Ludwigshafen Feiern im Grünen hat Tradition

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Die Waldfeste in Mutterstadt sind weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt. In den Sommermonaten strömen am Wochenende wahre Heerscharen zur Walderholung, um in der Natur zu feiern. Gastgeber sind Mutterstadter Vereine und Institutionen.

Welcher Verein wann Waldfest feiern darf, legt in Mutterstadt die Arbeitsgemeinschaft Vorständekonferenz (AVK) fest. Dafür gibt es ein festes Reglement: „Jeder Verein ist regelmäßig dran“, erklärt Gunther Holzwarth, der geschäftsführende Beamte der Gemeinde und engagiertes Mitglied des 1. Handharmonika Clubs Mutterstadt. 15 Vereine müssen sich arrangieren, aber es gibt auch feststehende Termine: „Das erste Waldfest am 1. Mai richtet immer die SPD aus“, sagt Holzwarth. „Das letzte Waldfest macht immer die CDU.“ Die restlichen Termine teilen die anderen Vereine untereinander auf. Natürlich dürfe jeder Wünsche äußern, versichert Holzwarth. Dann wird in einer Sitzung der AVK entschieden und die Termine den Vereinen zugeteilt. In den Sommerferien und bei anderen Vereinsfesten fänden keine Waldfeste statt, fügt Holzwarth hinzu. Dabei wird auch darauf geachtet, dass die Vereine nicht immer in derselben Zeit ihr Waldfest feiern, damit jeder mal bei den begehrten Terminen feiern darf. „Die Waldfeste im Mai sind besonders beliebt“, weiß Gunther Holzwarth. Das liege daran, dass es die ersten Feste seien und deshalb immer viele Besucher kämen – wenn das Wetter mitspiele. „Jeder Verein bekommt abwechselnd mal einen frühen und mal einen späteren Termin.“ Wer ein Jubiläum feiert, wird bevorzugt. „Früher war da das Pfingstwochenende immer sehr begehrt“, erklärt der geschäftsführende Beamte. „Schließlich kann da der Verein drei Tage lang seine Kasse aufbessern.“ Doch heute sei das nicht mehr so. Der Grund: „Die Vereine finden immer schwieriger Helfer.“ Der demografische Wandel wird auch in den Vereinen zusehens spürbar. Immer mehr langjährige Helfer sagen aus Altersgründen ab, und manchen Vereinen fehlt der Nachwuchs. Damit ist eine echte Tradition in Gefahr, denn das Feiern im Wald hat eine lange Geschichte. Wann es die ersten Feste gab, kann man nicht genau bestimmen, doch bereits vor dem Zweiten Weltkrieg wurde im Wald gefeiert. In den 1950er-Jahren nahmen die Vereine die Tradition wieder auf. Im Lauf der Zeit stieg die Besucherzahl immer mehr an, die Waldfeste wurden für die Vereine zur lukrativen Einnahmequelle. Um Streitigkeiten über Termine zu vermeiden, führte man in den 1960er-Jahren das Vergabesystem ein. Allerdings waren diese Feste kein Vergleich zu heute: kein fließend Wasser, kein Strom, keine Küche, keine sanitären Anlagen. Heute bietet die Walderholung die entsprechende Infrastruktur. Deshalb können die Vereine eine breite Palette an Speisen und Getränken auffahren. Termine 30.4.-1.5. SPD-Ortsverband, 13.-14.5. Blaskapelle, 20.-21.5. Tischtennis-Verein, 27.-28.5. Geeßtreiwer, 3.-5.6. Fußballgesellschaft, 10.-11.6. Sportclub, 17.-18.6. Handharmonikaclub, 1.-2.7. MGV Frohsinn, 19.-20.8. CDU-Ortsverband, 23.-24.9. Oktoberfest Fußballgesellschaft, 21.10. Schlachtfest Gesangverein Germania |iak

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