Ludwigshafen „Eine Seele von Mensch“

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Sportler wie ihn beschreibt man gern als Fels in der Brandung. Das war er. Das ist er geblieben. Auch im richtigen Leben: Hans Walter, Landwirt aus Ruchheim, ehemals Handballer aus Leidenschaft, Trainer, Spielleiter, Vereinsvorsitzender. Und nun Presbyter der protestantischen Kirchengemeinde Ruchheim.

„Ich habe noch einmal kandidiert – ein letztes Mal“, sagt Walter, der Anfang Februar seinen 75. Geburtstag feierte. Es blieb eine überschaubare Feier im engeren Kreis der Familie, denn sehr gute Freunde hatten sich gerade für immer verabschiedet, die Freude war und ist merklich getrübt. Als Presbyter zu wirken, sich einzubringen – für Hans Walter ist das auch mit einem ganz konkreten Ziel verbunden. Er will helfen, die Sanierung des evangelischen Gemeindehauses auf den Weg zu bringen. Nach der gelungenen Renovierung der Kirche, für deren Finanzierung Walter viele Klinken putzte, hat er sich dem nächsten Bauprojekt verschrieben. „Zu Hans Walter kann ich mit allen Sorgen, mit allen Problemen kommen – eine Seele von Mensch“, schwärmt Christine Dietrich, die Pfarrerin. Hans Walter ist ein Schaffer. Sein Leben lang. Ein Mann, der schon immer anzupacken verstand. Um 1700 sind seine Vorfahren, Schweizer und Franzosen, nach Ruchheim gekommen. Der Vater blieb im Zweiten Weltkrieg, der Großvater starb, da war Walter neun. „Mit 14, nach der Konfirmation, hat mir meine Mutter zwei Pferde an die Hand gegeben“, erinnert sich Walter an den Tag, an dem er in zehnter Generation den Bauernhof in der Oggersheimer Straße übernahm. Bomben hatten im Krieg die Nebengebäude getroffen. Eine schwere Zeit, die prägte. Mit 19 begann Walter in Ruchheim mit dem Handball, mit 25 bekam er eine Einladung des Bundestrainers. „Ich bin nicht hin. Erstens gab es bessere, wie Herbert Lübking und einige andere – und es gab den Hof“, sagt der Sportsmann. Bundesligaangebote reizten, aber für Walter waren sie Utopie. Der Hof, die Arbeit. So hielt er seinem TV Ruchheim die Treue. „Sportlich gereizt hat mich das schon. Aber es ging nicht!“ 20 Jahre – bis 2002 – stand Walter als Vorsitzender an der Spitze des TVR. So wie jetzt bei den großen Bauprojekten der Kirche, war er beim Turn-Verein der Motor des Hallenbaus. „Ich wollte der Ruchheimer Jugend eine Heimstatt schaffen“, sagt er beim Blick zurück auf das Hallenprojekt – mit eigenen Mitteln und mit großartiger Eigenleistung. „Es war ein Kraftakt, es war eine Zerreißprobe. Ich hatte einen rettungslosen Optimismus und wunderbare Unterstützung“, ist Walter dem leider schon früh verstorbenen Architekten Günter Brill als einem der Macher dankbar. „Als ich den Verein übernahm, hatten wir 450 Mitglieder. Als ich die Führung abgegeben habe, waren es 1385. Als ich abtrat, war alles bezahlt“, bilanziert Hans Walter. „Ich bin sicher, ich wurde gelenkt. Ich glaube, dass das alles gelang, hängt viel mit meinem Glauben zusammen“, bekundet Walter. Der Glaube verleiht ihm Kraft und gibt ihm Zuversicht für all sein Tun. Die Pläne, dass auf fruchtbarsten Böden vor den Toren Ruchheims ein Gewerbegebiet entstehen soll, erzürnen den 75-Jährigen. Sein Bauernhof wird in der elften Generation von Tochter Gaby und Schwiegersohn Thorsten geführt. „Wenn man das zubaut, wäre das so ähnlich, als würde man am Nil Häuser und Hotels bauen und dann versuchen, die Nahrungsmittel in der Wüste anzupflanzen“, sagt der Landwirt. Er hofft. Auf einen, der die Verantwortlichen auf vernünftige Wege lenkt.

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