LudwigshafenErlebnistag: Tausende Besucher im schattigen Wildpark Rheingönheim
Beim Streicheln der Ziegen ist die siebenjährige Hannah sehr souverän.
Mehrere Tausend Besucher haben am Sonntag einen Ausflug in den schattigen Wald gemacht. Beim Erlebnistag für Familien im Wildpark Rheingönheim lockten spannende Spiele und Planwagenfahrten.
„Heute ist vielleicht der heißeste 1. September, den wir je hatten“, stellte Umweltbürgermeister Alexander Thewalt (parteilos) bei der offiziellen Eröffnung am Morgen fest. Doch für die Besucher ließ es sich im kühlen Wald des Wildparks allemal sehr gut aushalten. Um den Besuchern am Erlebnistag spannende und schöne Momente in der Natur und mit den hier lebenden Tieren zu bieten, hatte das Leitungsteam wieder ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt.
Im Angebot waren die beliebten Rundfahrten mit dem von zwei Haflingern gezogenen Planwagen über die Wege im Wildpark. Wer wollte, konnte sich mithilfe eines Hubsteigers aus über 20 Metern Höhe einen Ausblick über die Baumwipfel verschaffen. Auf ihre Kosten kamen nicht zuletzt jedoch die Kinder. Sie konnten Tiere hautnah erleben, Esel striegeln und Ziegen streicheln. „Der Streichelzoo ist am Freitag rechtzeitig fertig geworden. Nur füttern sollte man die Ziegen dort nicht, weil sie sonst zu aufdringlich werden können“, sagte Gabriele Bindert, die als Chefin des Grünbereichs der Stadt für den Wildpark zuständig ist.
Außerdem konnten Kinder ihre Geschicklichkeit beim Balancieren auf einer Slackline beweisen oder auf dem beliebten Strohspielplatz einfach nach Herzenslust toben.
An etlichen Ständen und Stationen hielten Mitarbeiter des Wildparks und verschiedene Naturschutz-Organisationen interessante Informationen über umwelt- und naturpädagogische Themen bereit. Scheue Tiere wie Fuchs, Marder oder Eulen, die der Waldbesucher normalerweise nicht zu sehen bekommt, konnten in Form von hervorragenden, ausgestopften Präparaten am Stand der Kreisgruppe Ludwigshafen des Landesjagdverbands angeschaut und sogar angefasst werden.
Am Stand des Jagdverbands gibt es lebensechte Tierpräparate zu bewundern.
Bei einem geführten Rundgang durch den Wildpark erfuhren die Besucher Interessantes über die Tiere und Pflanzen des Parks – zum Beispiel, dass die Wildkatze aus Altersgründen leider verstorben ist, in ihrem Gehege nun stattdessen zwei Eulen und zwei Waschbären eingezogen sind, wie Gabriele Bindert berichtete. Der direkte Kontakt von Besuchern mit den Wildschweinen müsse aktuell vermieden werden. Aufgrund der Fälle von Schweinepest in der Pfalz habe das Wildschweingehege durch einen zweiten Zaun gesichert werden müssen. Gleiches gelte für die zwei kleinen Schweinchen am Eingang.
Esel-Hengst derzeit zu Gast
Für vier Wochen sei aktuell ein auswärtiger Esel-Hengst im Wildpark, um die Population der insgesamt sieben Tiere hier vor Ort zu verjüngen, informierte Gabriele Bindert, während immer wieder lautstarke I-Ahh-Rufe durch den Wald hallten. Beim Striegeln der beiden Esel im Besucher-Gatter hatten Kinder und Erwachsene sichtlich ihren Spaß. „Wir wechseln die beiden Tiere im Gatter immer wieder ab mit anderen aus der Herde, damit es einzelnen nicht zu viel wird“, erläuterte Tierpflegerin Lisa Minnert.
Schon mit vier Jahren striegelt die kleine Mara den großen Esel.
Wer es ruhiger mochte, konnte am Sonntag sein Wissen um die heimische Tierwelt stärken und zum Beispiel versuchen, Tierspuren zuzuordnen. Für das leibliche Wohl der Besucher sorgte den Tag über der Stand des Fördervereins Wildpark Ludwigshafen-Rheingönheim. Die gesammelten Erlöse kommen dem Wildpark zugute. Die Hilfe des Vereins sei aufgrund der Finanzlage ganz wichtig, nur so ließen sich Projekte wie ein neuer Streichelzoo realisieren, räumte Bindert ein.
Das nächste große Projekt soll am Freiwilligentag angegangen werden: ein neuer Zaun für das Wisentgehege. Erst danach könnten hier drei neue Jungbullen einziehen, macht sie klar. Da der Eintritt für den Erlebnistag kostenlos war, konnten die Besucher die bereitstehenden Spendenbüchsen nutzen, um den Wildpark zu unterstützen.