Ludwigshafen Frankenthaler Straße: Falschfahrer sorgen für Ärger
„Täglich beobachte ich hier Hunderte Autofahrer, die das Durchfahrtsverbot einfach ignorieren“, sagt Claus-Ralf Knecht. Der ehemalige Beigeordnete der Stadt spricht dabei von der Einbahnstraßenregelung zwischen der Bahnhaltestelle Hauptfriedhof und der Kreuzung Rohrlachstraße. Derzeit ist die Durchfahrt in Richtung Stadtmitte wegen parallelen Arbeiten an Kanal, Gleisen und Fernwärmeleitungen für Autofahrer untersagt. Auf Höhe des Hauptfriedhofs weisen zwei gut sichtbare Verbotsschilder auf die Regelung hin. Weiterfahren darf nur noch die Straßenbahn. Der öffentliche Nahverkehr wird in diesem Abschnitt abwechselnd aus beiden Richtungen über ein Gleis geführt.
Zögerlich nähert sich ein weißer SUV dem Durchfahrtsverbot. Der Fahrer schaut sich kurz um, dann fährt er einfach weiter – vorbei an den Schildern. Wenige Minuten später fährt eine Bahn aus der Gegenrichtung heran – knapp verpasst. Für Knecht sind solche Situationen Alltag. Er wohnt in der Frankenthaler Straße und blickt von seiner Wohnung direkt auf das Verkehrschaos. „Die Umleitungen sind den Leuten zu weit – also fahren sie einfach durch die Baustelle.“ An mangelnder Ortskenntnis könne es nicht liegen, denn die meisten Autos seien aus Ludwigshafen, berichtet der pensionierte Lehrer.
Anwohnern fehlen Kontrollen
Besonders ärgert Knecht, dass aus seiner Sicht zu selten kontrolliert wird: „Vor Wochen war die Polizei zuletzt hier – das ist zu wenig.“ Laut Polizei werden regelmäßig Kontrollen durchgeführt. Dass viele Autofahrer das Durchfahrtsverbot missachten, sei bekannt. Die Gründe könnten nach Angaben der Polizei erfahrungsgemäß Unachtsamkeit, Bequemlichkeit oder fehlende Ortskenntnis sein. Zwischen März und Juli gab es dieses Jahr acht Schwerpunktkontrollen. Dabei wurden insgesamt 110 Verstöße gegen das Einfahrtsverbot festgestellt und geahndet. Die letzte Kontrolle fand am 15. Juli statt. Zusätzlich werde der Bereich auch immer wieder im Regeldienst überwacht.
„Die Falschfahrer stellen auch eine Gefahr für die Anwohner dar“, sagt Knecht. Wer aus seiner Einfahrt komme, rechne nicht mit Fahrzeugen aus der falschen Richtung – das könne schnell zu Unfällen führen. Auch die Polizei teilt diese Einschätzung: Korrekt fahrende Verkehrsteilnehmer seien in solchen Situationen oft überrascht vom Gegenverkehr. Für Knecht geht es aber nicht nur um die mangelnde Verkehrssicherheit. Er kritisiert auch die fehlende Vorbildfunktion der Falschfahrer: „In der Straßenbahn sitzen viele Kinder und Jugendliche – die sehen, dass man sich einfach über Regeln hinwegsetzen kann.“ Für ein solches Verhalten habe er kein Verständnis.
Baustelle bis Ende 2027
Laut Stadtverwaltung werden die Bauarbeiten in der Frankenthaler Straße noch bis Ende 2027 andauern. Aus Sicherheitsgründen und für einen reibungslosen Straßenbahnbetrieb sei die Aufhebung des Durchfahrtsverbots nicht möglich. Somit dürfte die Verkehrslage in den kommenden Jahren sowohl Anwohner als auch die Polizei weiter beschäftigen.