Handball RHEINPFALZ Plus Artikel „Es muss künftig mehr von mir kommen“

Stefan Salger räumt ein, dass er seinen Ansprüchen hinterherläuft. Er soll Tore erzielen. „Dafür hat man mich ja auch geholt“, s
Stefan Salger räumt ein, dass er seinen Ansprüchen hinterherläuft. Er soll Tore erzielen. »Dafür hat man mich ja auch geholt«, sagt er. Im Pokalspiel gegen Minden am Dienstag war das aber nicht der Fall.

Stefan Salger war ein Königstransfer. Wieder einmal. Schon bei seinem ersten Wechsel zu den Eulen vor drei Jahren galt der Rückraumspieler als Top-Transfer. Doch oft lief Salger damals seiner Form hinterher. Auch nun holpert es bei Salger. Was er mit Tennis-Profi John Isner gemeinsam hat und was er zur 23:24-Pokalniederlage gegen Minden sagt, lesen Sie hier.

Herr Salger, Sie sind mit dem dem ersten Tor für die Eulen Ludwigshafen nach vier Minuten gut ins Spiel gekommen. Kurz danach kassierten Sie eine Zeitstrafe und erhielten kaum noch Spielanteile. Was war los am Dienstagabend?
Es stimmt, ich bin ganz gut gestartet. Kurz darauf bekomme ich eine Zeitstrafe. Dann hat mich der Trainer draußen gelassen. Es war nicht mein Abend. Aber die anderen haben es ja recht ordentlich gemacht. Es geht nicht um mich. Es geht um den Sieg. Da ist es egal, wer die Tore letztendlich im Angriff erzielt. Klar muss zukünftig mehr von mir kommen. Das erwartet man hier von mir. Dafür hat man mich geholt. Ich weiß das natürlich auch.

Welche positiven Dinge nimmt die Mannschaft trotz des Pokal-Aus’ gegen Minden mit in die Zweite Liga?
Auf jeden Fall eine ordentliche Abwehrleistung. Nach den zuletzt vielen Gegentoren wollten wir auf jeden Fall unter 30 bleiben. Das haben wir auch, dank unserer Deckung und eines starken Torwartes Ziga Urbic, gut gelöst. Im Angriff müssen wir mehr Tore erzielen und dürfen nicht so viele Chancen liegen lassen. Wir sind aber auch immer wieder an Torwart Carsten Lichtlein gescheitert. Trotzdem, diese Niederlage ist kein Beinbruch und wird uns nicht zurückwerfen. Unser Augenmerk liegt ohnehin auf der Zweiten Bundesliga. Da müssen wir aber schnellstmöglich in die Spur kommen.

Wenn ein mittlerweile erfahrener Bundesligaspieler wie Sie aus Melsungen zu den Eulen nach Ludwigshafen zurückkehrt, liegt das Saisonziel doch klar auf der Hand. Oder?
Natürlich wollen wir alle wieder im Oberhaus spielen. Das ist klar. Aber der Aufstieg wird kein Selbstläufer. Das habe ich von Anfang an gesagt, und man hat es ja in den Spielen gegen Hüttenberg, Dessau und Aue am eigenen Leib erfahren müssen. Diesem Druck von außen müssen wir standhalten. Als Verein und Spieler wissen wir, dass es mit einer neu formierten Mannschaft und neuem Trainer ein Entwicklungsprozess werden wird. Auch wenn wenn wir viele gute und erfahrene Spieler in unseren Reihen haben. Man sollte uns trotzdem hierfür auch etwas Zeit geben. Wir werden mit Sicherheit nicht jedes Spiel gewinnen. Auch wenn wir alles dafür geben werden.

Wie sieht Ihr Leben neben dem Handball aus? Studieren Sie noch oder sind Sie Vollprofi?
Ich habe ja in meiner Leutershausener Zeit eine Ausbildung zum Physiotherapeuten absolviert. Danach habe ich mich voll auf Handball konzentriert. Ich will auf jeden Fall noch etwas anderes tun. Studium oder Weiterbildung. Die Entscheidung ist jedoch noch nicht gefallen.

Wie lenken Sie sich vom Handballstress ab?
Ich bin kein großer Playstation-Spieler oder gehe auch nicht regelmäßig auf den Golfplatz, wobei ich kürzlich hierfür einen Gutschein von meiner Freundin bekommen habe. Ich bin ein großer Kaffeefan, experimentiere mit meiner Espressomaschine und suche gerne Cafes mit Freunden in der Stadt auf. Das ist eher mein Ding. Tennis würde auch gut zu meiner Größe passen. Mit 2,07 Meter bin ich fast so groß wie Tennisprofi John Isner. Ich muss es mal ausprobieren.

Was sagen Sie zu ihrem Mitspieler Hendrik Wagner? Er wurde zum Lehrgang der deutschen Nationalmannschaft vom 10. bis 12. Oktober in Hennef eingeladen.
Ich bin sehr stolz auf ihn. Wenn ein Spieler es nach den Leistungen der letzten Saison verdient hat, dann ist es eindeutig Hendrik. A-Nationalspieler zu werden ist das Höchste der Gefühle. Davon träumt jeder. Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Ich habe es ja mal bis in die Junioren-Nationalmannschaft geschafft. Hendrik wird seinen Weg gehen. Davon bin ich überzeugt und wünsche ihm das Beste dafür.

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