Das spontane Interview aus der Stadt RHEINPFALZ Plus Artikel „Die haben richtig Panik bekommen“

 Rainer und Ulrike Scholl im Gespräch mit Volker Endres.
Rainer und Ulrike Scholl im Gespräch mit Volker Endres.

Irgendwo in Lu sind wir jede Woche auf der Suche nach interessanten Gesprächspartnern. Am Montag haben wir am stadtseitigen Aufgang zur Schneckennudelbrücke Rainer (70) und Ulrike Scholl (67) aus Mutterstadt getroffen. Die beiden Rentner kommen täglich zum Spaziergang nach Ludwigshafen.

Gibt es in Mutterstadt keine geeigneten Spazierwege?
Rainer Scholl: Die gibt es, sogar ganz bestimmt.

Ulrike Scholl: Aber wir laufen eben gerne am Rhein entlang, und dafür kommen wir gerne nach Ludwigshafen. Auf dem Rhein und auch am Ufer gibt es immer etwas zu beobachten. Wenn zum Beispiel Gänse und Schwäne hier schwimmen und man ihrem Nachwuchs beim Aufwachsen zusehen kann.

Füttern sie auch?
Ulrike Scholl: Nein. Wir füttern nicht.

Rainer Scholl: Aber wir haben schon oft Leuten zugeschaut, die gefüttert haben, und haben beobachtet, dass auf einmal ganze Vogelfamilien angeschwommen kommen. Seither fragen wir uns, wie die Schwäne oder Gänse kommunizieren, dass es hier etwas zu fressen gibt.

Bei dem Hochwasser gibt es ja auch ohne Vögel einiges zu schauen ...
Ulrike Scholl: Wir kommen ja nicht nur bei Hochwasser. Aber es stimmt schon. Interessant ist das. Aber wir waren auch gestern hier und haben uns sehr gewundert, wie unvernünftig einige Leute doch waren.

Unvernünftig in Bezug auf Mindestabstand und Maske?
Rainer Scholl: Vor allem unvernünftig mit Blick auf das Hochwasser. Ich glaube, dass einige diese Gefahr offenbar ziemlich unterschätzten. Die waren auch auf dem abgesperrten Weg direkt an der Promenade unterwegs.

Ulrike Scholl: Und wir haben auch ein paar Leute mit Kindern gesehen, die drüben auf der Parkinsel standen. Als ein Schiff vorbeigekommen ist und Wellen gemacht hat, haben die richtig Panik bekommen, weil sie nicht wussten, in welche Richtung sie ausweichen sollen. Zumal das Wasser ja noch immer ansteigt.

Fast. Mein Fotograf hat mir eben verraten, dass der Pegel in Maxau seit einer Stunde wieder fallende Pegelstände meldet. Aber die Strömung wird ja schon bei normalem Wasserstand unterschätzt. Waren Sie früher im Rhein schwimmen?
Rainer Scholl: Nein, aber ich kenne die Erzählungen von meinen Eltern, die hier noch im Flussschwimmbad gebadet haben. Ich weiß, dass die Strömung ganz schön Kraft hat.

Was verbinden Sie sonst mit Ludwigshafen?
Ulrike Scholl: Eigentlich nichts. Wir wohnen schon immer in Mutterstadt und sind auch dort aufgewachsen.

Rainer Scholl: Natürlich war man damals hier in Ludwigshafen am Carl-Bosch-Gymnasium auf der Schule.

Ulrike Scholl: ... und die Tanzschule haben wir auch hier besucht. Es gibt also doch schon einige Anknüpfungspunkte. Und jetzt kommen wir eben gerne zum Spazieren ans Rheinufer.

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