ameisenforschung. „Wir haben alle Geräte angeschafft“, berichteten Selina und Christina. Wirklich zufrieden waren sie trotzdem nicht: „Wir haben im Wald keine Ameisen gefunden, weil der Sommer zu kalt war“, bedauerten die beiden Schülerinnen. „Just Colour“ (Nur Farbe) hieß ein Projekt, mit dem das Kinderheim am St. Annastift von Schülern gestrichen wurde, und die Jugendlichen des Ernst-Bloch-Schulzentrums in Oggersheim stärkten die Schulgemeinschaft durch ein gemeinsames Gartenprojekt. Aus Oggersheim stammte auch das beeindruckendste Projekt: Der Wetterballon mit dem Januz, Bojan und Alexander erst vor zwei Wochen Daten aus 25 Kilometern Höhe gesammelt hatten (wir berichteten). Die Bilder aus der Stratosphäre mit der angebrachten Bordkamera beeindruckten gestern auch die anderen Schüler und Lehrer im Stadtratsaal und waren zugleich Ansporn für das nächste Jahr. (env)