Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Eulen-Neuzugang Kian Schwarzer soll Lücke auf linker Außenbahn schließen

Linksaußen Kian Schwarzer kam vom TBV Lemgo zu den Eulen.
Linksaußen Kian Schwarzer kam vom TBV Lemgo zu den Eulen.

Der 24 Jahre alte Saarländer freut sich, wieder näher an seiner Heimat zu sein. Einer seiner Wünsche hat sich noch nicht erfüllt.

Von Jochen Willner

LUDWIGSHAFEN. Zumindest von seinem Namen gilt er als der prominenteste Neuzugang. Das hat auch einen besonderen Grund. Kian Schwarzer, der in der kommenden Saison die Lücke nach dem Weggang von Enes Keskic auf der linken Außenbahn schließen soll, ist der Sohn von Christian „Blacky“ Schwarzer, dem Weltmeister von 2007 und Handballer des Jahres 2001. Der Vater, der beim TV Niederwürzbach, beim FC Barcelona, dem TBV Lemgo und bei den Rhein-Neckar Löwen am Ball war und unzählige Erfolge feierte, ist auch heute noch sein größter Förderer.

„Er ist für mich ein Vorbild, der perfekte Ratgeber, aber auch derjenige, der mir auch vieles im Handball mit auf den Weg gegeben hat“, erzählt Schwarzer. So verbrachte Schwarzer senior, der frühere Nachwuchs-Bundestrainer, auch viele Stunden alleine mit seinem Filius in der Halle, als er damals beim SV 64 Zweibrücken den Sprung von der Position des Kreisläufers zum Linksaußen gewagt habe.

Chance auf mehr Spielzeit

Ein Schritt mit Folgen. Denn beim Probetraining beim TBV Lemgo, seinem letzten Arbeitgeber konnte er sich dann für einen Profivertrag empfehlen und erhielt zunächst einen Einen-Jahresvertrag, der auch später nochmals um eine weitere Spielzeit verlängert. Aber jetzt ist er zurück. Wieder näher bei seiner Heimat. „Nachdem Lemgo mir im Oktober des letzten Jahres signalisiert hat, dass mein Vertrag nicht verlängert wird, kam für mich schon der Gedanke, einen Schritt zurückzugehen, um noch mehr Spielzeit zu erhalten“, erzählt der 24-jährige.

Da kam auch schon im Februar die Anfrage von den Eulen Ludwigshafen. „Die Gespräche mit Lisa Hessler und Michel Abt haben mich überzeugt, auch weil ich hier die Chance habe, mehr Spielzeiten zu bekommen und auch zusätzlich Verantwortung zu übernehmen“, erzählt Schwarzer. „Dann freue ich mich auch, mit meinen beiden besten Freunden Tim Schaller und Marc Robin Eisel in einer Mannschaft zu sein“. Erinnerungen an die Zeiten beim SV 64 Zweibrücken werden wurden wach. Dabei begann der 1,81 Meter große du 83 Kilogramm schwere Linksaußen seine Karriere bei TuS Brake, wo auch seine Mutter seine erste Trainerin war.

Erster Schritt ins Berufsleben

Der Höhepunkt in seiner Jugend war das Halbfinale der DM mit der B-Jugend des SV 64 Zweibrücken. Er ist jetzt auch der vierte Spieler nach Robin Egelhoff, Marc Robin Eisel und Tim Schaller, der aus der Rosenstadt den Weg nach Ludwigshafen findet. Sein Wechsel zu den Eulen hat auch einen weiteren Vorteil. Schwarzer kann nach seinem abgeschlossen Dualen Studium der Sportökonomie an der Hochschule für Gesundheit und Prävention in Saarbrücken auch den ersten Schritt ins Berufsleben machen und hat eine Anstellung in der Geschäftsstelle des Pfälzischen Handballverbandes (PfHV) in Haßloch gefunden, wo er sich um verschiedene Projekte kümmern soll.

So freut er sich auch, dass er seine Eltern jetzt wieder öfters sehen kann. „Sie werden sicherlich bei den Spielen vor Ort sein, aber ich habe es auch nur eine Stunde bis nach Hause“. Trotzdem möchte er die beiden Jahre im Lipperland nicht missen. „Die Zeit dort bleibt in ewiger Erinnerung, ich durfte European League spielen und war zweimal beim DHB-FinalFour dabei. Das sind schon Momente, die man nicht vergisst“, erzählt der gebürtige Saarländer aus der einstigen Handball-Hochburg Niederwürzbach. Aber das ist Vergangenheit. Der Filius steht trotz den ersten Jahren beim TBV Lemgo noch am Anfang seiner Karriere und will sich bei den Eulen weiterentwickeln.

Große Vorfreude

„Der erste Eindruck ist sehr positiv, die Jungs sind alle gut drauf und haben richtig Bock auf Handball“, erzählt Schwarzer und lässt seine Vorfreude auf die kommende Saison alle spüren. Nur ein Wunsch blieb ihm bisher noch unerfüllt. Das ist der Umzug seiner Freundin nach Ludwigshafen. „Wir sind da noch in Gesprächen mit ihrem Arbeitgeber“, meinte Schwarzer.

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