Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Die VSK Niederfeld ist Opfer des eigenen Erfolges

Der VSK Niederfeld ist glücklich über den großen Zulauf an Jugendlichen. Doch die aktuelle Situation stimmt die Verantwortlichen
Der VSK Niederfeld ist glücklich über den großen Zulauf an Jugendlichen. Doch die aktuelle Situation stimmt die Verantwortlichen unglücklich. Eine Lösung könnte aber nahen.

Die VSK Niederfeld sind Opfer des eigenen Erfolges. „Wir haben vor sechs Jahren eine Jugendabteilung im Handball gegründet, haben Flyer in den Schulen und Kindergärten in Gartenstadt und Niederfeld verteilt“, erklärte VSK-Abteilungsleiter Christoph Gögelein. Nun tummeln sich 108 Kinder unter 15 Jahren in der Großsporthalle der IGS Gartenstadt. Viel zu viele für die Trainingszeiten des Vereins.

An einem ganz normalen Mittwoch haben die VSK-Jugendtrainer ihre liebe Mühe, sich stimmlich durchzusetzen. Gleich vier Mannschaften (jeweils männliche und weibliche D- und C-Jugend), fast 60 Kinder auf einen Schlag, teilen sich die Sporthalle. Und auch an den übrigen drei Trainingstagen sehe es nicht viel besser aus. Von den Super-Minis bis zur C-Jugend sei man jeweils doppelt besetzt. Und dann sind da ja auch noch die aktiven Herren sowie die Alten Herren. Alles zusammen verteilt auf drei Trainingstage und insgesamt sechseinhalb Stunden.

Von 17 bis 20 Uhr hat der Verein die Halle mittwochs für sich und natürlich können die Jüngsten nicht bis 20 Uhr trainieren. Gezielte Übungseinheiten mit taktischen Spielformen? Praktisch unmöglich. „Wir machen hier in erster Linie Grundlagenarbeit“, sagt VSK-Vorstandsmitglied Andreas Dissinger.

Im sportlichen Wettbewerb ein klarer Nachteil. „Im Pfälzer Handballverband sind für die Jugend gewisse Abwehrformationen vorgeschrieben. Die können wir mit bis zu vier Mannschaften in der Halle als Spielform aber gar nicht trainieren, sondern lernen sie immer nur an den Spieltagen – oft mit entsprechendem Ergebnis“, bedauert Gögelein.

Dabei halte sich der Ehrgeiz der VSK in Grenzen. „Wir wollen ganz sicher kein zweites Handballleistungszentrum werden“, betont Dissinger. Dafür verstehe man sich ohnehin zu sehr als Breitensportverein. „Aber wir können unsere Mannschaften noch nicht einmal für die Pfalzliga melden.“ Das hat den Verein im Vorjahr den kompletten B-Jugend-Jahrgang gekostet, der für bessere Trainings- und Spielmöglichkeiten geschlossen den Verein gewechselt hat.

Stadt kann nicht helfen

Die Stadtverwaltung kann dem Verein keine weiteren Trainingsmöglichkeiten in Aussicht stellen. „Alle Turnhallen sind durch Sportvereine belegt“, heißt es auf Anfrage. Rund 80 Sportvereine teilen sich die Zeiten nach den Schulstunden, sind Badmintonspieler, Turner, Jazztänzer oder auch Volleyballer und viele andere mehr aktiv. „Die Großsporthallen sind grundsätzlich belegt. In kleineren Hallen sind noch punktuell Randzeiten frei, aber die sind nicht für alle Sportarten geeignet“, heißt es weiter aus dem zuständigen Fachbereich.

Immerhin gibt es dann doch einen kleinen Hoffnungsschimmer für den rührigen Breitensportverein. Im 2019 in Auftrag gegebenen Sportstättenentwicklungskonzept werde es auch eine Empfehlung für die Hallennutzung geben. So belegt beispielsweise eine Herzsportgruppe mit fünf oder sechs Teilnehmern Hallenzeiten in der Sporthalle der IGS Gartenstadt. Zeiten, die die VSK dringend für die Kinder und Jugendlichen gebrauchen würde. „Aber es würde auch nichts bringen, wenn sich die Vereine an einem runden Tisch über die Hallenzeiten austauschen würden, weil jeder Verein an seinen mühsam erkämpften Zeiten festhalten würde, weil er sonst nie wieder welche bekommt“, ist Dissinger pessimistisch.

Bleibt der Sportstättenentwicklungsplan und eine Entscheidung von oben. Die Befragung von Bevölkerung und Vereinen ist seit gut einem Jahr (14. April 2021) abgeschlossen. Aktuell werden die Zahlen ausgewertet. Nicht nur der VSK Niederfeld wartet gespannt auf die Ergebnisse. „Aktuell wäre unsere einzige Alternative ein Mitgliederstopp für Jugendliche. Das wollen wir nicht“, stellt Gögelein klar.

Mehr zum Thema
x