Ludwigshafen Fotosession im Wasserwerk

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Industriekomplexe sind beliebte Fotomotive. Ganze Ausstellungen lassen sich damit füllen. Für Fotografen ist das BASF-Gelände deshalb ein wahres Paradies. Allerdings dürfen nur wenige Auserwählte dort auf den Auslöser drücken. Gestern wurde der Kreis der Erlauchten erweitert, denn im Wasserwerk hat ein betriebsinterner Fotoworkshop mit dem Mannheimer Fotografen Luigi Toscano stattgefunden.

Zum 150-jährigen Bestehen organisiert die BASF für Mitarbeiter aus aller Welt das ganze Jahr über besondere Veranstaltungen. Im Mutterwerk in Ludwigshafen findet die Aktion „Treffen Sie...“ statt. Aniliner haben dabei Gelegenheit, Menschen zu treffen, denen sie unter normalen Umständen eher nicht begegnen würden. Sportskanonen konnten mit Ironman-Weltmeister Sebastian Kienle für den SAP-Arena-Marathon trainieren, eine andere Gruppe schrieb Krimis mit dem Autor Wolfgang Burger. Jeder konnte sich für ein Treffen bewerben, die Teilnehmer werden per Losverfahren ausgewählt. Auf dem Programm stand auch ein Fotoworkshop mit Luigi Toscano, der unter anderem schon die Band Depeche Mode als Tourfotograf begleitet und regelmäßig Bülent Ceylan vor der Linse hat. Auch Architekturfotografie gehört zum Portfolio des Mannheimer Fotografen. Zehn Aniliner durften an dem Kurs teilnehmen. Als Inspirationsquelle diente das Wasserwerk Nord – Baujahr 1912. Die Klinker-Gebäude haben Atmosphäre, im Inneren gibt es jede Menge Pumpen, Wasserbecken und Rohre. „Diese vielen Linien ergeben interessante Perspektiven“, betonte Luigi Toscano. Er kennt die BASF gut, immerhin hat er im Unternehmen eine Lehre zum Anlagenmechaniker absolviert. Im Vorfeld habe er sich mehrere Gebäude auf dem Werksgelände angesehen, erzählte er. Die Entscheidung fiel am Ende für das Wasserwerk Nord, auch weil sich dort das Thema Energie, das im Jubiläumsjahr einen besonderen Stellenwert hat, gut in Bildern einfangen lässt. Damit die Kursteilnehmer schon einmal die möglichen Fotomotive abschätzen konnten, gab es zunächst eine Führung mit dem stellvertretenden Betriebsleiter Michael Zürker. Im Wasserwerk Nord wird das Kühlwasser aus dem Rhein gereinigt, bevor es ins Leitungssystem des Chemiekonzerns eingespeist werden kann. Später wird es dem Rhein wieder zugeführt. Frank Sanden kannte das alles schon, er war nämlich zehn Jahre Betriebsleiter des Wasserwerks Nord. Als begeisterter Hobbyfotograf hat er sich für den Kurs beworben. „Während meiner Zeit im Wasserwerk durfte ich ja nichts fotografieren“, erzählte Sanden bedauernd. „Das ist jetzt für mich natürlich eine tolle Gelegenheit.“ Auch Anke Claus war froh, dass es mit der Kursteilnahme geklappt hat. Normalerweise fotografiert sie zwar eher in der Natur: „Aber das ist jetzt ein toller Kontrast. Ich finde es spannend.“ Tipps vom Fachmann erhoffte sich Richard Markl. „Ich fotografiere meistens im Urlaub“, erzählte er. „Aber dann mache ich schon an die 5000 Bilder.“ Einen Tipp gab Luigi Toscano gleich zu Beginn seiner Ausführungen: „Wichtig ist nicht so sehr, was man für eine Kamera hat, sondern vor allem, welches Objektiv man benutzt.“ Die Kursteilnehmer hatten natürlich alle ihre Kameras im Gepäck, mache sogar ein Stativ. Von der Kompaktkamera bis zur Spiegelreflex war alles dabei. Nach dem Mittagessen gab es eine kurze Ideensammlung über die am besten geeigneten Motive. Toscano ging es auch darum, das Auge der Teilnehmer zu schulen und sie zu ermutigen, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Vor Ort erarbeitete er mit ihnen Pläne, wie sie ihre Motive am besten in Szene setzen konnten. Jeder durfte außerdem am Ende mit Toscanos Schmuckstück, einer Hasselblad-Kamera, fotografieren. Die Bilder, die mit dieser Kamera entstanden, kommen in eine Auswahl für eine Ausstellung zum Thema Energie, die im November für die Aniliner zu sehen ist.

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