Ludwigshafen „Es gilt, die Attraktivität für Familien zu erhalten“
Seit zwei Jahren laufen die Vorbereitungen für das doppelte Dorfjubiläum. Gefeiert wird die Ersterwähnung Dannstadts (2017) und Schauernheims (2018) vor 1250 Jahren mit einen übergreifenden Jubiläumsjahr vom Sommer dieses Jahres bis in den Sommer 2018. Dafür hatte Ortsbürgermeister Bernd Fey bereits 2015 ein Auftakttreffen mit allen Vereinen, Kirchen, Kindertagesstätten, Schulen, den Mitgliedern des Ortsgemeinderates und interessierten Bürgern initiiert. Im Interview spricht er über die Festvorbereitungen und blickt auf die Höhepunkte seiner bisherigen Amtszeit zurück.
Es ist schon etwas Besonderes, zwei so alten Gemeinden vorzustehen und das Jubiläum ist sicher ein krönender Höhepunkt meiner Amtszeit. Aber es ist natürlich auch eine große Aufgabe und Herausforderung. So ein Jubiläum ist an sich schon mit viel Aufwand verbunden. Hier ergibt sich die Besonderheit, beiden Ortsteilen gleichermaßen gerecht zu werden. Außerdem konnte die Verwaltung aus Kapazitätsgründen nicht die Organisation durchführen. Wir mussten daher einen anderen Weg gehen und unser Ziel war es, die Bürgerschaft einzubinden. Es soll ein Jubiläumsfest werden, gestaltet von der Bürgerschaft für die Bürgerschaft. Dazu gab es eben das Auftakttreffen, dem ein weiteres großes Treffen folgte, bei dem sich fünf verschiedene Arbeitsbereiche herauskristallisierten und Interessierte sich zu entsprechenden Arbeitsgruppen zusammenfanden. Erfreulich war die hohe Bürgerbeteiligung und besonders engagierte Personen haben sich federführend um die einzelnen Themen gekümmert. Was waren die besonderen Herausforderungen durch die beiden Ortsteile? Um beide Ortsteilen gleichermaßen zu berücksichtigen wird es ein übergreifendes Jubiläumsjahr von Sommer 2017 bis Sommer 2018 geben. Lange diskutiert wurde bei den Auftakttreffen und in den Arbeitskreisen die Frage eines bei solchen Anlässen üblichen Festumzugs. Nach gründlichem Abwägen der Vor- und Nachteile sprachen sich die Teilnehmer mehrheitlich gegen einen Umzug zugunsten einer Festmeile aus. Das Problem eines Festumzuges ist, dass er in einem Ortsteil beginnen und im anderen enden müsste, aber da wo er endet, wird dann auch gefeiert – das würde die Wahrnehmung einseitig auf einen Ortsteil lenken. Außerdem stellt die Autobahnbrücke zwischen Dannstadt und Schauernheim neben weiterem organisatorischem und sicherheitstechnischem Aufwand ein nicht unerhebliches Hindernis für einen Umzug dar. So kristallisierten sich zwei Festmeilen als optimale Lösung heraus, bei denen sich die örtlichen Vereine präsentieren können. Eine wird in diesem Jahr im Zusammenhang mit einem Mittelaltermarkt in der Kirchenstraße und in der Hauptstraße von Dannstadt stattfinden und die zweite im kommenden Jahr im Zusammenhang mit dem alljährlichen Schauernheimer Bauernmarkt. Was waren Höhepunkte Ihrer nun 13-jährigen Amtszeit? Da kommen viele Bausteine zusammen. Ein ganz wichtiger Meilenstein war die Einführung der wiederkehrenden Beiträge für Straßenausbauten, um die Bürger bei Sanierungsmaßnahmen nicht über Gebühr finanziell zu belasten. Weiterer Höhepunkt war die Schaffung des Seniorenzentrums in Schauernheim als Antwort auf die demografische Entwicklung. Zusammen mit Neubaugebieten wie Schauernheim-West geben wir damit der Gemeinde eine Zukunft für Jung und Alt. Hier, aber auch im Altbestand der Wohnungen und Häuser haben sich viele junge Familien angesiedelt. Dies führte zu einer Bereicherung und erfreulichen, positiven Bevölkerungsentwicklung. Damit zusammen hängt auch, durch gesetzliche Regelungen über die Bereitstellung von Kindertagesstättenplätzen zusätzlich verstärkt, der Ausbau der Kindertagesstätten, die uns in hohem Maße beschäftigt und finanziell belastet. Rechtzeitig zum Jubiläum ist es mir dank großzügiger Spenden gelungen, die Gemeinde endlich mit einer ansprechenden Willkommenstafel auszustatten. Das Bild dazu stammt von Xaver Mayer, der auf meine Bitte hin die Besonderheiten der Gemeinde wunderbar zusammenfasste. Ein Bild, das sich inzwischen unter anderem auf Glückwunschkarten hoher Beliebtheit erfreut. Unvergesslich ist für mich auch der Nachmittag, als das Rhein-Neckar-Fernsehen live aus Dannstadt berichtete und sich alle örtlichen Vereine mit viel Herzblut einbrachten. Abschließend sangen alle Chöre aus Dannstadt-Schauernheim vor dem Zentrum Alte Schule das Lied vom „Dannstadter Gutselstand“. Emotionaler Höhepunkt ist für mich immer wieder das gemeinsame Musizieren mit den Kindern unserer Kindertagesstätten. Welche Pläne haben Sie für die Zukunft der Gemeinde? Es gilt, auch in Zukunft die Attraktivität für Familien zu erhalten und zu stärken. Dannstadt-Schauernheim ist im Zentrum der Vorderpfalz und der Metropolregion Rhein-Neckar hervorragend aufgestellt: gute Infrastruktur, exzellente Ärzteversorgung, erstklassige Einkaufsmöglichkeiten und ein reichhaltiges Vereinsleben mit 53 Vereinen. In Dannstadt planen wir gerade ein weiteres Neubaugebiet und auch die Erweiterung des Gewerbegebietes mit einer zweiten Verkehrsachse wird die Gemeinde finanziell stark belasten und ein weiteres großes Projekt darstellen. Trotzdem müssen wir uns für die Zukunft gut aufstellen, um weiter für Betriebe als Standort und für die Menschen in allen Phasen ihres Lebens als Lebensmittelpunkt attraktiv zu bleiben. Die Entlastung der Hauptstraße mit der Schaffung der zweiten Verkehrsachse, wohnortnahe Arbeitsplätze durch die Ansiedlung weiterer Gewerbebetriebe, der Erhalt und die Stärkung der Infrastruktur sowie ein weiterhin aktives und vielfältiges Vereinsleben sind wichtige Voraussetzungen dafür.