Ludwigshafen
Freifahrten, Musik und Höhenfeuerwerk: Das Pfalzfest ist eröffnet
Nein, eine Premiere sei der Fassbieranstich für ihn nach einem halben Jahr im Amt nicht mehr: „Das ist schon mein zweiter“, scherzte Klaus Blettner, bevor er mit dem großen Holzhammer zur Tat schritt und mit zwei Schlägen vor dem White-Star-Riesenrad der Familie Göbel das Bierfass und damit auch das Pfalzfest eröffnete. Pünktlich zur Eröffnung zeigte sich nach den zuletzt trüben Tagen sogar die Sonne. „So stabil darf das Wetter gerne über die gesamte Veranstaltung bleiben“, war sich der Oberbürgermeister mit Schausteller Simon Herzberger einig. Zur Sicherheit dankte Blettner schon einmal „demjenigen, der sich um das Wetter gekümmert hat“.
Ansonsten ist beim Volksfest wieder alles für turbulente Festtage gerichtet, bietet der Festplatz vor der Eberthalle wieder jede Menge Abwechslung. Die hatten, in mittlerweile bewährter Zusammenarbeit, wieder Schausteller Andreas Göbel und Marktmeister Christian Diehl für die Ludwigshafener Marketinggesellschaft (Lukom) gemeinsam organisiert. „Die beiden sind ein eingespieltes Team“, lobte Lukom-Geschäftsführer Christoph Keimes.
Festplatz mitten im Park
Dabei sind es vor allem Göbels Kontakte, die den Festplatz füllen. „Das ist nicht immer einfach. Man braucht Kontakte zu Kollegen aus ganz Deutschland“, verriet das Mitglied der Wormser Schaustellerfamilie. Aber bei seinen zahlreichen Telefonaten mit den Kollegen aus der Republik, und auch darüber hinaus, helfe ihm ein großes Plus der Ludwigshafener Veranstaltung.
„Wir haben hier einen der schönsten Festplätze Deutschlands mitten im Park. Deshalb kommen die Kollegen gerne hierher.“ Und zwar eine ganze Menge, wie der Oberbürgermeister gezählt hatte: „Das sind sicher 50 Wohnwagen, in denen die Schausteller während der Veranstaltung mit ihren Familien hier leben.“
Zahlende Besucher hatten hingegen einen anderen Blick auf die Veranstaltung. „Ich freue mich auf die Wildwasserbahn, aber vielleicht fahre ich damit erst nächste Woche. Da soll es ja wieder wärmer werden“, sagte ein junger Mann, nachdem er beobachten konnte, dass die beiden mutigeren Damen vor ihm nicht ganz trocken aus dem „Big Splash“ zurückkamen. Noch bis zum 21. Juni bietet das Pfalzfest an der Eberthalle jede Menge Abwechslung.
Rasante Fahrgeschäfte
Adrenalinschübe verspricht zum Beispiel das Überschlag-Karussell „Night Fly“, für das Göbel sogar einen Kollegen aus Österreich gewinnen konnte. Und auch wenn die Überschläge und Drehungen vom sicheren Boden aus noch einigermaßen überschaubar wirkten – die Schreie der Mitfahrer und auch die blassen Gesichter und teilweise offenbar zittrigen Knie der Rückkehrer sprachen ein anderes Bild.
Zur Eröffnung hatten sich Schausteller und Lukom wieder ein ganz besonderes Bonbon ausgedacht, gab es bei vielen Fahrgeschäften eine halbe Stunde lang Freifahrten. „Das ist eine super Idee“, waren sich Camilla und Mandy aus Ludwigshafen einig. Die beiden Jugendlichen freuen sich schon auf weitere Besuche auf dem Pfalzfest.
„Grand Malör“ zum Auftakt
Andreas und Ruth Schreiner ließen es hingegen deutlich ruhiger angehen. Die beiden hatten sich schon früh einen Sitzplatz im Bier- und Weindorf gesichert, welches wieder von den Festwirten Kübler und Schüßler betrieben wird. „Es ist gemütlich, die Preise sind okay“, so das Ludwigshafener Ehepaar, das sich auf die Lokalmatadoren von „Grand Malör“ bei der Eröffnung freute. Nicht der einzige musikalische Höhepunkt über die zehn Tage. Und auch das Höhenfeuerwerk erfreute die Besucher. Es wird aufgrund der großen Begeisterung am kommenden Freitag noch einmal wiederholt.
Den besten Überblick über den Festplatz, den Ebertpark und zumindest Teile Friesenheims gibt es selbstverständlich an allen Tagen vom White-Star-Riesenrad, das sich in diesem Jahr an der Stirnseite vor der Eberthalle dreht und für ein attraktives Pfalzfest steht.