Ludwigshafen Es wird getupft, gespachtelt und gestrichen

Toskana auf Leinwand: Kursteilnehmerin und Ortsbeigeordnete Manuela Winkelmann bei ihrem liebsten Hobby.
Toskana auf Leinwand: Kursteilnehmerin und Ortsbeigeordnete Manuela Winkelmann bei ihrem liebsten Hobby.

«Dannstadt-Schauernheim.»Was hilft gegen graue Januar-Laune? Ein farbenfrohes Bild von der Toskana. Das haben acht Hobby-Künstlerinnen vergangene Woche bei dem Kurs nach der Bob-Ross-Technik nach Anleitung der Maltechnik-Instrukteurin Sonja Blügel gemalt. Der CDU-Ortsverein hatte dazu ins Zentrum Alte Schule eingeladen.

Die Staffeleien sind in Hufeisenform um die kleine Leinwand von Kursleiterin Sonja Blügel aufgebaut, an der sie die Technik erläutert, mit der das Bild der italienischen Landschaft kreiert werden soll. Vor den Staffeleien sind auf einer Glasscheibe verschiedene Farbkleckse verteilt, daneben Spachtel und Pinsel. Und: Es wartet ein Gläschen Sekt zur Inspiration. Mit Erfolg, denn schon die ersten Pinselstriche meistern die Frauen, fünf von ihnen sind Wiederholungstäterinnen, mit Leichtigkeit. Gemalt wird mit der Nass-in-Nass-Technik. Eine Grundierung aus Flüssigweiß sorgt dafür, dass die Leinwand den ganzen Abend feucht bleibt und die Farben, die im Kreuzstrich aufgetragen werden, auch nach Stunden noch gut verlaufen. Ab und an werden die Staffeleien schräg gehalten, um am Glanz zu sehen, ob alles gut verteilt ist. Das Trocknen dauert dann mehrere Wochen, erst nach einem halben Jahr sei das Kunstwerk vollständig getrocknet, erklärt Sonja Blügel. Die in Rockenhausen geborene Malerin interessierte sich früh für die Kunst. Was zunächst ein Hobby war, mündete 2011 in eine Ausbildung zur Bob-Ross-Instrukteurin für Landschaften und Tiermalerei. Seit 2013 gibt sie Mal-Kurse und ist jedes Mal aufs Neue fasziniert, wie unterschiedlich die einzelnen Bilder werden. An einer der Staffeleien steht auch Manuela Winkelmann (CDU), die Erste Ortsbeigeordnete von Dannstadt-Schauernheim. Sie hat den Kurs organisiert, zum einen weil der Kurs im vergangenen Jahr ein großer Erfolg gewesen sei, zum anderen weil sie selbst gern malt. Und: „Mit mehreren macht es einfach mehr Spaß“, sagt sie, während sie Gelb für den Himmel großflächig aufträgt. „Dein Bild wird wieder so kräftig strahlend wie dein letztes“, sagt Sonja Blügel. Sie erkenne ihre Wiederholungstäterinnen bereits am Stil. Das Motiv ist immer vorgegeben, die Ergebnisse aber individuell. Dieses Mal sollen Zypressen das Landschaftsbild zieren, wie viele, das darf jeder selbst bestimmen. So dauert es keine halbe Stunde, bis ein gelb-roter Hintergrund mit grüner Wiese auf den Leinwänden leuchtet, dabei wird gespachtelt, getupft und gestrichen. Beim „Punkten“ des Grases, bei dem die Pinselborsten noch auf dem Bild zu sehen sein sollen, bearbeiten die Malerinnen die Leinwand ordentlich. Die stille Kunst ist dabei ganz schön laut. So locker aus dem Handgelenk getupft, fällt es schwer, ein Ende zu finden und zufrieden zu sein. Sonja Blügel warnt deshalb: „Irgendwann muss man den Pinsel weglegen, sonst klopft man das Bild tot“.

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