HOCHDORF / LUDWIGSHAFEN RHEINPFALZ Plus Artikel Eine neue Kaderschmiede in Rheinland-Pfalz

Nicht mehr gegen-, sondern miteinander, heißt es künftig beim TV Hochdorf und der TSG Friesenheim. Unser Bild zeigt das Duell de
Nicht mehr gegen-, sondern miteinander, heißt es künftig beim TV Hochdorf und der TSG Friesenheim. Unser Bild zeigt das Duell der beiden Oberliga-B-Jugendteams vorige Saison, der Friesenheimer Paul Blohm (beim Wurf) gegen Andreas Jagenow.

Hintergrund: Die TSG Friesenheim und der TV Hochdorf gründen ein Handball-Leistungszentrum. Das kommt überraschend. Denn in den vergangenen Jahren haben sich beide Klubs Talente und Trainer gegenseitig abgeworben. Der neue Schulterschluss ist auch gewissen Zwängen geschuldet.

Jugendhandball in der Umgebung ist weit mehr als das neue gemeinsame Leistungszentrum von TSG Friesenheim und TV Hochdorf. Auch bei den Spielgemeinschaften Dudenhofen-Schifferstadt, Mutterstadt-Ruchheim, Eckbachtal und Mundenheim-Rheingönheim wird schon seit Jahren gute Nachwuchsarbeit geleistet. Hier sieht man die neue Kooperation auf dem Leistungssektor mit gemischten Gefühlen.

Bei der HSG Dudenhofen-Schifferstadt waren in der vergangenen abgebrochenen Spielzeit alle Jugendmannschaften besetzt. Laura Leonhard ist bei der HSG für den männlichen Nachwuchs zuständig und begrüßt die neue Zusammenarbeit in der Nachbarschaft grundsätzlich. „Es wird den Handball in der Pfalz nach vorne bringen“, sagt sie. An eine neue Konkurrenzsituation im Kampf um Nachwuchsspieler glaubt sie nicht. „Diesen Konkurrenzkampf gibt es ja ohnehin schon.“ Der könnte sich allerdings noch ein wenig weiter verschärfen, glaubt sie mit einem Blick über den Rhein. „Im Nachwuchsbereich der Rhein-Neckar Löwen spielen jeweils die erste und die zweite Mannschaft als reine Jahrgangsmannschaften. Das machen bis jetzt weder Hochdorf noch Friesenheim“, sagt Leonhard. Man könne die Entwicklung deshalb nur abwarten und wolle sich weiter auf die eigene Arbeit konzentrieren und bei den Kindern von Anfang an eine gute Basis für den weiteren Weg auf dem Handballfeld mitgeben.

Ähnlich sieht das auch Frank Koob aus der Jugendabteilungsleitung der HSG Mutterstadt/Ruchheim. „Es ist gut für den Jugendhandball der Region, wenn wir dauerhaft im Leistungsbereich vertreten sind“, sagt Koob. Die Umsetzung des neuen Konzeptes hänge allerdings maßgeblich an den handelnden Personen. Zwar müsse ein Spieler mit Ambitionen in das neue Leistungszentrum wechseln, „aber durch das bisherige Hochdorfer System sind einige Spieler dem Handball endgültig verloren gegangen, weil sie den Sprung dort nicht geschafft haben und dann auch nicht als vermeintlich Gescheiterter“ wieder zurück zu ihrem Stammverein gekommen sind“, bedauert er und verurteilt damit zugleich ein aggressives Abwerbeverhalten des TV Hochdorf. „Aber solange ich die jetzt handelnden Personen noch nicht kenne, kann ich zu der neuen Konstruktion auch noch nichts sagen“, betont Koob. Er freut sich immerhin über einen soliden Stamm aus knapp 190 Kindern und Jugendlichen, die bei seiner HSG Mutterstadt/Ruchheim aktiv sind.

Selbstbewusst sieht die HSG Eckbachtal der neuen Konkurrenz entgegen. „Wir bauen als Verein auf die Jugendarbeit und wollen unsere Mannschaften möglichst aus dem eigenen Nachwuchs aufbauen“, sagt der Verantwortliche Lukas Tschischka. Deshalb sei die HSG auch für ambitionierte Jugendliche eine gute Adresse. „Auch hier erhalten die Jugendlichen eine gute Grundlage“, was der dritte Platz der A-Jugend in der abgelaufenen Oberliga-Saison unterstreiche.

Bei der JSG Mundenheim/Rheingönheim, die ihre Stärken vor allem im weiblichen Bereich hat, mit der A-Jugend hinter der TSG Friesenheim (Dritter) den fünften Rang belegte und mit der B-Jugend die Oberligameisterschaft feierte, wollte man sich nicht zum neuen Leistungszentrum äußern.

Regelmäßig an deutschen Jugendmeisterschaften teilnehmen, lautet ein Ziel. Im Bild der Hochdorfer Jan-Philipp Winkler (rechts) g
Regelmäßig an deutschen Jugendmeisterschaften teilnehmen, lautet ein Ziel. Im Bild der Hochdorfer Jan-Philipp Winkler (rechts) gegen den Friesenheimer Maurice Mohr.
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