Ludwigshafen Erfolgreich improvisiert

NEUHOFEN. Am ersten Spieltag der Badminton Oberliga Südwest kam es gleich zum Lokalderby zwischen dem TuS Neuhofen und dem Post SV Ludwigshafen. Dabei konnte der mit einem personellen Engpass kämpfende Gastgeber etwas überraschend einen 5:3-Sieg einfahren.
Es gibt im Sport wohl nur selten ein Lokalderby, das so entspannt und freundschaftlich über die Bühne ging, wie das Derby in der Neuhofener Rehbachhalle zwischen den Hausherren und dem Post SV Ludwigshafen. „Wir kennen uns alle gut untereinander. Es geht schon eher freundschaftlich zwischen uns zu“, erläuterte TuS-Spielführer Timo Kettner die lockere Atmosphäre zwischen den beiden Mannschaften. Die sportliche Situation war bei den Gastgebern da schon angespannter. Mit dem Weggang von Jonathan Collet, der überraschend zum Ligarivalen 1. BCW Hütschenhausen wechselte, blieb eine Lücke, die bis jetzt nicht geschlossen werden konnte. „Wir müssen improvisieren und ziehen immer einen Spieler aus der zweiten Herren-Mannschaft für den Spieltag nach oben“, beschrieb Kettner die momentane Lage. „Dadurch, dass wir nicht wirklich komplett sind, kann unser Saisonziel auch nur der Ligaverbleib sein“, erklärte der Mannschaftskapitän. Dabei konnte sich der Start sehen lassen. Der durch die Improvisation aufgerückte Markus Höll machte seine Sache ordentlich und gewann sein Doppel mit Daniel Häfner gegen die Ludwigshafener Dennis Abraham und Marc Fehlinger mit 2:1 (14:21, 21:12, 26:24). Da sich auch Nadine Schermer mit Maike Stritzinger gegen Mona Fischer und Judith Sold durchsetzen konnten und auch Sebastian Gaag mit Kettner die Oberhand über Leonard Heim und Christoph Mangstl behielten, führte der TuS nach drei Spielen mit 3:0. Des einen Freud, des anderen Leid. Der mit Neuzugang Mona Fischer und gleich fünf Herren angetretene PSV Ludwigshafen war urplötzlich im Hintertreffen. Stark, wie Alexander Hillert sein Spiel gegen Gaag durchzog und mit seinem 2:1 (12:21; 21:15; 21:8)-Erfolg Neuhofen wieder unter Druck setzte. „Ich habe noch nie gegen Sebastian gespielt und ehrlich gesagt auch nicht erwartet, dass ich gegen ihn gewinne. Umso glücklicher bin ich natürlich, dass es geklappt hat“, freute sich Hillert sichtlich. Als dann auch noch der Ludwigshafener Mangstl gegen Häfner einen 2:0 (21:14, 21:18)-Triumph verbuchte, wurde es noch mal spannend. Glück für die Hausherren, dass Schermer in ihrem Einzel gegen Vanessa Poyatos die Nerven behielt und einen knappen 2:1 (14:21; 21:17; 21:23)-Sieg ins Ziel retten konnte. „Vanessa ist am Ende noch mal ganz schön rangekommen, aber ich habe das Ruder zum Glück rumgerissen“, war Schermer zufrieden. Mit dem 2:0 (21:18, 21:11)-Erfolg von Kettner über Heim, war dem TuS der Gesamtsieg dann auch nicht mehr zu nehmen. „Ehrlich gesagt war es Not gegen Elend, aber ich bin natürlich froh, dass wir jetzt zwei Punkte auf dem Konto haben. Das ist ein super Start, den ich so nicht erwartet hatte“, strahlte Kettner. Der anschließende Mix-Erfolg des PSV hatte nur noch statistischen Wert. Klar, dass die Ludwigshafener, die sich „das obere Mittelfeld“ als Saisonziel gesetzt hatten, enttäuscht waren: „Der Start war natürlich schlecht. Wir hätten mindestens im Doppel einen Sieg holen müssen“, zeigte sich PSV-Spielführer Fehlinger enttäuscht, ergänzte aber: „Es waren alles enge Spiele, und es ist erst der erste Spieltag. Am Saisonziel hat sich nichts verändert.“