Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Dritte Liga: Eulen-Reserve nähert sich den Abstiegsrängen

Vermisst Stabilität: mHSG-Trainer Gabriel Schmiedt.
Vermisst Stabilität: mHSG-Trainer Gabriel Schmiedt.

Die mHSG Friesenheim/Hochdorf ist gerade dabei, die ursprünglich gute Situation im Kampf um den Klassenerhalt in der dritten Liga zu verspielen. Nach dem 24:32 (12:16) gegen den Longericher SC Köln liegt das Handball-Leistungszentrum aus der Vorderpfalz nur noch einen Punkt vor den Abstiegsrängen.

Für David Szilagyi ist der Abstiegskampf eine neue Erfahrung. Der 27-jährige ehemalige ungarische Juniorennationalspieler war unter der Woche vom Tabellenzweiten der Saarlandliga, dem HC St. Ingbert-Hassel, zum Drittligisten gewechselt, soll für mehr Variationsmöglichkeiten im Rückraum sorgen und vor allem Luis Maier auf Halblinks entlasten. „Das ist ein enormer Unterschied in Sachen Tempo und Qualität“, erklärte Szilagyi nach den 60 Minuten, in denen er mit zwei Treffern zumindest schon einmal andeutete, dass er im Abstiegskampf noch eine wichtige Rolle spielen kann. „Wunderdinge konnte man von ihm nach einer Trainingseinheit nicht erwarten“, stellt HSG-Trainer Gabriel Schmiedt klar.

Zumal der Ungar zunächst einmal zuschauen musste, wie seine neue Mannschaft 20 Minuten lang wirklich gar nicht ins Spiel fand. Köln war in allen Belangen besser, schneller, wacher. Mika Schwenken, der den erneut verletzten Roko Peribonio im Tor vertrat, flogen die Bälle nur so um die Ohren. Nach einer Parade und mit 6:12 (18.) räumte er den Kasten für Routinier Ragnar Vollbrecht (vier Paraden). Ein Wechsel, der die Gastgeber zumindest kurzzeitig beflügelte. Beim 11:14 (26.) hatten sich die Vorderpfälzer wieder herangekämpft. „Wir haben immer verschiedene Phasen in einem Spiel. Aber wenn Du glaubst, dass es gerade bergauf geht, geht es sofort wieder bergab“, beschreibt Schmiedt den weiteren Spielverlauf.

Eine Woche Pause

Erst verpasste Gianluca Herbel von der Siebenmeterlinie unmittelbar vor der Pause den erneuten Anschluss, dann gaben die Kölner nach dem Seitenwechsel, angeführt von der überragenden Rückraumzange Benjamin Richter und Lukas Martin Schulz nach dem 16:13 (32.) kurz Zwischengas, legten ein 14:20 (37.) und ein 17:25 (44.) vor. Die Dreier-Serie – Szilagyi, Simon Schwarz und Herbel verkürzten innerhalb von zwei Minuten auf 20:25 – war der letzte Lichtblick aus Sicht der Gastgeber.

„Wir sind in jedem Spiel die vier, fünf Fehler und die vier, fünf Fehlwürfe schlechter“, hadert Trainer Schmiedt. Gefehlt habe die Durchschlagskraft am Kreis und aus dem Rückraum. Er ist froh, dass er nun in zwei reinen Trainingswochen an diesen Defiziten arbeiten kann. An der Personalsituation wird sich bis zum nächsten Spiel, dem Derby bei der TSG Haßloch, allerdings nichts ändern. Mihailo Ilic befindet sich im Aufbautraining, hofft frühstens in drei Wochen wieder auf einen Einsatz. Durchschlagskraft, die auch gegen die Kölner fehlte.

Die hatten beim 21:31 fünf Minuten vor dem Ende erstmals sechs Tore Vorsprung. Allerdings auch, weil Schmiedt taktisch alles versucht hatte, 20 Minuten vor dem Ende auf den siebten Feldspieler als Stilmittel setzte. Geholfen hat es nichts mehr. Die Gastgeber verhinderten in der Schlussphase nur das größte Unglück einer zweistelligen Niederlage. Viel Arbeit, die auf den Trainer und auch auf seinen Neuzugang zukommt. „Heute hatten wir vielleicht auch zu viele technische Fehler“, resümiert Szilagyi und gibt sich kämpferisch: „Ich bin dankbar für die Möglichkeit, mich hier in der Dritten Liga zu beweisen.“ Und das in jeder Hinsicht möglichst länger als die noch zwölf ausstehenden Partien.

x