Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Eulen Ludwigshafen gegen Verein mit guter Nachwuchsarbeit

Eine der Säulen in Dormagen: U21-Nationalspieler Sören Steinhaus beim Wurf.
Eine der Säulen in Dormagen: U21-Nationalspieler Sören Steinhaus beim Wurf.

Mit dem TSV Bayer Dormagen empfangen die Eulen Ludwigshafen in der Zweiten Liga einen Verein, der für seine Nachwuchsarbeit bekannt ist. Ein U21-Nationalspieler kümmert sich dort um die jungen Spieler.

Die Niederlage beim TV Hüttenberg schmerzt, aber der Blick geht nach vorne. Denn für die Eulen Ludwigshafen gibt es keinen anderen Weg. Die Aufgabe am heutigen Dienstagabend (19.30 Uhr, Eberthalle) wird keinesfalls leichter. Mit dem TSV Bayer Dormagen erwartet die Mannschaft von Trainer Johannes Wohlrab einen Gegner, der zuletzt viel Selbstvertrauen gewonnen hat.

Die Mannschaft von Exprofi Matthias Flohr überraschte im Gastspiel bei der HSG Nordhorn-Lingen mit einem hartumkämpfte 27:25-Erfolg. Am vergangenen Wochenende folgte dann eine unglückliche und knappe 34:35-Niederlage gegen den TV Großwallstadt. „Wir hatten in der Abwehr zu viele Fehler und zu wenig Zweikampfhärte. Das war defensiv zu wenig, daran müssen wir arbeiten“, sagt Flohr, der zum Saisonende die Nachfolge von Jens Bürkle bei der abstiegsbedrohten HBW Balingen-Weilstetten antreten wird.

Vier Eulen drohen auszufallen

Die Eulen sollten vor dem Hintergrund, dass neben Marc-Robin Eisel und Finn Leun noch Kaspar Manfeld-Hansen sowie Kian Schwarzer auszufallen drohen, gewarnt sein. Auch hinter dem Einsatz von Ziga Urbic steht ein Fragezeichen. Die Rheinländer, die derzeit den 16. Tabellenplatz belegen und trotz sechs Zählern Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz noch um den Klassenverbleib bangen, benötigen ebenso jeden Punkt. Das weiß auch Cheftrainer Johannes Wohlrab. „Dass wir zu Hause gegen Dormagen Favorit sind, ist klar. Um dem gerecht zu werden, brauchen wir 60 Minuten Fokus, 60 Minuten Leidenschaft, Kampf und Aggressivität“.

Die Gäste gelten als eine der erfolgreichsten Talentschmieden im deutschen Handball. Aktuelle Nationalspieler wie Julian Köster, Lukas Stutzke, Moritz Preuß oder Simon Ernst wurden im TSV Bayer Dormagen ausgebildet. Und das nächste Talent steht schon bereit: Sören Steinhaus, der im vergangenen Jahr mit der U21 Weltmeister geworden ist, ist der nächste Hoffnungsträger, der den Weg in die Bundesliga finden wird. Mit 20 Jahren ist Steinhaus bereits einer der Leistungsträger beim kommenden Eulen-Gegner und mit aktuell 123 Toren in den bisher 27 Partien auch der erfolgreichste Werfer des Zweitligisten. Nach der Saison folgt für den gebürtigen Troisdorfer der nächste Schritt. Dann wechselt er aufgrund einer Kooperation zum Bergischen HC, wird aber dort für die Spielzeit 2024/2025 wieder an Bayer ausgeliehen, um dort weiterhin Spielpraxis zu sammeln. „Ich freue mich, dass es nächste Saison hier in Dormagen in gewisser Weise noch weitergeht, weil ich ja beim BHC erst mal mittrainiere und ein Doppelspielrecht habe“, erklärt Steinhaus. Er fühlt sich dem Verein sehr verbunden.

Mit 13 Jahren in die Akademie

Seit dem 13. Lebensjahr ist er in der Akademie des TSV Bayer Dormagen. Damit setzt er zugleich eine Familientradition fort. Seine Eltern spielten ebenso Handball, sein Bruder Bjarne ist seit dem 1. Januar einer der Geschäftsführer des heutigen Eulen-Gegners. Der 20 Jahre alte U21-Nationalspieler ist aber nicht nur als Spieler in der Zweiten Liga unterwegs. Er engagiert sich darüber hinaus als Übungsleiter und trainiert die männliche B-Jugend. „Es ist für mich ein Privileg, in der B-Jugend parallel meine Trainerkarriere zu starten“, sagt Steinhaus. Er ist wissbegierig und neugierig, um sich als Spieler und Trainer weiterzuentwickeln. Diese Chance nutzt Sören Steinhaus in seinem Heimatverein. Er gilt auch als einer der Assistenten von Cheftrainer Matthias Flohr. „Sören ist Ansprechpartner rund um das Spiel, nach dem Spiel. Was ist deine Meinung? Wie hast du das Spiel gesehen? Sören ist einer, der sich unglaublich viel mit dem Spiel beschäftigt. Er unterstützt uns auch in Sachen Videoanalyse und Vorbereitung, denn er ist unglaublich interessiert“, lobt Flohr seinen Schützling.

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