Handball
Durchs Feuer gehen in der Eberthölle
Der Container steht unscheinbar am Ende des Geländes der Berufsfeuerwehr in Oppau. Links vom gepflegten Rasenplatz wurde der etwa sechs Meter lange und etwas mehr als zwei Meter breite Container hingestellt. Der abgeschiedene Platz hat seinen Grund. Der Container dient den Feuerwehrmännern für Brandübungen. „Wir füllen den Container mit Paletten und schicken unsere Wehrleute rein“, sagt Uwe Dessloch von der Berufsfeuerwehr Ludwigshafen. Bis zu 700 Grad wird es dann heiß in dem verrußten Kasten.
An dem Montag im Juli wird der Container zweckentfremdet. Die Handballer der Eulen Ludwigshafen nutzen ihn für ihr Foto-Shooting. Dessloch hat einen Flammenwerfer auf Paletten gestellt und lässt Flammen aus dem Gerät schießen – wenn das Kommando ertönt. Das gibt Dennis Weißmantel. Er ist Profi-Fotograf und macht die Bilder von den Handballern. Seit 2019 schießt der 37 Jahre alte Mainzer die Fotos für die Kampagnen. 2400 Schnappschüsse werden es am Ende des Tages sein. 200 bis 250 werden die Ausdrucksstärke haben.
Schulterschluss mit Fans
Die Kulisse für das Shooting ist bewusst gewählt. Denn die Eulen haben sich das Feuer diese Saison als Motiv genommen. „Das Feuer soll in der Eberthölle brennen. In der Eberthölle durchs Feuer für die Fans gehen“ – es passen viele
Leitsprüche auf diese Idee. „Die Kampagnen tragen uns durch die Saison. Sie sollen eine Geschichte erzählen“, sagt Lisa Heßler, Geschäftsführerin der Eulen: „Gemeinsam durchs Feuer heißt unsere aktuelle Kampagne für diese Saison.“
Das Leitmotiv für die neue Runde ist nicht nur ein Spruch. Es ist mehr als das. „Wichtig ist der Schulterschluss mit den Fans. Wir gehen für Euch, Ihr für uns durchs Feuer. Deshalb haben wir im Trikotkragen auch den Spruch: Für dich. Für mich. Für uns“, sagt Heßler. Solche Foto-Shootings gehören zur Imagepflege der Profiklubs im Handball. Jedes Jahr werden außergewöhnliche Aufnahmen der Spieler gemacht. Sie sind der visuelle Ausdruck des Leitmotivs.
Hoher Besuch
Das Feuer schießt aus dem Flammenwerfer. Uwe Dessloch drückt dafür auf den Knopf. Es wird höllisch heiß. Dabei brennt die Sonne an diesem Montag ohnehin schon vom Himmel. Temperaturen weit über 30 Grad Celsius zeigt das Thermometer. Sobald die Flammen lodern, herrschen um die 300 bis 400 Grad vor dem Container. Die Spieler, die sich gerade fotografieren lassen, kommen ins Schwitzen. Sie stehen aber in sicherem Abstand zu den Flammen. Den ganzen Tag geht das Foto-Shooting. Nach einem Ablaufplan kommen die Spieler. Kreisläufer Christian Klimek erscheint mit der ganzen Familie – seiner Frau Kelly und den Kindern Finley und Lyam. Klimek stellt den Kinderwagen in den Schatten und zieht das neue Trikot an.
Es gibt zwei Varianten des Jerseys – eines für die Heim- und eines für die Auswärtsspiele. „Beim Heimtrikot geht es darum, die Heimspielatmosphäre in der Eberthölle zu zeigen. Daher ist Rot die Grundfarbe mit Orange und Gelb als Farben des Feuers. Diese Kombination soll die hitzige Atmosphäre und eben auch das Feuer darstellen“, erklärt Heßler: „Für das Auswärtstrikot haben wir uns dagegen eher für einen kühleren Ton entschieden, also Schwarz und Petrol, weil wir einen kühlen Kopf in der hitzigen Atmosphäre in den fremden Hallen bewahren müssen.“
Das Foto-Shooting verfolgt ein prominenter Gast. Jürgen Häfner, Geschäftsführer von Lotto Rheinland-Pfalz, ist aus Koblenz gekommen. Seit vielen Jahrzehnten ist Lotto treuer Partner der Eulen. „Die Eulen sind in der Lage, mit ehrlicher Arbeit, mit vielen Helfern, mit Emotionen herausragenden Sport zu ermöglichen. Lisa Heßler als Geschäftsführerin hebt sich da ab mit ihrem Engagement“, sagt Häfner. Ihm bleibt an diesem Montag der besonders heiße Platz vor dem Flammenwerfer erspart. Häfner bekommt dann aber ein Torwarttrikot der Eulen als Dank für die treue Zusammenarbeit geschenkt.