Ludwigshafen Fasziniert von der Technik

Philip Wande (links) und ein Teilnehmer des Video-Workshops machen sich mit einem Selfie-Stick vertraut.
Philip Wande (links) und ein Teilnehmer des Video-Workshops machen sich mit einem Selfie-Stick vertraut.

«Dannstadt-Schauernheim.» Die Jugendpflege Dannstadt veranstaltet vom 24. August bis 14. September zum ersten Mal einen kostenlosen Video-Workshop für Jugendliche. Bei freier Themenwahl werden im Kulturhof Schrittmacher Kameraarbeit und Schnitt ausprobiert. Eine bunt gemischte Gruppe mit unterschiedlichen Vorkenntnissen und riesiger Motivation traf sich zum ersten Termin.

Die Harry-Potter-Filme kennen alle, die Tricks dahinter nur wenige. Zum Workshop gehört auch eine theoretische Abhandlung über Filmtricks, gebührenfreie Musik und Persönlichkeitsrechte. Mit diesem theoretischen Hintergrund starten die Jugendlichen in die Praxis. Der Workshop, der für Teilnehmer ab 13 Jahren gedacht war, hat auch zwei fitte Neunjährige aufgenommen. Julian und Yannik haben zwar nur wenig Erfahrung, dafür aber mit die meisten Ideen. Felix kommt schon seit sieben Jahren in den Jugendtreff, macht Youtube-Videos mit Freunden und hat auch eine Kamera zu Hause. Auch der 13-jährige Leon hat Erfahrung mit Schnittprogrammen und zudem ein ausbalanciertes Handstativ. Egal, ob erfahren oder nicht, sobald die Technik ausgepackt wird, sind alle fasziniert. Per ausgeklügeltem System können die Teilnehmer am neuen Computer des Jugendzentrums Festplatten einschieben oder ausbauen, je nachdem, ob der Computer als Internetrechner genutzt wird oder eben als Schnittrechner. Auf Kameras und Filmequipment wurde zunächst verzichtet. „Wir wussten ja nicht, ob überhaupt Interesse besteht“, begründet das Philip Wande. Der Bufdi, kurz für Bundesfreiwilligendienst, leitet den Workshop und hat seine eigene Kamera dabei. Auch ein Teilnehmer kann mit einer Actionkamera überraschen. „Wenn man selbst mal Videos gemacht hat, schaut man die Filme im Fernsehen oder Internet ganz anders. Man weiß, dass da vieles nicht echt ist, und das finde ich gerade in Zeiten von Fake-News sehr wichtig“, erklärt Jugendpfleger Thomas Göhner, der das junge Team bei Fragen unterstützt. Er will den Jugendlichen mit dem Workshop die Augen öffnen. Im Abschlussfilm wird dann nur gezeigt, womit alle einverstanden sind. Auch eine andere Regel ist für alle verbindlich. Fingerabdrücke auf dem Objektiv gehen gar nicht, Brillenträger kennen das. Sonst ist alles erlaubt, und die Ideen sprudeln nur so: Werbung verulken, Musikvideos drehen, Stoptricks machen. Die Hausaufgabe ist, ein Lieblingsgenre und eine konkrete Idee auszuwählen. Dabei muss niemand Angst haben, dass er vor die Kamera muss. Keiner wird gezwungen, doch es finden sich auch sofort drei Freiwillige. Das Ziel ist nicht die Veröffentlichung, sondern dass alle Spaß haben und etwas lernen, meint Göhner. Ausprobieren und Kreativsein stehen im Mittelpunkt. Bis 14. September soll der Workshop gehen, aber er kann - je nach Motivation – auch fortgeführt werden. Der Workshop-Leiter ist jedenfalls schon jetzt über die Motivation seiner Gruppe hocherfreut und hofft, mehr Jugendliche für das Videomachen begeistern zu können. Infos zum Video-Workshop gibt es unter Telefon 06231/401-0.

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