Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Die willkommene Pause

Eulen Trainer Michael Abt (links) und sein Co-Trainer Andrej Kogut haben derzeit viel Zeit, am Spiel ihres Teams zu feilen.
Eulen Trainer Michael Abt (links) und sein Co-Trainer Andrej Kogut haben derzeit viel Zeit, am Spiel ihres Teams zu feilen.

Handball: Die Eulen Ludwigshafen haben mitten in der Zweitliga-Saison eine ungewöhnlich lange Spielpause. Zwischen der Partie in Coburg und dem Heimspiel gegen Hagen liegen ganze drei Wochen. Trainer Michel Abt sieht das aber auch positiv.

Am Dienstagabend war sozusagen Halbzeit. Zehn Tage ist es an diesem Tag her, dass die Handballer der Eulen Ludwigshafen ihr letztes Zweitligaspiel beim HSC 2000 Coburg bestritten haben, zehn Tage sind es noch bis zur nächsten Partie zuhause gegen VfL Eintracht Hagen. 20 Tage ohne ein Punktspiel – das ist schon ein langer Zeitraum, der überbrückt werden muss.

„Von mir aus hätten es auch drei Tage weniger sein können“, sagt Eulen-Trainer Michel Abt. „Aber ich glaube, die Pause ist gerade sehr gut für uns. Da können wir die Lehren ziehen aus den ersten sechs Spielen. Es ist auch gut für die Spieler, dass sie vom Kopf her ein bisschen herunterfahren konnten, weil die Vorbereitung auf die Saison sehr intensiv war.“ Und es gibt noch einen weiteren positiven Nebeneffekt, wie der 32-jährige Trainer hinzufügt: „Der ein oder andere, der irgendeine Blessur mit sich rumgeschleppt hat, kann die in dieser Zeit auskurieren.“

Keine Motivationsprobleme

In der Halle der TSG Friesenheim sind die 15 Eulen-Spieler, die am Dienstagabend da sind, jedenfalls voll bei der Sache, zunächst beim Fußballspiel, mit dem sie das Training beginnen. Acht gegen Acht, Trainer Abt macht als Torwart des eines Teams mit. Doch dann werden sie ausgebremst: Plötzlich ist die Hallenbeleuchtung komplett aus. Großes „Hallo“ in der dunklen Halle. Und es dauert etwas, bis die Lichter alle wieder an sind. Dann geht es mit Vollgas weiter. Und mit viel Spaß und Ehrgeiz. Gelungene Aktionen werden bejubelt, missglückte ärgerlich kommentiert. Das bestätigt den Eindruck des Trainers: „Motivationsprobleme durch die Pause sehe ich nicht. Da hat sich keiner irgendwie hängenlassen.“

Die drei Wochen ohne ein Spiel, geschuldet der Länderspielpause und einer Spielverlegung, geben Abt und seinem Co-Trainer Andrej Kogut jedenfalls die Möglichkeit, im Training an Defiziten zu arbeiten. „Wir haben die erste Woche der Pause voll genutzt, um unser Abwehrverhalten zu verbessern“, berichtet Abt. „Da haben wir in den Spielen oft zu einfache Gegentore bekommen. Und wir haben auch den ,einfachen Handball’ trainiert.“ Es gab dann in ersten Woche aber auch mal drei freie Tage für die Spieler, „damit sie mal wieder was anderes sehen. Die hängen ja normalerweise viel aufeinander. Sie haben dann tageweise individuell trainiert“, so Abt. „Jetzt, in der zweiten spielfreien Woche haben wir sehr viele Trainingseinheiten, morgens Krafttraining, abends in der Halle, dann am nächsten Morgen wieder im Kraftraum.“

Das klingt fast so, als ob die drei Wochen Pause auch so etwas wie eine kleine, zweite Vorbereitung für die Eulen wären. „Das würde ich nicht so sagen“, erwidert Abt auf die entsprechende Frage. „Ich nenne es mal einen Zwischenimpuls, der aber supergut in diese Phase der Saison reinpasst.“

Kleine Zwischenbilanz

Die Pause bietet den Trainern auch die Gelegenheit, eine kleine Zwischenbilanz der ersten sechs Spiele mit zwei Siegen, einem Unentschieden und drei Niederlagen zu ziehen. „Viele Spiele von uns waren bislang gut, in vielen Phasen sogar sehr gut“, analysiert Abt. „Aber es gab dann auch Sequenzen, in denen es gar nicht lief bei uns. Daran müssen wir arbeiten. Vielleicht haben wir auch den Fokus etwas zu sehr auf die ersten Fünf Spiele gelegt. So wäre zu erklären, warum wir bei der Niederlage in Coburg doch sehr fehlerbehaftet gespielt haben.“

Die Befürchtung, dass sein Team durch die 20 Tage Pause aus dem Spielrhythmus kommt, hat er jedenfalls nicht. „Da habe keine Sorgen. Es ist ja auch der Job von mir und Andrej Kogut, über die Trainingssteuerung dafür zu sorgen, dass wir im Rhythmus bleiben. Darum spielen wir auch viel Sechs gegen Sechs in den Trainingseinheiten.“

Das tun die Eulen auch an diesem Dienstagabend im Training. Das Einzige, was sie dann doch mal kurz aus dem Rhythmus bringt, ist das erneute Erlöschen der Hallenbeleuchtung – zum dritten Mal an diesem Abend. „Schritte!“, ruft einer der Spieler, obwohl er den Ballführenden in diesem Moment wohl gar nicht mehr sehen kann. Sie nehmen es mit Humor, zumal jetzt die Lichter nur wenige Sekunden später wieder an sind, und es weitergehen kann.

In der kommenden Woche beginnt dann für die Eulen die intensive Vorbereitung auf das Heimspiel gegen Hagen (Freitag, 28. Oktober, 19.30 Uhr). „In der Woche vor dem Spiel gehen wir wieder auf unseren klassischen Rhythmus vor Spielen, auch damit sich die Spieler vom Kopf her drauf einstellen können“, berichtet Abt. In den Tagen bis dahin können sie im Training noch weiter an Details feilen – wenn das Licht anbleibt. Warum es am Dienstagabend dreimal dunkel wurde, wusste übrigens niemand so wirklich.

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