Handball
Eulen gegen Dessau
Man wird ihn schmerzlich vermissen. Denn keiner der Akteure bei den Eulen Ludwigshafen war so nahbar, wie der 23-jährige. Er hatte stets einen flotten Spruch auf der Lippe, dazu ein Lächeln, aber er war auch einer der Akteure, der sich von der ersten Minute an mit dem Verein identifizierte und die Werte der Eulen verkörperte. Dazu erlangte er auch zwischenzeitlich Kultstatus als Humba-Vorsänger. Sein Name: Max Neuhaus.
Nachfolger gefunden
Der „Traktor“ wie er von seinen Kameraden wegen seines Spielstils genannt wird, sagt am Mittwochabend nach drei Jahren in Ludwigshafen, Tschüss. Da kommt Wehmut auf. „Das wird nicht einfach“, sagt Neuhaus. „Es ist schon ein komisches Gefühl, zum letzten Mal für die Eulen aufzulaufen, zum letzten Mal das Trikot zu tragen. Ich hatte eine schöne Zeit und ich möchte mich mit einem Sieg verabschieden“, sagt Neuhaus. Das wäre auch die Gelegenheit zum letzten Mal vor der Fanecke die Humba auszurufen. Sein Nachfolger hat er selbst auserkoren. Diese Aufgabe wird Jannek Klein übernehmen. Der Linkshänder, der damals mit ihm zu den Eulen wechselte, soll künftig öfter als in der laufenden Saison die Humba rufen. „Jannek hat es ja schon mal gemacht, wir haben uns auch darüber ausgetauscht, er bekommt das sehr gut hin“, so Neuhaus.
Deshalb hofft er auch, dass er am Mittwoch (19 Uhr, Friedrich-Ebert-Halle) nach einem Sieg gegen den Dessau- Roßlauer HV wieder die Ansage machen kann. „Das wäre ein perfekter Abschied“. Am Dienstag hat er schon zusammen mit denjenigen Kollegen, die ebenfalls die Eulen verlassen werden, die Mannschaft nach dem Training zum Essen eingeladen. Denn seine Reise geht weiter. Nach seiner Ausbildungsstation beim SC Magdeburg II zieht es den Rechtshänder ins Ruhrgebiet. Konkret zum Traditionsclub auf der Margarethenhöhe, dem ehemaligen Europapokalsieger TUSEM Essen.
Mit ihm geht nach Kai Dippe der nächste Humba-Vorsänger der Eulen. Eine Rolle, die Neuhaus auf den Leib geschnitten war. Auch deshalb, weil er in der Region schnell heimisch geworden ist, sich von der ersten Stunde an, in Ludwigshafen wohl gefühlt und auch dort seine Freundin Lucy kennengelernt hat. Den Monat Juni verbringt er noch in der Chemiestadt, zuvor reist auch mit seinen Kameraden am kommenden Freitag für drei Nächte auf die Insel Ibiza, wo die Mannschaft wie im vergangenen Jahr auch eine Finca mit Pool gemeinsam bewohnt. „Das wird ein schöner Abschluss der Saison“, ist sich Neuhaus sicher.
„Werde die Pfalz vermissen“
Danach geht es mit seiner Freundin, die wegen der anstehenden Ausbildung nicht mit ihm nach Essen umziehen wird, noch für eine Woche nach Sardinien. „Ich werde aber versuchen, so oft wie es meine Zeit erlaubt, nach Ludwigshafen zu kommen“, sagt Neuhaus. „Neben meiner Freundin habe ich hier auch sehr viele Freunde gefunden“. Er liebt ohnehin auch die Pfalz und deren Gastlichkeit. „Es gibt nichts schöneres als einen Tag im Pfälzerwald zu verbringen und auf einer Hütte einen Pfälzer Teller zu genießen“, erzählt Neuhaus. Dabei macht er kein Geheimnis daraus, dass er auch das „Behler Haisl“ ebenso ins Herz geschlossen hat. „Ich werde die Pfalz schon vermissen“, räumt er ein. Schließlich lebt seine Tante und auch deren Familie in Meckenheim. Trotzdem freut er sich auch auf die neue sportliche Aufgabe in Essen.
Spätestens am 30. Juni erfolgt der Umzug, dann wird er die Wohnung von Eloy Morante Maldonado übernehmen, den es zum Bergischen HC ziehen wird. „Ich wäre schon gerne länger hiergeblieben, aber sportlich war diese Saison nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. Das muss man akzeptieren und für sich selbst die richtigen Rückschlüsse ziehen“, so Neuhaus. Er geht keinesfalls im Groll. „Es war schwer nach der Verletzung, wieder ins Spiel zu kommen. Ich wurde dann nicht gebraucht. Ich hatte aber mit dem Trainer nie ein Problem“, meinte Neuhaus. Trotzdem wird man Humba-Vorsänger spätestens zu Beginn der kommenden Saison schmerzlich vermissen.