Handball
Eulen-Rückkehrer Trost macht den kleinen Unterschied
Beim Sechs-Null-Lauf der Eulen gegen Hagen brillierte „Sebi“, wie seine Kameraden Sebastian Trost nennen, mit seinen Anspielen an den Kreis zu Max Haider. Dazu machte er aus sechs Würfen vier Treffer. Hagen führte mit vier Toren Vorsprung. Es drohte die Niederlage. Aber Cheftrainer Michel Abt brachte Trost, seinen langjährigen Schützling und Neuzugang von den Rhein-Neckar Löwen II, der sich als abschlusssicherer Rückraumschütze und Ideengeber erwies.
„Da muss ich Sebi ein Kompliment machen, da hat er die richtigen Entscheidungen getroffen und viel Übersicht bewiesen“, sagt Abt. Worte, die ihn zusätzlich motivieren. „Die Hagener sind sehr früh rausgekommen, deshalb habe ich dann weniger geworfen, mehr die Lücken zu Max genutzt. Das hat sich aus der Situation ergeben“, meint Trost, der zuletzt zweimal gegen Nettelstedt-Lübbecke und Coburg verletzt fehlte. „Ich hatte zuvor eine gute Trainingswoche, ich bin wieder gut ins Spiel gekommen, ich bin sehr zufrieden, es fühlt sich nach der Zwangspause gut an.“
HC Elbflorenz seit fünf Spielen ohne Sieg
Diesen Trend wollen die Eulen Ludwigshafen, die nach dem gestrigen Vormittagstraining sich auf den Weg nach Dresden machten, heute beim HC Elbflorenz (19.30 Uhr, Ballsport Arena Dresden) fortsetzen. „Das ist eine schwierige Aufgabe. Dresden hat große Qualität“, betont Eulen-Trainer Abt, der nicht nur um die „sehr variable Abwehr“ der Sachsen weiß, die mit Marino Mallwitz von den Würzburg Wölfen einen der besten Torhüter der Liga verpflichtet haben. Die Sachsen sind seit fünf Spielen ohne Sieg, sicherten aber zuletzt zwei Unentschieden bei der HG Konstanz und beim HSC 2000 Coburg. Deshalb wird die Partie kein Zuckerschlecken.
„Wir werden auch diesmal wieder an unsere Grenzen gehen müssen. Wenn wir wieder so emotional wie in der zweiten Hälfte gegen Hagen auftreten und 110 Prozent geben, dann werden wir auch eine Chance haben“, erzählt der angehende Wirtschaftsinformatiker Trost, der gerade sein Praktikum bei SAP beendet hat und im kommenden Frühjahr noch seinen Master anstrebt. „Wichtig ist, dass wir uns in der Abwehr weiter steigern, kompakter stehen, weniger als 30 Tore bekommen und uns Vorteile im Angriffsspiel erarbeiten. Da ist auch der Druck, bei jedem Angriff ein Tor erzielen zu müssen, nicht so groß“, so Trost.
Trost sieht Konkurrenz auf seiner Position gelassen
Der gebürtige Nusslocher, der inzwischen in Ludwigshafen wohnt, hat sich bei den Eulen schnell etabliert und fühlt sich wohl. Dass mit Julius Meyer-Siebert und Marc-Robin Eisel zwei weitere Akteure im linken Rückraum im Kader stehen, nimmt er gelassen. Er sieht sich keinesfalls in einem Konkurrenzkampf mit seinen Kollegen. „Wir verstehen uns ausgezeichnet, wir freuen uns über jedes Tor, egal, wer getroffen hat. Wir helfen uns gegenseitig“, meint der spielintelligente Rückraumspieler. Er lobt ausdrücklich die Gemeinschaft, den Zusammenhalt und ist auch froh, ein Teil des Teams zu sein. „Es war die richtige Entscheidung, zu den Eulen zu gehen. Meine Spielweise und meine Ergebnisse zeigen, dass der Sprung von der Dritten in die Zweite Liga funktionieren kann. Ich habe aktuell sehr viel Spaß daran.“
Über die Zeit bei den Rhein-Neckar Löwen macht er sich deshalb wenig Gedanken. „Sicherlich war es eine tolle Zeit bei den Löwen, und sie sind mir auch ans Herz gewachsen, aber das ist aktuell nicht mein Thema. An oberster Stelle stehen die Eulen Ludwigshafen, da habe ich noch bis 2024 Vertrag und darauf konzentriere ich mich.“
Trost freut sich einfach auf die nächsten Herausforderungen. Spätestens, wenn er am Mittwochabend die Ballsport Arena in der sächsischen Landeshauptstadt betreten wird, dann wird es auch bei ihm wieder kribbeln. „Da werde ich wieder etwas aufgeregt sein. Das ist doch normal, aber auch gesund und gibt einem ein gutes Gefühl“, verrät der 1,92 Meter große Rückraumspieler. „Spätestens nach den ersten Minuten legt sich das wieder“, freut sich Trost auf seinen sechsten Einsatz in Liga zwei und hofft, die nächsten Zähler einfahren zu können. „In dieser Liga kann jeder jeden schlagen.“