Handball
Friesenheim setzt Stadtkrone auf
Am Ende lagen sie sich in den Armen. „Derbysieger“ schallte es aus den Kehlen der Oberliga-Damen der TSG Friesenheim. Die Erleichterung war bei den Schützlingen von TSG-Trainer Martin Buschsieper spürbar. Mit 34:26 (16:13) hatten die Eulen die Mundenheimerinnen dieses Mal besiegt. Der Lohn für den Derby-Erfolg: Beide Mannschaften tauschten die Tabellenplätze. Ludwigshafen ist nun Fünfter und Mundenheim Sechster in der Handball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. Während seine Spielerinnen den Erfolg im Derby genossen, blieb der Trainer gelassen. „Es ist ein Sieg. Es sind zwei Punkte. Für mich spielt es keine Rolle, dass es ein Derby war“, sagte Trainer Buschsieper.
Dabei lief es zunächst nicht nach Plan. Mundenheim startete deutlich abgeklärter und souveräner als die Gastgeberinnen, die bereits nach zehn Minuten mit 2:6 ins Hintertreffen gerieten. Dann kam die Auszeit. Buschsieper fand offensichtlich die richtigen Worte. „Wir waren einfach viel zu nervös, zu unkonzentriert und haben das gemacht, was wir nicht machen sollten“, haderte der Übungsleiter. Die Worte kamen bei seiner Mannschaft an. Denn nun zeigte die TSG ein anderes Gesicht. Die Aufholjagd begann. Jana Heidger, die überragende Spielmacherin Lara Schneider sowie Lucy Sulta trafen. Bereits nach 15 Minuten folgte der 7:7-Ausgleich, dem Maike Freitag gar die erste TSG-Führung des Abends folgen ließ. Zwar gelang den VTV nochmals die Wende, aber nach 22 Minuten war Friesenheim nicht mehr zu bremsen.
Im ICE-Tempo davongezogen
Das hatte zwei Gründe: Friesenheim suchte seine Torchancen über frühe Ballgewinne durch Gegenstöße sowie den Zuspielen zum Kreis. Andererseits wirkte die TSG-Abwehr deutlich aggressiver mit Kendra Little zwischen dem Pfosten als die VTV-Defensive. Nach dem 10:9 durch Katharina Scheid zogen die Gastgeberinnen mit vier Toren davon. „Wir sind mit zunehmender Spieldauer aus unserem Rhythmus gekommen. Wir waren aber auch in der Abwehr nicht so fokussiert und aggressiv genug, wie wir uns das vorgenommen haben“, klagte Trainer Engert: „Auch fanden wir gegen die Eins-eins-Situationen kaum einen Zugriff. Die Stoppfouls blieben aus.“ Mundenheim, das sich auf eine lautstarke Unterstützung der ersten Männermannschaft auf der Tribüne freuen durfte, bemühte sich um Schadensbegrenzung. Die Ex-Friesenheimerin Sandra Reis verkürzte auf 23:21. Aber danach „rauschten“ die Friesenheimerinnen dank Kapitänin Lara Schneider im ICE-Tempo davon: 30:22 nach 54 Minuten.
„Die Niederlage war sicherlich um einige Tore zu hoch. Das tut uns schon weh. Es lag aber nur an uns, dass wir uns so in der Schlussphase präsentiert haben“, kommentierte Engert. Dagegen freute sich Buschsieper, dass die Mannschaft „bei ihrer Abschiedssaison“ wieder viel Spielfreude gezeigt habe. Denn kommende Saison wird das Team mit der TSG Ketsch kooperieren.
So spielten sie
TSG Friesenheim: Little, Funke (n. E.) – Freitag (6/3), Schneider (11), Heidger (4) – Wallburg (1), Sulta (7) – Schreyer (2) – Kerth (2), Scheid (1), Schütz, Föllinger, Tack, Hessler.
VTV Mundenheim: Aulenbacher (1.- 30.), Hofmann (31.- 60.) – Reis (6), Wehr (3), Heiser (1) – Lohr (3), Ayleen Michel (3) – Köbele (1) – Fabienne Michel (1), Meyer (3/1), Götz (4), Stitzel (1), Werthmann, Hagedorn.
Spielfilm: 2:4 (6.), 5:7 (12.), 7:7 (16.), 8:9 (21.), 11:9 (22.), 14:9 (26.), 16:13 (30., Hz.), 18:16 (35.), 21:16 (40.), 23:18 (44.), 23:21 (48.), 26:22 (50.), 29:22 (54.), 32:24 (57.), 34:26 (60., Ende).
Siebenmeter: 4/3 – 4/1 - Zeitstrafen: 4:6 – Beste Spielerinnen: Schneider, Freitag, Sulta, Little – Reis, Götz - Zuschauer: 120 - Schiedsrichter: Bertram/Hahn (Kirn/Nieder-Olm).