Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Eulen hadern mit unglücklicher Niederlage

Neuzugang Lion Zacharias hatte bei gegen Balingen-Weilstetten einen guten Einstand und traf fünfmal.
Neuzugang Lion Zacharias hatte bei gegen Balingen-Weilstetten einen guten Einstand und traf fünfmal.

Die Eulen Ludwigshafen haben Bundesliga-Absteiger HBW Balingen-Weilstetten zwar geärgert, aber am Ende nichts Zählbares in der Hand. Vor allem ein Eulen-Spieler hadert nach der 33:34-Niederlage mit seinen letzten beiden Würfen.

„Die Enttäuschung ist schon riesig“, bekannte Julius Meyer-Siebert, Rückraumspieler des Handball-Zweitligisten Eulen Ludwigshafen, am Samstag, nachdem die Eulen höchst unglücklich ihr Saisonauftaktspiel gegen Erstliga-Absteiger HBW Balingen-Weilstetten verloren hatten. „Gerade die Art und Weise ist sehr, sehr bitter“, ergänzte der 2,06 Meter-Mann, der mit seinen fünf Toren maßgeblichen Anteil daran hatte, dass die Eulen bis zur Schlussminute auf einen erfolgreichen Start hoffen durften.

33:34 (18:16) unterlagen die Ludwigshafener. „Wir führen fast die gesamte Zeit und dann das“, ärgerte sich der Mann aus Bayreuth, der beim Erstligisten Leipzig bis 2025 unter Vertrag steht, und seit Januar an die Eulen ausgeliehen ist, über das bittere Ende. Das traurige Finale bot nach dem Abpfiff auch Gesprächsstoff für die Familie des Rückraumspielers, die zur Unterstützung aus Bayreuth angereist war. Meyer-Sieberts Bruder Yannik war fast zeitgleich beim Drittligaauftakt von HaSpo Bayreuth – Sieberts Heimatverein – in Oranienburg gefordert. Auch wenn es nicht für zwei Punkte reichte, Meyer-Siebert, in der Vorbereitung noch angeschlagen, zeigte, dass er zu einem wichtigen Spieler für die Eulen werden kann.

Gäste führen erstmals in der 57. Minute

Balingens Spielmacher Filip Vistorop hatte die Gäste in der 57. Minute mit 33:32 erstmals im zweiten Abschnitt in Führung geworfen. Linksaußen Lion Zacharias, der seine fünf Chancen zu hundert Prozent nutzte, glich zum 33:33 aus. Matej Asanin parierte den folgenden Balinger Wurf und Meyer-Siebert eröffnete sich im Gegenzug die Möglichkeit, die Eulen in Führung zu werfen. Mit den Füßen wehrte Balingens Keeper Simon Sejr diesen Wurf ab. Balingen hatte den Ball, gab diesen bis zum Schlusspfiff nicht mehr her. Ein umstrittener Siebenmeter sechs Sekunden vor dem Abpfiff, der auch noch wiederholt wurde, brachte die Entscheidung zu Gunsten der Gäste.

20 Minuten waren gespielt gewesen. Eulen-Trainer Michel Abt hatte seine erste Auszeit genommen und brachte anschließend Meyer-Siebert aufs Feld. Der nutzte seinen zweiten Angriff auf der Spielmacherposition, um Linksaußen Zacharias perfekt anzuspielen. Zacharias traf zum 13:12. Es blieb eine enge Partie, in der die Schiedsrichter zunehmend in den Blickpunkt rückten. „Vier Rote Karten, das ist schon sehr außergewöhnlich, eine sehr, sehr harte Linie“, resümierte Meyer-Siebert, der nach wenigen Angriffen auf die halblinke Rückraumposition wechselte und mit dem Treffer zum 16:15 (24.) sein erstes Saisontor erzielte. Gemeinsam mit Jannek Klein sorgte er für viel Torgefahr. „Es war einem schon bewusst nach den zwei Roten Karten, dass wir jetzt nicht mehr viele Möglichkeiten haben, gerade im Innenblock. Aber im Spiel vergisst man das wieder und haut sich rein. Ich hatte das Gefühl heute waren alle da“, lobte er das Team, das nie aufsteckte.

Meyer-Siebert kurz vor dem Ende zweimal im Pech

Auch Meyer-Siebert übernahm, wie gefordert Verantwortung. „Die beiden Würfe waren vielleicht ausschlaggebend, dass wir verlieren“, resümierte der lange Kerl selbstkritisch, der Ende 2021 bei der SG Flensburg-Handewitt ausgeholfen hatte und ausgerechnet gegen Leipzig seine ersten beiden Tore für die Flensburger erzielt hatte. Zwei Minuten vor seinem Wurf, den Sejr parierte, hatte er beim Stand von 32:32 den Pfosten getroffen. „Die beiden Würfe, die sich Julius nimmt, die unterschreibe ich beide“, sah Eulen-Rechtsaußen Pascal Durak beide Versuche Meyer-Sieberts als richtig an. Das sei einfach Pech gewesen, dass sie nicht im Tor landeten. Durak hatte die Eulen vor 1620 emotional mitgehenden Fans mit 1:0 in Führung geworfen.

Insgesamt, bestätigte er, sei es den Eulen in der zweiten Halbzeit gegen die cleveren Balinger nicht mehr gelungen, das Angriffsspiel so breit aufzuziehen, wie in der ersten Halbzeit. „Wir hatten mit Lion einen Spieler, der heute sehr, sehr gut getroffen hat, auch ich habe getroffen. Da wäre uns vielleicht noch das ein oder andere einfache Tor gelungen“, rekapitulierte Durak.

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