Ludwigshafen Fröhliches Wiedersehen nach über 25 Jahren

Die einstigen Klassenkameraden schwelgten in Erinnerungen.
Die einstigen Klassenkameraden schwelgten in Erinnerungen.

Ein großes Hallo und so manches Wiedererkennungsproblem gab es beim Klassentreffen der Technikerschule, mit vollem Namen naturwissenschaftlich-technische Fachschule Ludwigshafen. Es ist der Prüfungsjahrgang 1973, der sich zum dritten Mal trifft. Das letzte Treffen war 1995, also schon wieder über ein Vierteljahrhundert her.

Die Idee für die Neuauflage hatte Günter Bohrmann, der Anlass war jedoch ein trauriger, nämlich der Tod eines Klassenkameraden. Acht der 18 einstigen Schüler sagten sofort zu. „Von einigen konnten wir leider keine Adresse ausfindig machen“, bedauert Werner Schön, mit 85 Jahren der Älteste am Tisch. Nach und nach treffen die ehemaligen Schüler ein. Einige erkennen sich sofort, bei anderen gibt es erst mal ein Stirnrunzeln, aber dann fällt der Groschen. Etwa bei Werner Peissig, der sich an Alois Niedermeier wendet: „Im Lebtag hätt’ ich dich nicht wiedererkannt. Du hattest früher viel mehr Locken.“ Volkmar Keller aber erkennt Werner Schön auf Anhieb: „Du hast dich nicht verändert“.

Die Technikerschule war damals gegenüber der Stadtbibliothek untergebracht. Außer Hartmut Knobloch arbeiteten alle in der BASF, Günter Bohrmann und Volkmar Keller sogar im selben Labor. Der Altersunterschied aber betrug in der Klasse über 15 Jahre. Hans Zeitler bekennt: „Ich bin gleich nach der Ausbildung auf die Technikerschule. Wenn ich gewartet hätte, wäre ich nicht mehr ins Lernen reingekommen.“

Unterricht auch samstags

Andere waren älter und hatten teilweise schon Kinder. Die Zusatzausbildung ging über sechs Semester, also drei Jahre Täglich war spät Unterricht von 17.30 bis 19 Uhr, mittwochs gar bis 21 Uhr und auch am Samstagvormittag. Gepackt haben es alle.

An die Prüfung können sich noch gut erinnern. Alois Niedermeier sei eigentlich ein Einser-Schüler gewesen. „Aber bei der mündlichen Prüfung hatte ich den totalen Blackout. Gerettet hat mich ein Anruf aus dem Mainzer Ministerium. Der Prüfer musste ans Telefon, kam nach zehn Minuten wieder, und dann lief es wieder wie am Schnürchen.“

Reichlich Anekdoten

Anekdoten über Lehrer gibt es zuhauf an diesem Abend: vom Lehrer für physikalische Chemie, der seine eigenen Aufgaben nicht lösen konnte; von einem anderen, der sich selbst in der binomischen Formel verhedderte und der jeden Schüler Franz oder Fritz nannte, egal wie sie hießen. Oder von einem, der gar seine Frau als Aufsichtsperson zur Klassenarbeit schickte. „Die las erst mal die Zeitung, und dann fiel ihr nach einer Viertelstunde ein, dass ihr Mann erlaubt hatte, dass wir die Bücher benutzen dürften. Genutzt hat das aber auch nichts“, erinnert sich Niedermeier.

Volkmar Keller kann sich an einen Lehrer erinnern, der an seinem Geburtstag einen Kasten Bier ausgab und an den Zeichenlehrer, der im Zwei-Jahres-Rhythmus dieselben Aufgaben in der Klassenarbeit benutzte. „Jeder hatte die vermeintliche Zeichnung dabei, und dann hat er ausgerechnet bei uns was anderes dran genommen!“

„Peissig motzt“

Natürlich gibt es auch den ein oder anderen Schwank über die Schüler selbst: Hans Zeitler lachend zu Werner Peissig: „Du hattest es mit allen Lehrern, beim Zeichenlehrer stand hinter deinem Namen: ,Peissig motzt’“. Und Hartmut Knobloch ist noch heute für seine viel zu großen Gefäße beim sogenannten Trennungsgang im chemischen Labor bekannt. „Ja ich habe immer die größten genommen, richtig wären eigentlich die kleinen gewesen“, lacht er über sich selbst.

Interna werden auch verraten. Von einer Kneipe hinter der Schule wird erzählt, bei der sich nicht selten mit einem Bier und auch mal einem Schnaps gestärkt wurde. Und bei der Erinnerung an eine Dame im Nachbarhaus, die samstags ihre Morgentoilette mit nacktem Oberkörper am Fenster verrichtete, müssen natürlich alle lachen.

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