Ludwigshafen
Friesenheim: Neue Wohnungen an Radrennbahn geplant
Südlich der Carl-Clemm-Straße sollen mit einer durchdachten Planung wildes Bauen und Wildwuchs verhindert werden. Über beide Vorhaben ist der Ortsbeirat auf seiner jüngsten Sitzung informiert worden.
Wie Stadtplanerin Anke Münzner bei der Vorstellung des Bebauungsplans „Neuwiesenstraße“ erläuterte, soll ein städtisches Grundstück in der Nähe der Radrennbahn, das aktuell lediglich als Parkplatz genutzt werde, umgewidmet werden. An Stellplätzen werde es auch künftig im nahen Umfeld keinen Mangel geben, prognostizierte sie. Einen „Parkdruck“ sah Münzner auf Nachfrage nicht. Bei der Offenlage der Planung hätten Bürger nur kleinere Anregungen gegeben, ein Vorschlag zur Dachbegrünung werde aufgegriffen. Den nötigen Abstand zu einem Stromleitungsmast zu wahren, sei Aufgabe der Architekten.
Die Neuwiesenstraße verläuft am nördlichen Ortsrand von Friesenheim. Auf der anderen Straßenseite gibt es bereits höheren Geschosswohnungsbau. Nach dem Satzungsbeschluss durch den Stadtrat im Sommer könne vielleicht noch in diesem Jahr der Bauantrag eingehen, stellte Münzner in Aussicht.
Mikroklima schützen
Etwas anders liegen die Verhältnisse für den neuen Bebauungsplan für ein Areal südlich der Carl-Clemm-Straße im alten Ortskern. Das 3,4 Hektar große Plangebiet erstreckt sich zwischen Sankt-Gallus-Straße und Friesenpark und reicht bis zur Sternstraße. In den vergangenen Jahren sei der Innenbereich der Wohnblöcke stark nachverdichtet worden. Bestehende Nebengebäude seien zunehmend zu Wohnzwecken umgenutzt worden.
Ziel der neuen Planung sei es, eine unkontrollierte Bebauung zu verhindern, damit in den Innenräumen genügend Grün für das Mikroklima erhalten bleibe, erläuterte Stadtplanerin Marlene Sawade. Gemäß der Regelung im neuen Bebauungsplan müssen 30 Prozent der Grundstücksfläche unversiegelt bleiben.
Kritik an Bauaufsicht
Weil bestehende Gebäude Bestandsschutz genießen, gelte diese Regelung für künftige Umbauabsichten, machte Sawade auf Nachfrage von Ortsbeiräten deutlich. Für einige Ortsbeiräte kommt die 30-Prozent-Regelung zu spät. „Solch einen Bebauungsplan würde ich mir für ganz Friesenheim wünschen“, meinte Ortsvorsteher Günther Henkel (SPD). Einen baulichen Wildwuchs beobachtet er auch andernorts im Stadtteil. Die Bauaufsicht der Stadtverwaltung komme ihren Pflichten nicht mehr hinterher, kritisierte Henkel.