Handball
Eulen: Zum Drittliga-Auftakt Wiedersehen mit Stefan Hannemann
Nach über sechs Wochen Vorbereitung startet der Handball-Zweitligist Eulen Ludwigshafen in die kommende Spielzeit. Zum Auftakt vor heimischer Kulisse (Montag, 19.30 Uhr) empfängt die Mannschaft des neuen Cheftrainers Johannes Wohlrab Zweitliga-Aufsteiger TuS Vinnhorst.
Dabei bestreiten die Niedersachsen schon ihr zweites Pflichtspiel, nachdem sie im DHB-Pokal dem Ligakonkurrenten HSG Nordhorn-Lingen mit 30:35 unterlegen waren. Einige Akteure aus dem Eulen-Kader feiern zum Saisonauftakt ein Wiedersehen mit Stefan Hannemann – fast drei Jahre nach dessen Abschied aus Ludwigshafen.
Hannoveraner Stadtteil
Der 27-jährige Torwart, der zum Ende der Saison 2019/20 und damit während der abgebrochenen Bundesliga-Spielzeit den Verein in Richtung TuS Fürstenfeldbruck verließ, kehrt am kommenden Montagabend wieder in Friedrich-Eberthalle zurück. Nach einem Jahr im Vorort von München zog es den gebürtigen Wetzlarer direkt nach Niedersachsen zum TuS Vinnhorst in einen Stadtteil der Landeshauptstadt Hannover.
Es ist jetzt die dritte Saison für den Hessen, der aus der Jugend der HSG Wetzlar stammt. Mit dem inzwischen zweifachen Vater (Sohn Oskar, eineinhalb Jahre, halbjährige Tochter Lilli) schafften die Niedersachsen erst in den letzten Wochen der Aufstiegsrunde im dritten Anlauf in Folge auch den Sprung in die Zweite Liga.
Zeit geworden
„Es war Zeit, dass wir jetzt den Sprung geschafft haben. Deshalb freuen wir uns umso mehr, in der Zweiten Liga spielen zu dürfen“, erklärt Hannemann. „Dass es gleich zum Auftakt gegen seinen alten Verein geht, ist umso schöner. Und wenn ich ehrlich bin, es kribbelt jetzt schon bei mir“.
Hannemann musste nach seinem Abgang eine lange Leidenszeit von über sechs Monaten überstehen. Wasser in der Lunge zwang ihn zu einer Pause. Jetzt freut er sich auf das Wiedersehen mit Pascal Durak, Alexander Falk, Max Haider und Jannek Klein – eben jenen Kollegen, die bei seinem Abschied Mitte 2020 das rote Trikot der Eulen trugen.
Rote Wand
Dabei macht er auch kein Geheimnis daraus , dass der eine oder andere Kontakt noch bestehe und so manche WhatsApp- Nachrichten ausgetauscht werde. „Ich freue mich auf die Fans in der Eberthalle, aber auch, die Halle mal von der anderen Seite zu erleben.“
Er erinnert sich auch an „die rote Wand“ und an die Unterstützung der Fans um ihren ehemaligen Fanclub-Chef Peter Ackermann. Sie hätten ihm in „der schwierigen Zeit“ beigestanden. „Der Abbruch der Spielzeit kam mir entgegen, denn ich konnte die Erkrankung vollständig auskurieren“, erinnert sich der Lehramtsstudent in den Fächern Sport und Russisch noch an jene Phase.
Andere Prioritäten
Noch ist er an der Universität Heidelberg eingeschrieben, aber seine Prioritäten haben sich inzwischen verschoben. Sein Engagement für Studium hat er bedingt durch den Wohnortwechsel und die Familie deutlich reduziert. „Während der Pandemie habe ich die Chance für E-Learning genutzt und bin nur zu den Prüfungen nach Heidelberg gefahren. Auch heute nutzte ich noch die Möglichkeiten per Online, sofern sie angeboten werden“, erzählt der Torhüter, der noch bis zum 30. Juni bei den Hannoveranern unter Vertrag steht.
Hannemann: „Nach meinem Karriereende möchte ich das Studium schon zu Ende bringen, um dann als Lehrer beruflich tätig zu sein.“ Sein Fokus liegt auf dem Handball. „Wir wollen in der Liga Fuß fassen, möglichst schnell viele Punkte holen und frühzeitig den Klassenerhalt sichern“, sagt er. „Ganz wichtig ist, dass wir uns als Mannschaft auch eine Klasse höher weiterentwickeln“.
Dabei macht der Torhüter mit der Nummer 21, das an seinen Geburtstag am 2. Januar erinnert, klar, dass er darauf heiß ist, „was jetzt noch kommen wird. Wir haben einige Spieler, die die Zweite Liga kennen. Und in der Aufstiegsrunde sind wir als Mannschaft noch weiter zusammengerückt“, stellt Hannemann fest und verspricht einen interessanten Saisonauftakt. „Wir werden versuchen, in Ludwigshafen die ersten Punkte zu holen.“