Ludwigshafen „Ein absolutes Muss“

Der Umzug ist für mich ein Pflichttermin. Schließlich ist mein Mann im Elferrat der Carnevalsgesellschaft Feuerio und auf einem Wagen mit dabei. Ursprünglich kommen wir aus Wiesbaden. Dort ist die Fasnacht schon ein wenig anders. Vor allem mussten wir uns von „Helau“ auf „Ahoi“ umgewöhnen. Für uns besteht die Fasnacht natürlich nicht nur aus dem großen Umzug. Wir waren auch auf den Sitzungen, gestern auf der Party, und morgen gehen wir noch zum Kindermaskenball. Nur in Ludwigshafen war ich noch nie. Das liegt aber daran, dass wir erst seit einem Jahr hier leben und dies unsere erste komplette Kampagne ist. Michael Supp, 29, Viernheim: Für mich ist die Fasnacht und ganz besonders der Umzug ein absolutes Muss. Und das liegt nicht alleine daran, dass ich ein gebürtiger Mannheimer bin. Ich habe Kinder, und mit denen komme ich natürlich nicht drumherum. Da nehmen wir alles mit, was geht. Schließlich haben die Kinder nicht nur ein Kostüm, sondern mehrere. Die wollen sie natürlich alle anziehen, und das funktioniert nicht, wenn wir nur auf den Umzug gehen würden. Dabei ist mir die Entscheidung zunächst gar nicht so leicht gefallen. Ich bin auch Eishockeyfan, und heute hätte ich sogar eine Karte für die Loge von meinem Chef bekommen. Aber dann habe ich mich natürlich für meine Kinder und den Umzug entschieden, und jetzt haben wir hier zusammen Spaß. Saskia Naumann, 27, Mannheim: Ich stamme ursprünglich aus Hessen und erlebe hier meine erste Mannheimer Fasnacht. Ich bin große Fasnachtfreundin. Meine Mutter und ich halten bei uns in der Familie die Fahne hoch. Ich war schon in allen Hochburgen und gehe morgen wieder zum Rosenmontagsumzug nach Mainz. Ich habe mir für diese Zeit extra vier Tage Urlaub genommen. Letztes Jahr war ich auch in Ludwigshafen, und jetzt lasse ich mich mal überraschen, wie das hier in Mannheim wird. Das Wetter ist ja schon mal sehr gut. Jörg Mehner, 45, Mannheim: Ich bin zwar ein großer Fasnachtsfreund, aber beim Umzug bin ich nicht immer dabei. Ich gehe gerne auf die kleineren Umzüge in der Region, zum Beispiel nach Ilvesheim. Das ist von mir in Seckenheim nur mal über die Brücke. Ich bin da variabel. Nur auf Sitzungen gehe ich nicht, eher auf die Partys. Aber gefeiert wird die Fasnacht auf alle Fälle. Ich habe fünf Kostüme. Bei Veranstaltungen in der Halle ist das eher etwas Luftigeres, zum Beispiel Pirat. Und morgen bin ich bei einem Kindermaskenball. Da gehen wir alle als Märchenfiguren. Christoph Büchner, 72, Zwickau: Seitdem meine Tochter mit ihrer Familie hier in der Region lebt, kommen wir auch jedes Jahr zum Umzug hierher. Das ist jetzt seit 1996. Da ist es uns auch egal, ob er gerade durch Mannheim oder Ludwigshafen führt. Gestern waren wir zum Beispiel in Frankenthal. Früher ist meine Tochter sogar noch mitgelaufen. Jetzt stehen wir eben alle gemeinsam am Rand. Ich habe mehrere Kostüme. Der Höhlenmensch ist aber mein Favorit. Ich schwinge eben gerne die Keule. Bei uns in Sachsen gibt es etwas Vergleichbares nicht, obwohl schon versucht wurde, etwas in der Art aufzubauen, aber ich sage immer: Man muss sich am schmutzigen Donnerstag in Sachsen immer die teuerste Krawatte kaufen. Die ist dort so sicher wie in einem Safe. Wir haben hier in Mannheim auch schon unseren Stammplatz gefunden. Hier am Wasserturm ist es schön. Mannheim und Region