Ludwigshafen „Finger weg von der Steckdose“

Warum geht das Licht an, wenn man auf den Schalter drückt? Wie Erzieherinnen in Kitas und Kindergärten kleinen Forschern auf diese und weitere Fragen rund ums Thema Strom antworten können, haben sie gestern in Vorträgen und Workshops beim Fachtag Elektrizität im Heinrich-Pesch-Haus (HPH) gelernt.
Dass Kleinkinder an so gut wie allem Interesse haben, ist allgemein bekannt. Wichtig ist, konstruktiv mit der Begeisterung und Wissbegierde der Kleinen umzugehen, vor allem für Erzieherinnen in Kitas und Kindergärten. Beim gestrigen Fachtag Elektrizität, den die HPH-Familienbildung im Rahmen der „Offensive Bildung“ der BASF veranstaltet hat, haben 115 Teilnehmer Einblicke bekommen, wie die Funktionsweisen von Stromkreisläufen und Motoren in die frühkindliche Erziehung eingebracht werden können. „Viele Menschen fragen sich, ob das Thema Elektrizität in Kindergärten überhaupt Sinn macht“, sagte Kerstin Hofmann von der Familienbildung, die die Veranstaltung moderierte. „Vor allem die Eltern machen sich Sorgen.“ Deshalb sei es auch unbedingt nötig, den Kindern klarzumachen, dass Strom sowohl faszinierend als auch gefährlich sein kann. „Dass großes Interesse von Seiten der Erzieher besteht, merkt man daran, dass Teilnehmer nicht nur aus Ludwigshafen, sondern aus der ganzen Metropolregion gekommen sind.“ Der Experimentalphysiker und ehemalige Lehrer Werner Stetzenbach aus Otterberg zeigte in seinem Vortrag anschaulich, wie die Erzieherinnen mithilfe einer Batterie, einem Nagel, einem Magneten und dem silbernen Papier eines Schokoriegels einen „Duplo-Motor“ bauen können. „Stromkreisexperimente, die wir früher mit Glühbirnen gemacht haben, lassen sich heute genauso mit modernen LED-Lämpchen machen“, informierte er. Ines Alt (22) aus Edigheim studiert seit September Sozialpädagogik an der Berufsbildenden Schule (BBS) in Ludwigshafen. „Es ist sehr spannend zu sehen, wie man bei den Kindern das Verständnis der Naturwissenschaften fördern kann“, meinte sie. „Das wird zurzeit noch etwas vernachlässigt und muss besser gefördert werden.“ Interesse am Thema bestehe jedenfalls genug. Am Nachmittag standen sechs verschiedene und von Experten geleitete Workshops auf dem Programm, in denen die überwiegend weiblichen Teilnehmer praktische Ratschläge erhielten und sich selbst am Bau von Stromkreisen und kleinen Motoren versuchen konnten. Die wichtigste Regel beim Umgang von Kindern mit Strom haben sie aber im Vortrag von Werner Stetzenbach gelernt: „Die Kinder müssen unbedingt wissen, dass sie die Finger von der Steckdose lassen sollen.“ (mnx)