Ludwigshafen Es geht um die Wurst

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MUTTERSTADT. Um den Ligaverbleib geht es am Sonntag, 15 Uhr, im Derby der Fußball-Verbandsliga zwischen dem TDSV Mutterstadt und dem Ludwigshafener SC. Beide haben 21 Punkte und belegen die Plätze zwölf und elf. Das würde am Ende reichen, doch die Konkurrenz punktet fleißig.

„Die Null muss stehen.“ Der Spruch des derzeitigen Stuttgarter Trainers Huub Stevens hat fast schon Kult-Charakter. Beim steht die Null ebenfalls, allerdings auf der falschen Seite. In den vergangenen fünf Partien hat der TDSV kein Tor geschossen. „Es ist zum Verzweifeln. So steigen wir ab“, befürchtet Teamchef Ediz Sari. Dass Torjäger Kadir Seker nicht mehr da ist, nimmt Sari auf seine Kappe. „Ich wollte ihm die Chance bei Arminia nicht verbauen“, erklärt der Teamchef die Freigabe. Noch da ist Yasin Koc. Der 22 Jahre alte Außenverteidiger ist so etwas wie der Lieblingsschüler Saris. „Yasin hat im Vorjahr viel zum Ligaverbleib des VfL Neuhofen beigetragen. Ich baue auf ihn, weil er zuverlässig ist und immer seine Leistung bringt“, sagt der Coach. Koc ist bei ihm diskussionslos gesetzt. Der gelernte Lokführer, der mit Güterzügen durch die Pfalz fuhr, ist derzeit arbeitslos. „Ich freue mich sehr auf die Partie gegen meinen alten Verein, auch wenn die Kontakte weniger geworden sind“, sagt Koc. 31 Verbandsligaspiele hat er für den LSC bestritten. In dieser Saison stand er in 21 der 22 Begegnungen des TDSV auf dem Platz und zudem immer in der Startelf. Beim SC ist es derzeit wie bei einer Ketchup-Flasche. Erst kommt lange nichts, doch dann läuft es plötzlich. Nach 16 sieglosen Partien haben die Hochfelder in die Spur gefunden. Danach gab es 13 Punkte aus sechs Spielen und nur zwei Gegentore. „Trotzdem ist im Tabellenkeller alles eng zusammen. Wir dürfen kein bisschen nachlassen“, fordert Trainer Hermann Kohlenbrenner. Gegen den TDSV gelte es, die 0:1-Niederlage aus der Vorrunde wettzumachen. So sieht es auch Mikail Erdem. Er hat zwar einen deutschen Pass, aber türkische Wurzeln. „Natürlich ist es auch für mich kein Spiel wie jedes andere, wenn es – noch dazu in einem Derby – gegen ein türkisches Team geht“, sagt der Außenbahnspieler. Erdem hat bislang 16 Saisonspiele bestritten. Sein Bänderriss im Knöchel ist Vergangenheit. Der Maudacher, der mit HSV-Profi Hakan Calhanoglu befreundet ist, will eine Lehre als Industriemechaniker beginnen. Ob der 20 Jahre alte Mittelfeldspieler im Team bleibt, ist offen, denn Frederick Feßler, der Platzhirsch im linken Mittelfeld, ist wieder fit. Eine couragierte Leistung zeigte der Winterzugang Tim Göbel am Sonntag gegen Zeiskam. Der 20 Jahre alte Flügelstürmer überzeugte bei seinem zweiten Einsatz in der Startelf als Innenverteidiger. „So ganz neu ist der Posten für mich nicht. In der Jugend habe ich diese Position auch ausgefüllt“, erläutert Göbel. Ab der B-Jugend war er beim ASV, wechselte zu Phönix Schifferstadt und spielte A-Junioren-Regionalliga. In der Vorrunde machte er im Landesligateam von Phönix fast alle Spiele mit, war aber nie über 90 Minuten im Einsatz. „Dazu möchte ich nichts sagen“, lässt Göbel Interpretationsspielraum. Seine künftige Rolle ist dem Schüler, der auf dem zweiten Bildungsweg an der Berufsoberschule in Neustadt sein Abitur nachholt, egal. Spielertrainer Christian Schäfer, der den jungen Nebenmann führte, ist zufrieden: „Tim hat seine Aufgabe prima erfüllt. Es hat sich schon in der Vorbereitung abgezeichnet, dass er in der Abwehr spielen kann.“ Der Coach bricht eine Lanze für seine Elf, „die nicht schlechter war, als Spitzenmannschaft Zeiskam.“ Das extrem junge Team müsse immer wieder personelle Nackenschläge wegstecken, was zum Improvisieren zwinge. Von Schäfer und Kapitän Roth abgesehen, hatte der Rest der gegen Zeiskam eingesetzten Spieler ein Durchschnittsalter von 21,3 Jahren. „Wir müssen künftig aus jedem Spiel des Optimale herausholen“, fordert Peter Kobel, der Trainer des . Trotz Niederlage beim Tabellenzweiten Mombach war er mit der Leistung zufrieden, „nur das Ergebnis stimmte nicht“. Gegen TuS Hohenecken ist am Samstag (15 Uhr) ein Heimsieg Pflicht. Die Personaldecke bleibt dünn: Emre Aslan, Tobias Haas (beide verletzt) und Yasin Usta (gesperrt) fehlen, Torwart Hamdi Koc, Amend Neziraj und Dennis Becht sind angeschlagen. Eingeplant als Abwehrchef hat der Trainer Shenasi Ademi, dem er sehr gute Trainingseinheiten und Qualität in Mombach bescheinigt. Mit der Verpflichtung von Jörg Grubert setzt Südwest auf einen weiteren erfahrenen Spieler, der die Spielkultur fördern soll. Kobel kennt den 35 Jahre alten Friedelsheimer aus gemeinsamen drei Jahren bei den Amateuren des 1. FC Kaiserslautern in der Regionalliga. „Wenn man solange Fußball gespielt hat, hört man nicht freiwillig auf“, sagt Grubert, nach langwieriger Erkrankung und einem halben Jahr Zwangspause. „Bei Südwest will ich mich noch einmal reinhängen.“ Stationen waren auch Eintracht Bad Kreuznach, VfR Grünstadt, VfR Mannheim und Arminia Ludwigshafen. Zuletzt spielte und trainierte Grubert, der in Ludwigshafen und Neustadt zwei Tankstellen betreibt, fünf Jahre lang bei RW Seebach. Dort hörte er im Juli krankheitsbedingt auf. (thl/crd)

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