Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Erdreich kontaminiert: Großprojekt im Kanalbau wird teurer

Die Vorbereitungen für den Abriss der Hochstraße Nord laufen schon eine Weile.
Die Vorbereitungen für den Abriss der Hochstraße Nord laufen schon eine Weile.

Zwei Millionenprojekte stehen beim Wirtschaftsbetrieb Ludwigshafen an. Bei einem steigen die Kosten wegen Funden im Erdreich.

Große Einstimmigkeit herrschte zum Jahresabschluss im Werkausschuss des Wirtschaftsbetriebs Ludwigshafen (WBL). Das gilt für die Personal- und Wirtschaftsplanung für das kommende Jahr, das Abfallwirtschaftskonzept bis ins Jahr 2029 und für geplante Bauvorhaben.

Mit zwei Großmaßnahmen in Kanalbau und Kanalsanierung starten die WBL ins kommende Jahr. Für rund 1,25 Millionen Euro empfahl der Ausschuss die Kanalerneuerung in der Bauernwiesenstraße. Um 1,2 Millionen Euro auf rund 19,5 Millionen wurde der Umfang des Kanalbaus für die Erneuerung Hochstraße Nord – City West erhöht. Grund für die Erhöhung seien Mehrkosten durch kontaminiertes Erdreich.

„Risiko des Bauherrn“

„Erdreich ist immer das Risiko des Bauherrn“, erklärte der Beigeordnete Alexander Thewalt (parteilos) als Ausschussvorsitzender. Die Erhöhung sei anteilig zu 60 Prozent durch Fördermittel getragen. Den ersten Bauabschnitt der Bauernwiesenstraße muss die Stadt hingegen allein stemmen. Allerdings sei hier kurzfristig Handlungsbedarf. Ob für die Bauarbeiten auch der mögliche Wegfall von Parkflächen geprüft worden sei, wollte Friesenheims Ortsvorsteher Thorsten Ralle (CDU) wissen. Das passierte nicht. Der Grund: „Das ist Sache der Detailplanung. Aktuell befinden wir uns noch in der Phase der Entwurfsplanung“, informierte die Verwaltung.

Positiv sind die Aussichten der WBL für das kommende Jahr, wie Geschäftsführer Peter Nebel informierte. So plant er für das Wirtschaftsjahr 2026 mit einem Überschuss von 640.000 Euro – trotz einiger Großinvestitionen. So werden die bereits in diesem Jahr begonnenen Erschließungsarbeiten für die Deponieerweiterung in Rheingönheim fortgesetzt. Zusammen mit Abriss und Neubau des Verwaltungsgebäudes am Kaiserwörthdamm sind dafür 30 Millionen Euro vorgesehen. In der Wollstraße werde mit den Hauptbauarbeiten begonnen und im Wildpark werde, gemeinsam mit dem Förderverein, der Neubau der Futterscheune umgesetzt, zählte Nebel auf. Insgesamt sieht sein Betrieb im kommenden Jahr Investitionen von 68,6 Millionen Euro vor.

Stadtrat muss zustimmen

Negativ werde das Ergebnis auch von der Besetzung von 20 weiteren Stellen beeinflusst. Diese seien aber nötig, um den sich abzeichnenden demografischen Wandel in den kommenden zehn Jahren aufzufangen, so der Geschäftsführer. Er verweist auf die ausstehende Zustimmung des Stadtrats zum Zahlenwerk. Dort werde dann auch noch über die Erhöhung der Eintrittspreise für den Wildpark entschieden. „Wenn die Erhöhung so durchgeht, dann können wir das Defizit dort auf 120.000 Euro reduzieren.“ Der Fachausschuss unterstützte die Pläne.

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