Ludwigshafen Eine außergewöhnliche Mannschaft

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Ludwigshafen. Die C-Junioren der TSG Friesenheim haben nichts anbrennen lassen. Die Handballer wurden mit vier Punkten Vorsprung Meister in der Oberliga Rheinland-Pfalz-Saar. Das ist die höchste Liga, die es in dieser Altersklasse gibt.

Der Trainingseifer hat sogar die Trainer verblüfft. Häufig sollen ja Kinder im Alter 14 und 15 Jahren nicht immer den Drang verspüren, sich zu quälen und sich für den Erfolg zu schinden. Axel Wilbrandt und Jan Willner, das Trainerduo der C-Junioren-Handballer der TSG Friesenheim, können das jedenfalls nicht bestätigen. Denn der Trainingseifer ihrer Spieler war schier nicht zu bändigen. „Das war eine unserer Stärken in dieser Saison“, sagt Wilbrandt. Die professionelle Einstellung der TSG-Talente hat dafür gesorgt, dass das Team in jedem Spiel nach etwa zehn Minuten die Gegner beherrschte. Nur einmal ging es schief. Gegen die HG Saarlouis verlor Friesenheim 19:20. Es war die einzige Saisonniederlage – und die einzigen Verlustpunkte. Mit 34:2 Zählern wurde Friesenheim klar Meister vor Saarlouis (29:7). Der Lokalrivale TV Hochdorf landete abgeschlagen auf dem vorletzten Platz (6:30). Die Niederlage in Saarlouis hatte einen faden Beigeschmack. Denn die TSG wollte die Partie im Vorfeld verlegen, doch die Saarländer lehnten das ab. Es folgten am Spiel selbst noch weitere Kuriositäten, die letztlich zu der knappen Niederlage führten. Die Meisterschaft hat sich für Kenner abgezeichnet. Denn der Jahrgang 2000 bei der TSG hat viele außergewöhnliche Talente. 18 Spieler umfasste der Kader, sieben davon gehörten dem jüngeren Jahrgang (2002) an, der Rest dem Älteren. Davon wiederum spielten sechs Akteure in der Pfalzauswahl. Paul Blohm, Luka Wilbrandt und Nils Röller waren außerdem schon beim Lehrgang der Rheinland-Pfalz-Auswahl des Jahrgangs 2000 dabei. „Da ist die TSG sehr gut aufgestellt. In diesem Jahrgang spielen fünf bis sechs Top-Talente“, sagt Wilbrandt. Er weiß, wovon er spricht. Seit 2006 ist Wilbrandt Jugendtrainer der TSG Friesenheim, seit 2007 betreut er parallel dazu die Pfalzliga-Herren des TSV Iggelheim. Wilbrandt war Junioren-Nationalspieler und trug das Bundesliga-Trikot der TSG. Er ist ein Fachmann – der mit einem schönen Erfolg aufhört. Wilbrandt trainiert nun nur noch die Iggelheimer Herren, ist aber bei der TSG als Sportlicher Leiter des männlichen Nachwuchses weiter aktiv. Das Talent von seinem Vater hat Luka Wilbrandt geerbt. Er gehörte neben Nils Mader und Paul Blohm zu den Stützen im Team. Co-Trainer Jan Willner zählt noch Torwart Faysal Kourdaci und David Wissmeier hinzu. Einig sind sich beide, dass in der Mannschaft große Qualität herrschte. „Die Ausgeglichenheit war eine weitere Stärke“, sagt Wilbrandt und listet noch das Tempospiel nach vorne sowie die starke Abwehr auf. „Es gab fast nie ein Bruch im Spiel, wenn wir mal durchgewechselt haben“, erläutert der TSG-Trainer. Ein weiterer Vorteil war, dass viele Akteure schon vorige Saison in der Oberliga gespielt hatten. Erst vor einem Jahr wurde diese Klasse neu gegründet. In der Premierensaison wurde Friesenheim Zweiter hinter Budenheim und vor Hochdorf. „Dadurch haben viele Spieler regelmäßig gespielt. Das hat sich nun ausgezahlt“, sagt Wilbrandt. Nicht nur mit dem Meistertitel. Denn Wilbrandt sagte auch: „Die Mannschaft war körperlich nicht so robust wie manche anderen Teams. Erstaunlich war, wie gut sie sich gewehrt haben. Flinke Jungs eben.“

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