Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel FC Arminia Ludwigshafen II befindet sich im Aufbruch

Innenverteidiger Massimo Rabia (Mitte) ist seit einigen Jahren Leistungsträger beim FC Arminia II.
Innenverteidiger Massimo Rabia (Mitte) ist seit einigen Jahren Leistungsträger beim FC Arminia II.

Eine Rasselbande und zwei Oldies sollen das Reserveteam der Arminia in der A-Klasse Rhein-Pfalz wieder in die Erfolgsspur zurückbringen.

Der FC Arminia Ludwigshafen II ist nach den Worten von Trainer Marco Dybowski ordentlich in die neue Saison gestartet. „Diese Einschätzung bezieht sich weniger auf die bisherigen Ergebnisse, sondern auf die Leistungen des Teams“, sagt der Coach. Die Arminen sind zwar nach fünf Partien noch sieglos, spielten aber schon dreimal unentschieden und belegen Rang zwölf. „Wir waren oft die bessere Mannschaft und müssten mehr Punkte auf dem Konto haben“, ärgert sich Dybowski, der bei einer Firma, die sich mit Filtration beschäftigt, im Vertrieb arbeitet, über den bislang dürftigen Ertrag. Er ist aber sicher, dass die junge Mannschaft lernen wird und sich Siege in Kürze einstellen werden. Ziel ist ein gesicherter Mittelfeldplatz.

Ein Sieg war schon am Sonntag gegen den FC Arabia Frankenthal (4:4) möglich. „Zu Beginn sind wir in Führung gegangen, haben noch einen Elfmeter vergeben und sind dann 1:2 in Rückstand geraten“, spricht der Trainer über den Spielverlauf. Nach dem Wechsel schoss die Arminia binnen zehn Minuten drei Tore, der Erfolg war greifbar. In den letzten Minuten glichen die Frankenthaler aber noch aus. „In einer ruppiger und hektischer werdenden Begegnung haben wir in einigen Momenten eingeschüchtert gewirkt und den Faden verloren“, schildert Dybowski die Endphase. Vor dem 4:4 sei der Ball klar im Toraus und der folgende Elfmeter für den FC Arabia sehr umstritten gewesen.

Der Trainer sieht dennoch von Woche zu Woche Fortschritte. „Die Entwicklung ist sichtbar, wir spielen einen gut anzusehenden Fußball“, versichert der 47-jährige Dybowski. Das Manko sei die miese Chancenverwertung, die ein großes Thema darstelle, obwohl das Team in fünf Partien schon zehn Treffer erzielt hat. Exemplarisch zieht der Coach die Begegnung bei Aufsteiger VfR Friesenheim (1:1) heran, als die Arminen „sechsmal frei vor dem gegnerischen Torwart“ aufgetaucht seien. Da müsse noch nachjustiert und die letzten Prozente herausgekitzelt werden, um mit dem absoluten Willen und Überzeugung das Tor machen zu wollen.

Der Kader hat sein Gesicht enorm verändert. Unter den 27 bis 28 Spielern sind 14 Neuzugänge, viele von den eigenen A-Junioren. Drei von ihnen gehören schon zum Stamm und wenn man bedenkt, dass die Brüder Felix und Anton Funk bisher verletzungsbedingt kaum Akzente setzen konnten, sei in Zukunft noch einiges von der neuen Arminia zu erwarten. Dabei musste der FCA einen herben Rückschlag wegstecken. Rückkehrer Gil Cruz zog sich in einem Testspiel einen Kreuzbandriss zu. „Er war richtig aufgeblüht, der Wortführer und mein verlängerter Arm auf dem Platz. Er fehlt uns sehr, als Spieler genauso wie als Typ. Er ist eigentlich unersetzlich“, bedauerte Dybowski.

Die extrem junge Mannschaft kann sich auf zwei Routiniers stützen. Blerim Gashi (47), der im defensiven Mittelfeld als Aktivposten agiert und Frank Wieschalla (49). Der frühere Torjäger ist für Kurzeinsätze immer eine Option. „Er hilft, puscht und gibt Tipps. Frank tut uns auch im Training gut, weil er richtig Bock hat“, lobt der Trainer. Dies ist der Status bis zu dem Zeitpunkt, an dem Wieschalla selbst wieder ein Traineramt übernimmt. Die beiden Oldies können ihren jungen Mitspielern sicherlich auch in den Bereichen Selbstsicherheit und Selbstvertrauen ein Stück weiterhelfen. Ein Pluspunkt ist auch der vom LSC gekommen Luca-Noel Kasperczyk, der mit vier Toren die vereinsinterne Torschützenliste anführt.

Marco Dybowski, Sohn des früheren MSV-Edeltechnikers Peter Dybowski, hat selbst für die Arminia gespielt, musste aber früh aufhören, weil die lädierte Kniescheibe Fußball nicht mehr zuließ. Über die Trainerstationen SV Schauernheim und LSC-B-Junioren kam er zur Arminia zurück. Er hörte vor 14 Jahren auf, als seine Tochter Sophia geboren wurde. Im Sommer folgte die Rückkehr als Coach des Reserveteams, woran seine früheren Mitspieler, Betreuer Andreas Glück und Co-Trainer Joschi Imhof, großen Anteil hatten. Mit Sören Breininger gibt es einen weiteren Co-Trainer, Nils Kohlgrüber kümmert sich um die Torhüter. Auch seine Tochter gab ihm mit den Worten „Papa, es wird Zeit, dass Du wieder auf dem Fußballplatz gehst“ grünes Licht.

x