Handball
Die Zweitligapartie bei den Eulen ist für einen Spieler eine Rückkehr
Es ist die Rückkehr in die Heimat. Wenn am Handball-Zweitligist TuS Nettelstedt-Lübbecke am Samstagabend in der Eberthalle aufläuft, dann freut sich einer ganz besonders auf diese Partie. Sein Name: Alexander Schulze. Der 26 Jahre alte Linksaußen ist in Kaiserslautern geboren und dort aufgewachsen. Nach Jahren beim TuS Kaiserslautern-Dansenberg hatte er den Weg zum TVB Stuttgart gefunden. Nach zweieinhalb Jahren verließ er die Schwabenmetropole in Richtung des damaligen Bundesligisten ASV Hamm-Westfalen. Nun spielt er für den TuS Nettelstedt-Lübbecke. „Klar, freue ich mich, wenn wir in Ludwigshafen spielen. Meine Familie, aber auch einige Freunde werden da sein“, erzählt Schulze. „Ich komme ja nicht mehr so oft nach Hause. Es sind ja immerhin fünf Stunden mit dem Auto in die Westpfalz.“
Es ist für den viel gereisten Flügelspieler zudem eine Art Klassentreffen mit seinen Freunden bei den Eulen. Mit Marc Robin Eisel, Tim Schaller und Kian Schwarzer ist er eng befreundet. Mit Eisel lief er eine Saison lang für Dansenberg in der Dritten Liga auf.
Das waren noch andere Zeiten. Jetzt ist sein Heimatverein in die Regionalliga abgestiegen. Auch das hat er im fernen Nettelstedt mitbekommen. „Ja, das ist sehr schade. Aber vielleicht ist es jetzt auch der Schritt, mal eine Klasse tiefer zu spielen und dann wieder nach oben zu kommen. Es ist eine Chance, dass die sportlich erfolgreicheren Zeiten wiederkommen“, sagt Schulze.
Dass sein früherer Teammanager Alexander Schmitt inzwischen bei den Eulen unterstützend um Vertrieb und Marketing kümmert, hat sein ehemaliger Schützling auch mitbekommen. „Mein Kontakt in die Heimat ist nicht abgerissen. Ich bin immer noch mit vielen gut verbunden, auch wenn ich nur noch selten vor Ort bin.“ So ist eine Rückkehr für ihn nie ausgeschlossen. „Der Sport ist so schnelllebig, da soll man nie nie sagen.“
Seine Priorität genießt jetzt der Sport. Und er sehe es als ein Privileg, diesen zu seinem Beruf machen zu dürfen. Eben auch wie Alexander Falk bei den Eulen. Ihn kennt er noch aus den Lehrgängen im Stützpunkt und in der Auswahl des Pfälzischen Handballverbandes. Seit diesem Sommer ist Schulze in Nettelstedt heimisch geworden, wohnt fußläufig nur zwei Minuten von der Halle entfernt. Sportlich lief es für die Ostwestfalen nicht wie geplant. Die ersten beiden Partien gingen verloren, dementsprechend hinkt man den eigenen Ansprüchen etwas hinterher. „Den Start hatten wir uns anders vorgestellt. Wir hatten aber auch ein sehr schweres Auftaktprogramm in Balingen und zu Hause gegen Lübeck-Schwartau“, sagt Schulze und ergänzt: „Die Saison ist noch sehr lang.“ Dass die Mannschaft um Cheftrainer Michael Haaß in Ludwigshafen punkten will, daraus macht er keinen Hehl. „Gegen die Eulen, die nach der Niederlage gegen Minden jetzt mit zwei Siegen gut gestartet sind, wird es auch für uns keine leichte Aufgabe. Aber bei den Eulen zu spielen, ist schon eine andere Nummer“, zeigt Schulze viel Respekt vor dem Gegner. Nachdem er in der letzten Begegnung in Balingen wegen muskulärer Probleme nicht zum Einsatz gekommen ist, wird er diesmal wieder dabei sein. „Es ist wieder alles gut, ich freue mich auf die Eberthalle.“
Der gelernte Linksaußen, der nach seiner Ausbildung zum Industriemechaniker inzwischen im Fernstudium Sportökonomie studiert und gerade seine Bachelorarbeit schreibt, ist auf der linken Außenbahn im Angriff gesetzt. Dagegen plant Haaß mit ihm in der Defensive auf dem linken Rückraum oder gar als Speerspitze im System fünf-eins. Dass es ihn von Hamm nach Nettelstedt nach zwei Jahren zog, daran hatte der frühere Nationalspieler, der einst auch das Trikot der Rhein-Neckar-Löwen trug, wesentlichen Anteil. „Er hat in der Zeit, als ich noch in Hamm war, sehr um mich bemüht, was mir auch den Wechsel erleichtert hat“, erzählt Schulze. Er hofft, sich auch in Nettelstedt durchzusetzen. Und unabhängig vom Ergebnis am Samstagabend wird Schulze „schweren Herzens“ nach der Partie mit der Mannschaft wieder zurückreisen. „Ich hatte es mir überlegt, am Wochenende in Kaiserslautern zu bleiben. Aber da wir am Montagfrüh wieder Training haben, werde ich mit der Mannschaft zurückfahren“, erklärt Schulze. Am Besten gleich mit zwei Punkten im Gepäck.