Ludwigshafen Die gute Seele des Stadtlaufs

Frieda Schmitt (rechts) wurde am Samstag 70 Jahre alt. Ihr runder Geburtstag hielt sie aber nicht davon ab, dennoch beim Ludwigs
Frieda Schmitt (rechts) wurde am Samstag 70 Jahre alt. Ihr runder Geburtstag hielt sie aber nicht davon ab, dennoch beim Ludwigshafener Stadtlauf zu helfen und dort diesen besonderen Tag ein wenig zu feiern.

«Ludwigshafen.» Ohne sie läuft beim Ludwigshafener Stadtlauf fast nichts. Ob als Streckenposten, an der Wasser- und Getränkestelle, bei der Startnummern- oder T-Shirt-Ausgabe, im Start- und Zielbereich – die „fleißigen Helferlein“ sind allgegenwärtig. Rund 180 Helfer sind jedes Jahr bei dem Laufereignis in der Ludwigshafener Innenstadt im Einsatz. Eine von ihnen ist Frieda Schmitt.

Frieda Schmitt wird sich noch lange an den 22. Ludwigshafener Stadtlauf erinnern. Warum? Sie feierte dort nämlich mit 1355 Teilnehmern einen runden Geburtstag. Ihren 70. „Und den werde ich sicher nicht mehr vergessen“, sagte sie lachend. Als sie am Samstag um 11 Uhr ihren Dienst im Foyer der Sparkasse Vorderpfalz in der Bismarckstraße am Berliner Platz antrat, standen die anderen Helfer da und sangen ihr lauthals ein Geburtstagsständchen. „Ich habe mich so gefreut, war so gerührt“, erzählte sie. Dabei glänzten ihre Augen auch noch Stunden später. Natürlich revanchierte sich die 70-Jährige und bedankte sich mit leckerem Geburtstagskuchen bei den Sängern. Sogar später schmetterten die Zuschauern am Zieleinlauf und Organisatoren Frieda Schmitt ein Geburtstagsständchen als sie auf dem Siegerpodest stand. Auf Position eins wohlgemerkt. Anstatt entspannt den runden Geburtstag zu feiern, kam Frieda Schmitt am Samstag nicht nur wegen des Wetters ganz schön ins Schwitzen, denn am Nachmeldeschalter ging es phasenweise zu wie im Taubenschlag. Daten kontrollieren, kassieren, Startnummer ausgeben. Bei alledem blieb die 70 Jahre alte Schmitt hochkonzentriert und hielt alles akribisch fest. Gedanken an ihren Geburtstag waren zu diesem Zeitpunkt weit, weit weg. Stadtlauf anstatt Geburtstagsparty – die Entscheidung fiel Frieda Schmitt überhaupt nicht schwer. Ihrer Tochter Annette, die einige hundert Kilometer entfernt wohnt, verkündete die Jubilarin früh, dass sie in diesem Jahr am 24. Juni keinen gemütlichen Geburtstag feiern werde. „Natürlich werden wir aber nachfeiern“, erklärte Schmitt. Die Tochter verstand ihre Mutter sofort, war ihr überhaupt nicht böse. Ganz im Gegenteil. Am frühen Samstagmorgen klingelte es an der Tür von Frieda Schmitt und der Blumenbote brachte einen riesengroßen Strauß vorbei – von der Tochter. Die Liaison von Frieda Schmitt und dem Ludwigshafener Stadtlauf hält schon seit 19 Jahren. Über ihren Verein, die VLG Marathon Ludwigshafen, landete die 70-Jährige seinerzeit im Helferteam. Früher war die Ludwigshafenerin selbst Läuferin, stand bei Volkslauf-Veranstaltungen an der Startlinie. „Das ist aber lange her“, sagte sie augenzwinkernd. Ein Jahr ohne Frieda Schmitt? Kaum vorstellbar. Sie gehört quasi zum „Inventar“. Lange Zeit war sie das Gesicht bei der Shirtausgabe. „Das war teilweise schon sehr anstrengend – zwischen all den Kisten und den vielen Sportlern, die ihre Shirts abholen wollten“, berichtete sie. Doch Spaß gemacht hat ihr die Arbeit trotzdem immer. Und so manche Anekdote hat Frieda Schmitt aus dieser Epoche zu erzählen. „Während die Frauen in der Regel genau ihre Größe kannten, gab es immer wieder Männer, die erst einmal ihre Frauen fragen mussten: „Welche Größe habe ich eigentlich?“, schilderte sie lachend. Irgendwann habe sie lange genug Shirts ausgegeben, befand die Ludwigshafenerin und suchte nach einer neuen Aufgabe im Stadtlauf-Helferteam. Weil gerade im Wettkampfbüro eine zuverlässige Kraft gebraucht wurde, war Frieda Schmitt zur Stelle. Sie brauchte nicht lange, um sich in ihrem neuen Revier einzuarbeiten. Heute ist Frieda Schmitt quasi die Allrounderin beim Stadtlauf. Sie kennt sich überall aus. Ohne sie geht eben fast nichts.

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