Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Eulen-Neuzugang Finn-Lukas Leun will in Ludwigshafen reifen

Finn-Lukas Leun hebt im Testspiel gegen den TuS Dansenberg ab.
Finn-Lukas Leun hebt im Testspiel gegen den TuS Dansenberg ab.

Finn-Lukas Leun steht beim Bundesligisten SC DHfK Leipzig unter Vertrag. Da die Eliteklasse für ihn aber noch zu früh kommt, will er in Ludwigshafen den nächsten Entwicklungsschritt als Handball-Profi machen.

Von Jochen Willner

LUDWIGSHAFEN. Erst wenige Tage vor dem Start in die Vorbereitung kam die vorerst letzte Neuverpflichtung beim Handball-Zweitligisten Eulen Ludwigshafen zustande. Die Rede ist von Finn-Lukas Leun. Der 20-jährige, der noch beim Bundesligisten SC DHfK Leipzig unter Vertrag steht, erhält bei den Pfälzern ein Doppelspielrecht und soll dort seinen nächsten Entwicklungsschritt als Handball-Profi machen.

„Ich freue mich, dass ich hier sein und den nächsten Step in meiner Laufbahn machen kann“, sagte der Linkshänder, der an der Seite von Vize-Kapitän Jannek Klein reifen soll. „Ich hatte die Wahl, entweder in der dritten Liga regelmäßig zu spielen und mit dem Bundesliga-Kader zu trainieren oder in Ludwigshafen in der zweiten Liga den nächsten Schritt zu machen“, verriet Leun. „Die erste Liga mit Leipzig kommt für mich noch zu früh, das war mir schon klar, deswegen jetzt auch der Schritt in die zweite Liga“, sagt er. Der Sohn des früheren Bundestrainers der weiblichen U20 Handball-Nationalmannschaft, Dirk Leun, derzeit Cheftrainer beim Bundesligisten Buxtehuder SV, will sich bei den Eulen und in der zweithöchsten Spielklasse etablieren.

Bruderduell am 15. September

Damit folgt er seinem Zwillingsbruder Jakob-Jannis, der seit der Winterpause beim EHV Aue unter Vertrag steht. Bereits am 15. September kommt es in der Friedrich-Eberthalle zum Aufeinandertreffen der Brüder. „Ich freue mich auf die Begegnung gegen Jakob, da wir gemeinsam die Jugend seit 2018 im Internat des SC DHfK durchlaufen haben und wir auch im Leben fast alles gemeinsam gemacht haben“, erzählt der 1,88 Meter große und 88 Kilogramm schwere Linkshänder. Seinen Wechsel nach Ludwigshafen hat er sich nicht leicht gemacht. „Als die Anfrage zu einem Wechsel kam, wollte ich erstmal wissen, wer der neue Trainer bei den Eulen wird und wie er meine Möglichkeiten einschätzt“, so Leun.

Er ließ dann Taten folgen. So fuhr er mit der Bahn nach Mannheim, traf sich mit Johannes Wohlrab zu einem Gespräch, ehe er danach seine Zusage erteilte. „Das war alles sehr kurzfristig. Trotzdem hatten wir ein sehr langes und ausführliches Gespräch miteinander, das mich auch überzeugt hat“, so Leun. Zuvor holte er sich auch den Rat von Julius Meyer-Siebert ein, der ebenso aus der Akademie in Sachsen kommt.

Offen ist dagegen, ob er noch im Herbst mit dem Studium der Sportwissenschaften an der Universität in Heidelberg beginnen kann. „Bedingt durch den kurzfristigen Wechsel nach Ludwigshafen habe ich natürlich die Einschreibefrist verpasst. Mal sehen, ob da noch eine Möglichkeit besteht, sich nachträglich einzuschreiben.“ Man spürt seine Freude über das Engagement bei den Eulen. Leun: „Über die Mannschaft, deren Fans, aber auch über das Umfeld habe ich von ,Jule’ nur positives gehört“, meinte Leun.

Gute Erinnerungen

Deshalb ging es in den letzten Tagen vor dem Start in die Vorbereitung auch sehr schnell. „Ich wollte zunächst nur ein möbliertes Zimmer, um nicht einen großen Umzug machen zu müssen. Ich bin erst zwei Wochen zuvor innerhalb von Leipzig umgezogen“, verriet Leun, der in Ludwigshafen einen Ein-Jahresvertrag unterschrieben hat. Die Region um Ludwigshafen ist ihm auch nicht fremd. Er erinnerte sich noch an jene Partie im Viertelfinale der deutschen Meisterschaft der männlichen B-Jugend gegen den TV Hochdorf. „Das waren zwei geile Spiele“, meinte Leun. Außerdem kommt er aus Hessen. Geboren wurde er in Frankfurt am Main, spielte bei der TSG Oberursel Handball, dann folgte 2012 der Weg in den hohen Norden nach Buxtehude, wo sein Vater Dirk seit 2008 beim Buxtehuder SV die Cheftrainerstelle innehat.

Von der Mannschaft und seinem Umfeld wurde er bisher gut aufgenommen. „Hier besteht ein sehr guter Zusammenhalt, alle sind sehr fokussiert und es herrscht eine gute Stimmung. Ich bin froh, jetzt hier zu sein“, so Leun.

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