Ludwigshafen Für 90 Prozent ein sicherer Job

Ein wichtiger Schritt für 930 Nachwuchs-Aniliner: Sie starten am Standort Ludwigshafen in ihr Berufsleben.
Ein wichtiger Schritt für 930 Nachwuchs-Aniliner: Sie starten am Standort Ludwigshafen in ihr Berufsleben.

NH2 ist das chemische Zeichen für „Anilin“. Rund 930 junge Menschen bildeten gestern das chemische Symbol. Für sie begann damit die Ausbildung im BASF-Stammwerk Ludwigshafen. Insgesamt hat im Unternehmen gestern für 1200 Auszubildende die Lehrzeit begonnen.

„Für uns ist das immer ein spannender Tag“, sagte Ausbildungsleiter Richard Hartmann. „Da sieht man im Werk immer so viele Grüppchen junger Leute mit fragenden Gesichtern.“ Eine Mischung aus: Was kommt hier auf mich zu? War es die richtige Entscheidung? Und purer Überwältigung von der Größe des Werks stehe in den meisten Blicken. Gemeinsam mit den Ausbildern und auch den Azubis aus dem vergangenen Jahr versuchte Hartmann die Berührungsängste der jüngsten Generation von „Anilinern“ abzubauen. „Die Zukunftsaussichten sind hervorragend.“ Immerhin übernehme das Werk rund 90 Prozent der Auszubildenden, und dies in der Regel in ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis. Immerhin sollen sie als künftige Fachkräfte die Erfolgsgeschichte der BASF in den kommenden Jahren weiterschreiben. Mit rund 220 Auszubildenden bilden die angehenden Chemikanten nach wie vor die größte Gruppe unter den 690 Berufsanfängern in Ludwigshafen. Weitere 240 junge Menschen werden hier in einem der Startprogramme im Ausbildungsverbund in den kommenden zwölf Monaten auf eine Berufsausbildung vorbereitet. Hier geht die BASF neue Wege: „Jetzt öffne mal den linken Hebel und drücke im Anschluss den Startknopf“, erklärte Ausbilder Alexander Karle dem Berufsanfänger Kosta Burojevic. Der erlebt die Kreiselpumpe aus nächster Nähe und doch wieder nicht. „Virtual Reality“ gehört mit der neuen Generation zu den Ausbildungsinstrumenten, mit denen die Lehrlinge gefahrlos ihr neues Arbeitsumfeld kennenlernen. „Wir können sie ja nicht an die realen Anlagen lassen“, so Hartmann. Burojevic fühlt sich aber auch mit der Brille schnell vertraut. Vielleicht liegt es an seiner Lebenserfahrung. „Ich habe erst Abitur nachgemacht und schon eine fertige Ausbildung als Anlagenmechaniker“, berichtete der 31-jährige Ludwigshafener. Anne-Kathrin Rapp war zielstrebiger. Die 19-Jährige hat sich direkt nach dem Fachabitur für eine Ausbildung entschieden. „Meine Eltern sind auch Chemikanten und haben mir den Beruf schmackhaft gemacht“, sagte die junge Frau aus Elmstein. Beide Lebensläufe seien keineswegs ungewöhnlich: „Wir haben viele Auszubildende mit Verwandten im Werk, und auch Lebensläufe mit Brüchen gehören mittlerweile zum Alltag“, sagte Karle. Die Bewegung auf dem Ausbildungsmarkt hat auch Richard Hartmann registriert: „Wir erhalten zwar noch so viele Bewerbungen wie früher, aber wir müssen dafür die Bewerbungsphase länger öffnen.“ Außerdem kommen etwa durch Studienabbrecher oder Abiturienten, die sich erst kurz vor Toresschluss für eine Ausbildung entscheiden, auch gegen Ende noch sehr gute Bewerbungen ins Haus. Immerhin: „Wir haben alle ausgeschriebenen Ausbildungsplätze besetzt“, so Hartmann. In den Startprogrammen gebe es hingegen noch Platz. Das liege daran, dass Unternehmen mittlerweile offensichtlich auch Bewerbern ein Stellenangebot machen, die die Voraussetzungen eigentlich noch nicht erfüllen. „Leute, die vor zehn Jahren noch Probleme gehabt hätten, eine Stelle für die Nachqualifizierung zu finden, erhalten heute einen Ausbildungsplatz“, beschreibt er die Veränderungen auf dem Ausbildungsmarkt. Sorgen, die sich die 930 Berufsanfänger von gestern nicht machen müssen. Sie alle erhalten bei der BASF eine zukunftsorientierte Ausbildung. Das wissen Neele Geener und Milos Ignijc, die ihren großen Tag schon vor einem Jahr hatten. Sie wissen auch noch genau, wie sich ihre Nachfolger fühlen: „Der erste Tag ist ganz schön aufregend.“ Irgendwo in Lu

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