Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Fest in West rockt den Stadtteil

Mit Frau: die „Poor Boys“.
Mit Frau: die »Poor Boys«.

Beschwingte Fete: Im Hof der Matthäuskirche ist am Freitagabend das traditionelle Stadtteilfest in West über die Bühne gegangen. Besucher aus der Nachbarschaft erwartete ab 18 Uhr eine gemütlich-zünftige Feier an der lauen Sommerluft – garniert mit Speis, Trank, Live-Musik und zwei prominenten Gästen.

„Wir stellen alle Flächen unserer Kirchengemeinde für das Fest zur Verfügung. Wir haben die Gesamtorganisation im Blick, kümmern uns um das Material in der Küche, die Infrastruktur und die Toiletten“, erklärte Kerstin Bartels, seit 2018 Pfarrerin in der Matthäuskirche, die Anordnung. Die 47-Jährige hatte das Kinderfest davor gemeinsam mit Petra Schmitt, der Vorsitzenden der Interessengemeinschaft (IG) West, geleitet und auch das Programm mitgestaltet. Weil es bereits da einen großen Zulauf an jungen Festbesuchern gegeben hatte, blickte Bartels schon mit Vorfreude auf das anschließende Stadtteilfest.

Kräfte gebündelt

Damit dieses überhaupt stattfinden konnte, mussten gleich mehrere Akteure bei der Organisation Kräfte bündeln – allen voran der Arbeitskreis „Go West“, der unter anderem aus der Ökumenischen Fördergemeinschaft hervorgeht. Drei- bis vier-mal im Jahr trifft sich der Kreis, um Stadtteilthemen aufzugreifen. Eine kleine Gruppe hat sich schließlich um die Realisierung des Stadtteilfests gekümmert. „Und zahlreiche ehrenamtliche Helfer standen uns auch zur Verfügung“, ergänzte Bartels. So brachten Nachbarn selbstgemachte Speisen mit. Um frisch gebratene Würstchen kümmerte sich der Förderverein der Kita Lummerland (West), für den Getränkeausschank war die IG West verantwortlich.

„Aus ihren eigenen vier Wänden locken“

„Das Fest soll Menschen aus ihren eigenen vier Wänden locken“, sagte Bartels. Bei leckerem Essen und heiterer Musik sollen sich Nachbarn begegnen und ein gemütliches Beisammensein genießen. Eine besondere Bedeutung hat das Stadtteilfest für Nord-Ortsvorsteher Osman Gürsoy: „Ich bin in West aufgewachsen. Deswegen habe ich einen tiefen Bezug zu dem Fest und den Menschen hier“, sagte der SPD-Politiker.

Zwei prominente Parteikollegen stießen bei der offiziellen Begrüßung dazu: Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck und Bundestagsabgeordneter Christian Schreider kamen um 14 Uhr in den kleinsten Stadtteil von Ludwigshafen, um die Party gemeinsam mit Gürsoy zu eröffnen. Dass das Stadtteilfest ans Kinderfest anknüpft, ist noch neu: Eine für das Kinderfest aufgebaute Bühne wird für das Stadtteilfest weiter genutzt. „Wir bündeln damit unsere Ressourcen und vermeiden zusätzliche Ausgaben“, erläuterte Gürsoy die Idee dahinter.

Gürsoy: Fest bleibt bestehen

Kurz nach Beginn des Erwachsenenprogramms schallte auch schon Rock- und Popmusik über das Areal. Die „Poor Boys“ – zu denen auch eine Frau zählt – spielten Hits aus den 80er- und 90er-Jahren und animierten mit ihrer energischen Art die Besucher zum Mitsingen. Diese saßen auf Bierbänken und ließen sich bald anstecken. In den Vorjahren wechselte das Fest zwar mehrmals den Standort. Doch eines bleibt laut Gürsoy unverrückbar: „Das Stadtteilfest wird auf jeden Fall fortbestehen. Es verbindet die kleine Gemeinde in West, egal in welcher künftigen Form.“

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