Ludwigshafen Deutsche Bahn will Hauptbahnhof sanieren

Der Posttunnel bleibt in den nächsten Jahren geschlossen.
Der Posttunnel bleibt in den nächsten Jahren geschlossen.

Seit bald 20 Jahren will die Stadt den ehemaligen Posttunnel zwischen der Bruchwiesenstraße und dem Hauptbahnhof für Fußgänger ausbauen. Besonders die Hochschule mit ihren rund 4500 Studenten hat großes Interesse an der unterirdischen Anbindung an die Schiene und ans Stadtzentrum. Eine aktuelle Stellungnahme der Deutschen Bahn zu dem Projekt weckt Hoffnungen auf eine Sanierung des Bahnhofs – aber nicht auf eine schnelle Öffnung des Tunnels.

Ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn hat sich Ende Februar in einem Schreiben an die Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft in der Ernst-Boehe-Straße gewandt, das der RHEINPFALZ vorliegt. Eine Sprecherin antwortet darin auf eine Beschwerde von Hochschulpräsident Peter Mudra an den Bahn-Vorstand. Mudra hatte in seinem Brief sowohl die weitere Verzögerung der Öffnung des Tunnels bis voraussichtlich 2023 als auch die mangelhafte Kommunikation seitens der Bahn mit der Stadt und den betroffenen Bürgern scharf kritisiert. Die Bahn gibt sich teils versöhnlich, teils weist das Unternehmen die Kritik Mudras jedoch entschieden zurück. „Ich kann Ihnen versichern, das die Freigabe des Posttunnels für uns einen wichtige Mosaikstein in einer grundlegenden Verbesserung des Ludwigshafener Hauptbahnhofs darstellt“, teilt eine Unternehmenssprecherin mit. In Zusammenarbeit mit der Stadt solle auch die Entwicklung des Posttunnels vorangebracht werden. Eine deutliche Beschleunigung sei jedoch angesichts der „erforderlichen Prozessschritte“ kaum realisierbar. Grundsätzlich stellt die Bahn klar: „Die Eröffnung des Posttunnels kann für den Reisendenverkehr und die damit verbundene Anbindung des Hochschulquartiers eine sehr wünschenswerte Maßnahme zur Verbesserung des Bahnhofsumfeldes am Ludwigshafener Hauptbahnhof sein.“ Daher habe das Projekt für die Bahn durchaus eine entsprechende Priorität. Zwischen Vertretern der Stadt und der Bahn fänden dazu regelmäßige Abstimmungsgespräche statt. Auch die Finanzierung sei prinzipiell geklärt: Die Stadt habe sich zur Übernahme der Planungskosten bekannt. Das Land als potenzieller Fördermittelgeber sei bereits informiert, auch eine Ortsbegehung habe stattgefunden. „Eine finale Förderzusage des Landes steht allerdings noch aus“, sagt die Bahn. Zum Zustand des Posttunnels stellt das Unternehmen fest: „Es ist nicht damit getan, den Tunnel mit der Entfernung des Bauzauns wieder zu öffnen.“ Dieser müsse vielmehr an die heute geltenden Regelwerke angepasst werden und somit wie ein neues Bauwerk beplant werden. Außerdem müsse das Eisenbahn-Bundesamt das Vorhaben planungsrechtlich genehmigen. In dem Zusammenhang stellt die Bahn eine Sanierung des Hauptbahnhofs in Aussicht: Die Anlagen müssten grundlegend geändert werden. „Aktuell sehen wir eine Sanierung der beiden Hochbahnsteige noch vor der Freigabe des Posttunnels vor.“ Das habe für die Bahn eine hohe Priorität.

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