Ludwigshafen Eine Zentrale für alle
90 Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr und der Rettungsdienste arbeiten in dem Neubau, der direkt neben der Hauptfeuerwache in Mundenheim errichtet worden ist. Die noch fehlende Außenfassade soll bis zum Frühjahr angebracht werden. Herzstück ist ein neun Meter hoher würfelförmiger, verglaster Raum mit einer Fläche von 350 Quadratmetern. Zwölf hochmoderne Arbeitsplätze befinden sich darin. Jeder verfügt über Computerbildschirme, Funk- und Telefoneinrichtungen. Hier arbeiten die Disponenten. Passiert ein Unfall, wird auf einem Monitor nachgesehen, wo sich der nächste Rettungswagen befindet und zur Unfallstelle beordert. „Das System verfügt über GPS-Ortung und zeigt auch die Fahrzeit bis zum Einsatzort an“, erläutert der Ludwigshafener Feuerwehrchef Stefan Bruck. In Stoßzeiten sind neun Arbeitsplätze besetzt. Für Großschadensereignissen stehen drei weitere Plätze zur Verfügung. Nicht nur bei Unfällen, auch bei Krankentransporten laufen hier die Fäden zusammen. Brennt es in der Vorderpfalz und wird der Notruf gewählt, kann der Disponent die Feuerwehr vor Ort alarmieren und mit den Erstinformationen versorgen. Für Katastropheneinsätze bei einem Hochwasser oder einer Tierseuche in der Vorderpfalz stehen eigene Besprechungsräume zur Verfügung, die direkt an die Zentrale grenzen. Die Leitstelle ist hermetisch von der Außenwelt abgeriegelt. Notfalls wird der Strom über einen eigenen Generator erzeugt und auch die Luftversorgung ist beispielsweise bei einem Chemieunfall unabhängig von der Außenwelt möglich. Das Gebäude darf nur befugtes Personal betreten und nicht von innen fotografiert werden. Es gibt zudem verschiedene Sicherheitseinrichtungen, die vom Landeskriminalamt vorgeschrieben worden sind. Denn hier werden alle Feuerwehr-, Rettungs- und Katastrophenschutzeinsätze in Ludwigshafen, Frankenthal, Neustadt und Speyer sowie im Rhein-Pfalz-Kreis und dem Landkreis Bad Dürkheim koordiniert. Auch die Brandmeldeanlagen in Gebäuden wie dem Ludwigshafener Pfalzbau sind hier aufgeschaltet. Der Zuständigkeitsbereich umfasst ein Gebiet von 1200 Quadratkilometern, in dem rund 600.000 Menschen leben. In der Ludwigshafener Leitstelle laufen die Fäden bei rund 180.000 Einsätzen im Jahr zusammen. Das Gebäude ist 365 Tage rund um die Uhr im Schichtbetrieb besetzt. Die Kosten liegen bei 13,3 Millionen Euro, von denen 6,4 Millionen das Land übernimmt, wie Staatssekretär Randolf Stich (SPD) bei der Einweihung sagte. Den Rest zahlen die beteiligten Kommunen, aufgeschlüsselt nach ihrer Einwohnerzahl. Ludwigshafen steuert 1,9 Millionen Euro bei, sagte Kämmerer und Feuerwehrdezernent Dieter Feid (SPD). „Was lange währt, wird endlich gut“, meinte Ludwigshafens Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) in Anspielung auf die lange Entstehungsgeschichte. Erste Planungen für die Leitstelle gab es 2009. Es kam zu diversen Verzögerungen, bis der erste Spatenstich im Frühjahr 2016 erfolgte. Seit Mai dieses Jahres läuft der Testbetrieb. „Ich bin froh, dass es gut geworden ist. Die Leitstelle ist notwendig für die ganze Region“, meinte der frühere Feuerwehrchef Peter Friedrich, der einer der Väter des Projekts ist.