Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Die Plätze zwei bis vier sind das Ziel

JSG-Trainer Marcus Muth (Mitte) sieht sein Team im Bundesligaspiel gegen St. Tönis nicht chancenlos.
JSG-Trainer Marcus Muth (Mitte) sieht sein Team im Bundesligaspiel gegen St. Tönis nicht chancenlos.

Marcus Muth, der Trainer der weiblichen A-Jugend der JSG Mundenheim/Rheingönheim, hofft, dass für sein Team das Abenteuer Bundesliga nicht wieder nach drei Spielen beendet ist. Am Samstag, 17 Uhr, empfängt die JSG die Turnerschaft St. Tönis .

Es ist das einzige Heimspiel der jungen Ludwigshafener Mannschaft im Schulzentrum. „Wir haben nur vier Spielerinnen aus dem älteren Jahrgang. Der Rest ist junger Jahrgang oder sogar noch B-Jugend“, verdeutlicht JSG-Trainer Muth den Unterschied zur direkten Konkurrenz. Ein Lerneffekt aus dem ersten Jahr in der höchsten deutschen Spielklasse konnte sich deshalb gar nicht einstellen. „Von der Mannschaft aus dem letzten Jahr ist kaum noch jemand da“, berichtet der Trainer. Vier Wochen vor der Qualifikation standen die Mundenheimer und Rheingönheimer praktisch ohne Mannschaft da. Dank guter Kontakte und unzähliger Telefonate haben die Trainer Muth und Jürgen Erhardt die eigentlich unmögliche Aufgabe gemeistert, trotzdem eine schlagkräftige Truppe auf die Beine zu stellen. „Eine Truppe, die richtig Spaß macht“, stellte Muth klar.

Gut verkauft trotz Niederlage gegen TV Aldekerk

Das gelte trotz der – erwarteten – Niederlage zum Saisonauftakt beim TV Aldekerk, wo die JSG mit 31:40 unterlegen war. „Ich glaube, dass dort mit der Erfahrung aus dem Vorjahr mehr dringewesen wäre“, so Muth, der das aber nicht als Vorwurf an seinen aktuellen Kader verstehen will. „Wir waren einfach in der ein oder anderen Situation zu hektisch.“ Und die Mannschaft habe sich trotz der 40 Gegentreffer bei einem scheinbar übermächtigen Gegner, Aldekerk belegte im Vorjahr den dritten Platz in der Endrunde um die deutsche Meisterschaft, sehr gut verkauft. Das macht den Ludwigshafener Trainern Mut für den weiteren Saisonverlauf. Auch und gerade für das vorerst einzige Heimspiel der Vorrunde.

„Da wollen wir Historisches schaffen“, kündigte der JSG-Trainer an. Es soll der erste Sieg einer JSG-Mannschaft in der Bundesliga werden. Schwer, aber nicht unmöglich. „Nach den Ergebnissen der Vorwoche ist die Favoritenrolle klar an die Gäste verteilt“, sagt Muth. Aber wenn sich seine Mannschaft an die taktischen Vorgaben hält, sich auf ihre Stärken besinnt und dabei trotzdem Ruhe und Gelassenheit bewahrt, dann sei St. Tönis kein übermächtiger Gegner vom Kaliber Aldekerk. „Die sind für mich der klare Favorit unserer Staffel. Dahinter geht es um die Plätze zwei bis vier.“ Zweiter oder Dritter, das wäre aus JSG-Sicht schon eine kleine Sensation nach der Saisonvorbereitung.

Mit Respekt, aber ohne Angst antreten

Auf seinen aktuellen Kader lässt Muth nichts kommen. „Das ist eine unheimlich dankbare Truppe, die die Vorgaben sehr gut annimmt.“ Eine Mannschaft mit viel Ehrgeiz in den Trainingseinheiten aber auch Demut vor den Aufgaben in der Bundesliga. „Es gibt bei uns eine große Dankbarkeit, dass wir dieses Erlebnis mitnehmen können.“ Für den erfahrenen Trainer ist das eine gute Einstellung. „Wir müssen die Aufgabe mit Respekt aber ohne Angst annehmen.“ Traumziel wäre vor eigenem Publikum der erste Bundesligasieg und damit ein Schritt in Richtung verlängerter Saison. „Die Mannschaft kann das. Wir trauen es uns zu“, sagt Muth.

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