Ludwigshafen Für die Fachleute von morgen

Im Labor: Greta, Michael Heinz und Sophie (von links).
Im Labor: Greta, Michael Heinz und Sophie (von links).

Die BASF-Schülerlabore feiern runden Geburtstag. 800.000 Kinder und Jugendliche waren hier in den vergangenen 20 Jahren auf Entdeckungsreise. Mittlerweile wird die Erfolgsgeschichte in über 40 Ländern fortgeschrieben. Allein im Vorjahr hat die BASF 16,7 Millionen Euro in Bildung investiert – über ein Drittel des Etats des gesellschaftlichen Engagements.

„Was vor 20 Jahren mit einer interaktiven Ausstellung zum Thema Chemie am Standort Ludwigshafen begann, hat sich zu einem globalen Erfolg entwickelt“, freute sich Vorstandsmitglied und Standortleiter Michael Heinz. Noch in diesem Jahr eröffnet die BASF Schülerlabore unter anderem in Brasilien, Kenia und Griechenland. Seit 2011 können die Experimente auch unter fachkundiger Anleitung von Maskottchen „Dr. Blubber“ im „Virtual Lab“ zu Hause entdeckt werden. „Wir fördern die naturwissenschaftlichen Kompetenzen, denn die Kinder von heute sollen einmal die Fachleute von morgen werden“, sagte Heinz. Bei Vanessa Augustin hat das gut funktioniert. „Ich war 1999 zum ersten Mal im Schülerlabor“, berichtet die Maudacherin, die hier zunächst mit ihrer Alfred-Delp-Grundschule zu Gast war und später die Schülerlabore auch mit dem Theodor-Heuss-Gymnasium besuchte. „Ich hatte gute Lehrer, die mein Interesse für Naturwissenschaften gefördert haben“, berichtet sie. Heute unterrichtet sie selbst angehende Chemikanten in einer Mannheimer Berufsschule, hat zum Ende ihres Studiums für eineinhalb Jahre auch als Betreuerin im Schülerlabor mitgearbeitet. Gestern war sie noch einmal an der alten Wirkungsstätte eingesprungen, zeigte Greta, Aaron, Laura und allen anderen Drittklässlern der Grundschule Römerberg-Berghausen, wie sie feststellen, ob eine Zitrone mehr Vitamin C enthält als Zitronensaftkonzentrat. „Das ist Teil unseres neuen Experimentierprogramms ,Clever Foodies’ zum Thema Ernährung“, erklärte Daniela Kalweit, Leiterin der externen Bildungsaktivitäten am Standort Ludwigshafen. Die acht- bis zwölfjährigen Schüler sind dabei den Inhaltsstoffen und besonders den Vitaminen von Obst und Gemüse auf der Spur. „Je mehr sich das Teststäbchen dunkelblau verfärbt, desto mehr“, erklärte Betreuerin Petra Reuschenbach den Jungen und Mädchen, ehe auch schon jeder selbst Paprika, Orangen und Radieschen untersuchen durfte. „Wir sind in diesem Jahr schon zum zweiten Mal hier“, verriet Klassenlehrerin Carola Sommer. „Im April hatten wir das Thema Wasser, und als wir von dem neuen Programm gehört haben, wollten die Kinder unbedingt wieder hierherkommen.“ Denn anstelle einer großen Geburtstagsparty feiern die Schülerlabore ihr Jubiläum mit dem neuen Programm. „Schließlich wollen wir noch möglichst vielen Kindern die Gelegenheit zum Experimentieren geben“, so Kalweit. Und das Thema der gesunden Ernährung habe sich dafür – aus globaler Sicht – angeboten. „Wir orientieren uns damit an UN-Richtlinien.“ Mit dem Jubiläumsprogramm wurde Begleitmaterial entwickelt, das die Experimente auch zu Hause ermöglicht. „Eine runde Sache und eine echte Erfolgsgeschichte“, meinte auch Vorstand Heinz. So besuchten von den rund 800.000 Kindern und Jugendlichen der vergangenen 20 Jahre etwa 95.000 Kinder die Schülerlabore im Jahr 2016 – 19.500 davon waren in Ludwigshafen zu Gast. „Aber wichtiger als Zahlen ist die Begeisterung der Kinder, die wir dadurch geweckt haben“, betonte Kalweit. „Wir vermitteln hier die Freude am Forschen und Entdecken.“ Und das funktioniert seit 20 Jahren hervorragend, wie die zahlreichen Briefe mit bunten Bildern beweisen, mit denen sich die Schulklassen regelmäßig für den Besuch bedanken.

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