Ludwigshafen Eine faszinierende Einheit

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Dannstadt-Schauernheim. „Geschriebene Bilder – gemalte Worte“ lautet der Titel der diesjährigen Herbstausstellung von Kultur- und Heimatkreis und Kreisvolkshochschule im Rathaus der Verbandsgemeinde. Gezeigt wird dabei ein repräsentativer Ausschnitt an 41 Gemälden und Zeichnungen aus dem aktuellen Werk der in Dannstadt beheimateten Künstlerin Claudia Heller, die nach 1999 zum zweiten Mal im Ort ausstellt.

Es ist einerseits die Kontinuität der Generationen, die Claudia Heller mit ihren „Zeitbrücken“-Bildern darstellen möchte. So zeigt sie in ihren Werken ihre Urgroßmutter mit Pferd, aber auch ihre kleine Tochter. Andererseits schlagen die Bilder aber auch eine Brücke zwischen Wort und Malerei, wenn ganz zart, gerade noch lesbar Gedichte und Texte von Rainer Maria Rilke, Marie Luise Kaschnitz oder Ingeborg Bachmann über das Motiv gelegt sind, ohne es zu überdecken oder zu dominieren und so eine faszinierende Einheit von Text und Bild ergeben. „Bei den Brücken handelt es sich um schöne Brücken oder Orte an denen ich gerne bin. Es sind für mich Orte, die die Zeit still stehen lassen. Seelenorte“, beschreibt die 45-Jährige die Auswahl. Die „Zeitbrücken“ sind nur einer von drei Themenbereichen der Ausstellungen. Die weiteren Bildern stehen unter den Oberbegriffen „Zwischen Tier, Dir und mir“ und „Engelbilder“. Rund 150 Gäste haben sich zur Eröffnung im Treppenhaus und Flur des Rathauses versammelt. Sie zeigen damit ihre Verbundenheit mit der Künstlerin und ihre Neugier auf ihr aktuelles Schaffen, sagt Gabriele Böhle, Beigeordnete der Verbandsgemeinde, in ihrer Begrüßung. Musikalisch gestaltet wird die Eröffnung durch das Duo „WolfsVoice und PianoReich“. Maria Leitmeyer, Kunsthistorikerin und Kuratorin des Purrmann-Museums in Speyer, führt in das künstlerische Schaffen Claudia Hellers ein und lässt die Künstlerin selbst zu Motiven, Arbeitsweise und Intentionen zu Wort kommen. So auch zur zweiten Bildergruppe „Zwischen Tier, Dir und mir“, die von Tiermotiven geprägt ist, die mit allen künstlerischen und technischen Mitteln mal abstrakt, mal skizzenhaft wiedergegeben werden. Da tummeln sich Stier, Lamm, Katze, Fische, Wolf, Steinbock, Esel und Pferd und ziehen den Blick des Betrachters auf sich und lassen ein Stück weit die Spontanität der Künstlerin erkennen. „Ich fertige nie Vorzeichnungen an und habe zwar eine Idee, aber nie ein fertiges Bild vor Augen“, beschreibt sie ihren Schaffensprozess. „Manchmal regt mich eine Skizze an, manchmal ein Zitat, dann male ich in Acryl, bis es für mich passt und arbeite dann mit Öl weiter.“ Technisch vielseitig sind auch die Zeichnungen, bei denen sie mit Bleistift, Aquarellfarben und Ölkreide arbeitet. „Zeichnungen mag ich weil sie klein sind, man kann sie mitnehmen. Ich male wo ich gerade bin und sie begleiten mich wie ein Tagebuch.“ Farblich auffällig sind die „Engelbilder“, bei denen Claudia Heller oft mit den Farben Blau und Gelb arbeitet. Sie stehen für sie für Schutz und Geborgensein im Familien und Freundeskreis und drücken mit den immer wiederkehrenden zwei oder drei Kreuzzeichen „ich hab dich lieb“ aus. Gemeinsamkeit aller Bilder ist, dass sie weder vom Motiv noch Farbe her aufdringlich sind und trotzdem den Betrachter in den Bann ziehen. Termin Die Ausstellung „Geschrieben Bilder – gemalte Worte“ ist noch bis zum 11. Dezember im Rathaus der Verbandsgemeinde, Am Rathausplatz 1, zu sehen. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 8 bis 12 Uhr sowie Dienstag 14 bis 18 Uhr.

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